Darm-Haut-Achse, Hefepilze

Darm-Haut-Achse: Hefepilze und ErnÀhrung treiben Neurodermitis

27.06.2026 - 10:04:41 | boerse-global.de

Aktuelle Forschung belegt direkten Einfluss von Darmflora und ErnÀhrung auf chronische Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Schuppenflechte.

Darm-Haut-Achse: Neue Studien zu Neurodermitis und Psoriasis
Darm-Haut-Achse - Eine Nahaufnahme des menschlichen Darmmikrobioms, dargestellt durch leuchtende Bahnen und Mikroben, verknĂŒpft mit einem Blatt und Wassertropfen. 27.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Aktuelle Studien aus dem FrĂŒhjahr und Sommer 2026 belegen: Die Darmflora, die ErnĂ€hrung und chronisch-entzĂŒndliche Hauterkrankungen hĂ€ngen direkt zusammen. Besonders Hefepilze im SĂ€uglingsdarm und die Wahl der Proteinquellen stehen im Fokus der Wissenschaft.

Hefepilze als Risikofaktor fĂŒr Neurodermitis

Die CHILD Cohort Study mit ĂŒber 1.400 Teilnehmenden liefert klare Hinweise. Die Zusammensetzung des kindlichen Mikrobioms beeinflusst das spĂ€tere Risiko fĂŒr Neurodermitis. Ein zentraler Befund: Der Hefepilz Malassezia tritt verstĂ€rkt im Darm von SĂ€uglingen auf. Das korreliert nicht nur mit einer höheren Wahrscheinlichkeit fĂŒr Neurodermitis, sondern auch fĂŒr Asthma.

Die Daten zeigen einen konkreten Auslöser. Antibiotika bei SĂ€uglingen unter sechs Monaten begĂŒnstigen das Wachstum dieser Pilze. Der Grund: Die bakterielle Konkurrenz im Darm wird reduziert. Mausmodelle bestĂ€tigen den Effekt: Malassezia verstĂ€rkt allergische EntzĂŒndungsprozesse im Darm und in den Atemwegen.

Die Chinese University of Hong Kong untersuchte ĂŒber 500 SĂ€uglinge. Ergebnis: Eine geringere DiversitĂ€t der Darmflora geht mit höherer DNA-Methylierung immunrelevanter Gene einher. Das könnte die Reifung des Immunsystems beeinflussen.

ErnÀhrung als Therapiebaustein bei Schuppenflechte

FĂŒr Psoriasis-Patienten rĂŒcken spezifische ErnĂ€hrungsempfehlungen in den Vordergrund. Fachleute raten, die Aufnahme von ArachidonsĂ€ure zu begrenzen. Diese Omega-6-FettsĂ€ure fördert EntzĂŒndungsprozesse. Sie steckt vor allem in Schweinefleisch, Wurstwaren, Eigelb und fettreichen Milchprodukten.

Stattdessen empfehlen Experten pflanzenbasierte AnsĂ€tze. TĂ€glich zwei bis drei Handvoll GemĂŒse, Verzicht auf Zucker und eine Essenspause von 12 bis 13 Stunden. Omega-3-FettsĂ€uren, Polyphenole und Ballaststoffe stabilisieren das mikrobielle Gleichgewicht.

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Proteinwahl beeinflusst EntzĂŒndungen

Studien aus dem Juni 2026 zeigen: Die Wahl der Proteinquellen wirkt direkt auf entzĂŒndliche Prozesse. Rindfleisch-Protein verstĂ€rkte in wissenschaftlichen Modellen die EntzĂŒndungsreaktionen. Der Grund: VerĂ€nderungen des Mikrobioms und der GallensĂ€uren. Erbsenprotein dagegen milderte das EntzĂŒndungsgeschehen.

SekundĂ€re Pflanzenstoffe gewinnen ebenfalls an Bedeutung. Urolithin A entsteht durch den Stoffwechsel von Bestandteilen aus GranatĂ€pfeln oder WalnĂŒssen. Es schĂŒtzt die Darmbarriere durch die Aktivierung des NLRP6-Inflammasoms. Eine intakte Darmbarriere gilt als wesentlich, um systemische EntzĂŒndungen zu reduzieren – die sich dann auch auf der Haut zeigen.

Neue Forschungsprojekte und Behandlungen

FĂŒr die kommenden Monate sind weitere Erkenntnisse zu erwarten. Das Projekt EMVIC startet am 1. Juli 2026 mit einem Budget von 1,2 Millionen Euro. Ziel: Die Auswirkungen von Umweltfaktoren wie PFAS, Phthalaten und Bisphenol A sowie der ErnĂ€hrung auf das Mikrobiom von Schwangeren und Jugendlichen untersuchen.

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Auch das Behandlungsangebot hat sich erweitert. Seit April 2026 ist eine Kombination aus niedrig dosiertem Prednisolon und SalicylsĂ€ure rezeptfrei in Apotheken erhĂ€ltlich. Das erleichtert den Zugang zur Behandlung milder VerlĂ€ufe von entzĂŒndlichen Kopfhauterkrankungen. Im Juni wurden zudem Daten zu neuen Antikörpern wie Tulisokibart prĂ€sentiert – in Phase-3-Studien zeigten sie Wirksamkeit bei chronisch-entzĂŒndlichen Prozessen.

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