Dachfarm, Berlin

Dachfarm Berlin: 900.000 Salatmischungen in 23 Tagen

Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 18:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Urban Gardening boomt: Während Wartelisten für Kleingärten wachsen, setzen Städte auf innovative Krautgärten, Dachfarmen und Pachtmodelle zur Selbstversorgung.

Urban Gardening Boom: Selbstversorgung wird zum Massenphänomen in Städten
Moderne Dachfarm mit Hochbeeten und hydroponischen Systemen in einer städtischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Städtisches Gärtnern wird in Deutschland zum Massenphänomen. Die Nachfrage nach Flächen für Selbstversorgung explodiert – und Städte reagieren mit neuen Modellen.

Münchner Krautgärten: 1.600 Parzellen und steigende Nachfrage

München macht es vor: Das Krautgarten-Projekt aus dem Jahr 1999 ist längst eine feste Größe. 24 Standorte mit rund 1.600 Parzellen gibt es inzwischen, und der Stadtrat legt nach: Jährlich soll ein neuer Standort dazukommen. Die Kosten? Zwischen 70 und 205 Euro pro Saison.

Auch Zwischennutzungen rücken in den Fokus. An der Friedrichshafener Straße entstand im Mai 2026 eine Fläche mit Hochbeeten und Gemeinschaftsgarten – nutzbar bis 2029, dann beginnen dort Bauarbeiten.

Wenn die Warteliste zum Problem wird

Doch der Ausbau kann mit der Nachfrage kaum Schritt halten. In Weil am Rhein musste die Warteliste für 30 städtische Schrebergärten geschlossen werden – 50 Personen stehen auf der Liste, und Pächterwechsel sind selten. Ein Paradebeispiel für den Flächenmangel in deutschen Städten.

Berlin-Lankwitz: Dachfarm produziert 900.000 Salatmischungen

Anzeige

Ob auf dem Balkon, dem Dach oder im Gemeinschaftsgarten: Urban Gardening wird 2026 zum Trend – und Sie können mitmachen. Dieser kostenlose Guide zeigt Ihnen die besten Methoden für den Anbau in der Stadt, von der Dachfarm bis zum Hochbeet. Jetzt kostenlosen Urban-Gardening-Guide anfordern

Eine Antwort auf den Platzmangel kommt aus Berlin. Auf einem Dach in Lankwitz arbeitet eine hydroponische Anlage mit 2.760 Quadratmetern Fläche. Der Clou: Der Erntezyklus dauert nur 23 Tage, und der Anbau direkt am Verkaufsort spart jährlich rund 500.000 Transportkilometer. 200 Photovoltaikmodule und eine Holzbauweise machen die Farm zusätzlich klimafreundlich.

Individueller Ackerbau: Pacht nach Kundenwunsch

Neben Großprojekten wachsen auch Nischenmodelle. In Düsedau (Altmark) verpachtet eine Landwirtsfamilie Flächen nach den Wünschen ihrer Kunden – mit Erfolg: 300 Kilogramm Waldstaudenroggen und 550 Kilogramm alter Weizen waren bereits die Ernte eines Pächters.

Soziale Projekte ergänzen das Bild. Marc Berger aus Wipperfürth will 2026 fünf Tonnen Zucchini auf 1.000 Quadratmetern ernten und an Tafeln spenden. In Bremen-Walle verbindet der „Solaris Garten Bremen“ auf 750 Quadratmetern Gärtnern mit Achtsamkeit – inklusive Labyrinth und Meditationsangeboten. Sogar Madrid macht mit: Im Stadtteil Arganzuela entsteht ein 1.200 Quadratmeter großer Gemeinschaftsgarten.

Klimawandel verändert die Gartenkultur

Anzeige

Sie warten schon lange auf einen Schrebergarten? Die Wartelisten sind vielerorts geschlossen. Doch es gibt Alternativen: Dieser Leitfaden erklärt, wie Sie auch ohne eigenen Garten frisches Gemüse ernten – mit praktischen Tipps für Dachfarmen und klimafeste Bepflanzung. Alternativen zum Schrebergarten jetzt entdecken

Die Erwärmung zeigt auch in deutschen Gärten Wirkung. Feigenbäume überstehen den Winter an geschützten Standorten immer besser, Hanfpalmen und Olivenbäume ziehen ein. Allerdings: Bei extremen Minusgraden brauchen die mediterranen Pflanzen weiterhin Schutz.

Anfang August 2026 widmeten sich Workshops in Wolfsburg dem Trend zum achtsamen Gärtnern – Miniatur-Gärten und bewusstes Naturerlebnis standen auf dem Programm. Die Mischung aus Hightech-Landwirtschaft und handwerklicher Selbstversorgung prägt das Urban Gardening im Jahr 2026. Und eines ist klar: Der Trend hat erst begonnen.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 69930646 |