CytoVI, Open-Source-KI

CytoVI: Open-Source-KI automatisiert Schritte der Blutkrebsdiagnostik

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 04:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Tests zeigen eine hohe Übereinstimmung mit manuellen Befunden; bei sehr wenigen Tumorzellen bleibt die Erkennung schwierig.

CytoVI: Offenes KI-Modell automatisiert Teile der Blutkrebsdiagnostik
Ein modernes, steriles hämatologisches Labor mit präzisen Analysegeräten und Glasgefäßen auf einem sauberen Arbeitstisch. Illustration mit AI erstellt.

Forschende des Universitätsklinikums Freiburg und des Weizmann Institute haben ein quelloffenes Modell auf Basis künstlicher Intelligenz vorgestellt, das wesentliche Schritte der Blutkrebsdiagnostik automatisiert. Das System mit der Bezeichnung CytoVI dient der detaillierten Analyse von Durchflusszytometrie-Einzelzelldaten.

Die wissenschaftliche Arbeit und die zugrunde liegende Methodik wurden am 30. September 2026 in der Fachzeitschrift Nature Methods veröffentlicht, wie bionity.com am 8. Oktober 2026 berichtete.

Die Durchflusszytometrie gehört in der Hämatologie zu den zentralen Verfahren, um Zellen anhand ihrer Oberflächenmerkmale und physikalischen Eigenschaften präzise zu charakterisieren. Bislang erfordert die Auswertung der dabei anfallenden, komplexen Messdaten oft einen hohen manuellen Prüfaufwand durch spezialisiertes Laborpersonal. Das neue Open-Source-Werkzeug soll diesen Prozess beschleunigen und standardisieren.

Hohe Übereinstimmung bei chronischer lymphatischer Leukämie

In praktischen Untersuchungen zeigte CytoVI bereits eine hohe Leistungsfähigkeit bei der Erkennung bösartiger Veränderungen. Bei Daten von Fällen chronischer lymphatischer Leukämie identifizierte das Modell typische Krebszellen zuverlässig unter Millionen gemessener Einzelzellen. Ein direkter Abgleich ergab, dass die computergestützten Ergebnisse sehr gut mit den Befunden manueller Auswertungen durch Fachleute übereinstimmten.

Darüber hinaus untersuchten die Forschungsteams des Universitätsklinikums Freiburg und des Weizmann Institute Proben von 63 Patientinnen mit verschiedenen B-Zell-Lymphomen.

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CytoVI differenzierte in diesen Datensätzen unterschiedliche Gruppen von T-Zellen. Dabei identifizierte die Software unter anderem eine seltene Zellpopulation, die in den vorherigen manuellen Begutachtungen nicht beschrieben worden war.

Derartige Funde unterstreichen das Potenzial automatisierter Einzelzellanalysen, auch subtile biologische Muster aufzudecken, die dem menschlichen Auge bei Routinekontrollen entgehen können.

Herausforderungen bei geringer Tumormenge

Trotz der vielversprechenden Resultate weisen die beteiligten Institutionen auf bestehende Grenzen des Verfahrens hin. Insbesondere die sichere Identifikation sehr weniger Krebszellen innerhalb großer Zellmengen stellt weiterhin eine technische und diagnostische Herausforderung dar. Diese sogenannte minimale Resterkrankung, bei der nach einer Therapie nur noch minimale Spuren von Tumorzellen im Blut oder Knochenmark verbleiben, erfordert extreme Sensitivität, um Rückfälle frühzeitig zu erkennen.

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Durch die Bereitstellung von CytoVI als Open-Source-Lösung steht das Werkzeug anderen Forschungseinrichtungen und medizinischen Laboren für weitere Überprüfungen und methodische Weiterentwicklungen frei zur Verfügung. Die offene Zugänglichkeit soll es ermöglichen, das Modell auf breiter Basis mit unterschiedlichen klinischen Datensätzen zu testen und die algorithmische Erkennung seltener Zellereignisse schrittweise zu verfeinern.

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