Darm-Psyche-Achse, Bakterium

Darm-Psyche-Achse: Bakterium lindert Angst bei Reizdarmsyndrom

27.06.2026 - 11:41:30 | boerse-global.de

Studien belegen: Darmbakterien beeinflussen Ängste. Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel wächst rasant auf 4,3 Milliarden Euro.

Darm-Hirn-Achse: Bakterien gegen Angst und Milliardenmarkt
Darm-Psyche-Achse - Eine Nahaufnahme des menschlichen Darms, der mit einem leuchtenden neuronalen Netzwerk verbunden ist, das die Darm-Hirn-Achse symbolisiert. 27.06.2026 - Bild: ĂĽber boerse-global.de

Aktuelle Studien und Fachvorträge, etwa im Juni 2026 in Heidelberg, unterstreichen die Bedeutung der Darm-Hirn-Achse für das psychische Wohlbefinden.

Bakterienstamm gegen Angstzustände

Ein besonderer Fokus liegt auf spezifischen Bakterienstämmen mit direktem Einfluss auf psychische Zustände. Eine 2026 in Translational Psychiatry veröffentlichte Studie untersuchte das Bakterium Phocaeicola vulgatus. Im Mausmodell linderte eine Supplementierung Angstzustände, die mit einem Reizdarmsyndrom vom Diarrhö-Typ (IBS-D) zusammenhingen.

Das Bakterium kommt bei IBS-D-Patienten vermindert vor. Die positive Wirkung auf die Psyche erklären die Forscher durch eine Reduktion der Neuroinflammation in der Amygdala – einer Hirnregion, die Emotionen und Angst verarbeitet.

Prof. Christine Moissl-Eichinger von der MedUni Graz betonte am Internationalen Tag des Mikrobioms (27. Juni 2026): Das Mikrobiom lässt sich durch soziale Kontakte beeinflussen. Auch therapeutische Transplantationen seien möglich.

Milliardenmarkt fĂĽr Darmgesundheit

Die Erkenntnisse über den Darm-Psyche-Zusammenhang spiegeln sich im Konsumverhalten wider. Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor geworden. 2025 erreichte das Marktvolumen in Deutschland rund 4,3 Milliarden Euro – bei 415 Millionen verkauften Packungen. 2022 waren es noch 241 Millionen Packungen.

48 Prozent des Umsatzes entfielen auf Vitamine und Mineralstoffe. Mit 75,3 Millionen verkauften Packungen war Magnesium die stärkste Einzelkategorie. Als Wachstumstreiber identifizierten Experten Longevity, Frauengesundheit – und explizit Darmgesundheit. 45 Prozent der Verkäufe liefen über Drogeriemärkte, der Online-Handel hielt 22,5 Prozent.

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Atemtechniken und Bewegungspausen

Neben der mikrobiellen Komponente diskutiert die Fachwelt begleitende Methoden zur Förderung mentaler Gesundheit. Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung (DIfE) und die Charité untersuchten kontrollierte Atemtechniken. Bei 41 gesunden Erwachsenen zeigte sich: Eine verlängerte Ausatmung (zwei Sekunden ein, acht Sekunden aus) erhöhte die Herzfrequenzvariabilität und steigerte die Aktivität im präfrontalen Kortex. Die Probanden trafen mutigere Entscheidungen in Risikosituationen.

Daten aus dem British Journal of Sports Medicine mit 11.484 Teilnehmern belegen den Nutzen von Bewegungspausen. Ein fĂĽnfminĂĽtiger Spaziergang alle 60 Minuten reduziert die MĂĽdigkeit am Arbeitsplatz und verbessert die Stimmungslage.

Diese Erkenntnisse gewinnen an Bedeutung: Psychische und Verhaltensstörungen waren 2024 die dritthäufigste Ursache für krankheitsbedingte Fehlzeiten. Das erörterte das 11. Präventionsforum der Nationalen Präventionskonferenz am 23. Juni 2026 in Berlin.

Stoffwechselstörung und psychische Folgen

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Die Relevanz biochemischer Prozesse für die mentale Verfassung zeigt sich auch bei spezifischen Erkrankungen wie Phenylketonurie (PKU). Rund 8.000 Menschen leben in Deutschland mit dieser Stoffwechselstörung. Der internationale PKU-Tag am 28. Juni 2026 legt den Fokus auf psychische Auswirkungen: Unbehandelt kann die Erkrankung zu „Brain Fog“, Angstzuständen und Depressionen führen. Fachorganisationen fordern eine verbesserte Versorgung – bundesweit gibt es nur etwa zehn spezialisierte Stoffwechselambulanzen für Erwachsene.

Präventologe Markus Kamps warnt zudem vor den Auswirkungen digitaler Belastungen. Über 80 Prozent der Deutschen nutzen ihr Smartphone im Stundentakt. Die ständige Erreichbarkeit könne zu mentaler Erschöpfung führen. Empfohlen werden gezielte Bildschirmpausen und feste Schlafrituale.

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