Darmkrebs, Jungen

Darmkrebs bei Jungen: Inzidenz steigt um 3,9 Prozent jährlich

28.06.2026 - 14:22:55 | boerse-global.de

Die Zahl der Darmkrebserkrankungen bei unter 50-Jährigen in Deutschland steigt, besonders bei den 20- bis 29-Jährigen. Ursachen werden erforscht.

Darmkrebs bei jungen Erwachsenen: Steigende Fallzahlen in Deutschland
Darmkrebs - Ein junger Erwachsener blickt nachdenklich in eine unscharfe, moderne klinische Umgebung, die medizinische Geräte andeutet. 28.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine Auswertung von zehn Krebsregistern ĂĽber den Zeitraum von 2003 bis 2023 zeigt einen klaren Trend.

Besonders betroffen: Die 20- bis 29-Jährigen

Insgesamt wurden in der Altersgruppe der 20- bis 49-Jährigen 28.046 Fälle dokumentiert. Am stärksten fällt der Anstieg bei den 20- bis 29-Jährigen aus: Bei Männern steigt die Inzidenz jährlich um 3,3 Prozent, bei Frauen um 3,9 Prozent.

Auch bei den 30- bis 39-Jährigen wachsen die Zahlen – mit 2,2 Prozent bei Männern und 2,0 Prozent bei Frauen pro Jahr. Die 40- bis 49-Jährigen verzeichnen dagegen stabile Raten.

Dr. Sven Voigtländer und Prof. Volker Arndt vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) betonen: Die Zunahme sei real, das Niveau in Deutschland liege aber weiterhin unter dem der USA. Jacqueline Müller-Nordhorn vom Bayerischen Krebsregister ergänzt: Vor dem 50. Lebensjahr bleibe Darmkrebs trotz des Anstiegs ein seltenes Ereignis.

Beschleunigte Alterung als Risikofaktor

Die Forschung sucht nach den Ursachen. Eine Studie in Nature Medicine analysierte Daten von 154.000 Teilnehmern der UK Biobank und weiterer Probanden aus den USA. Ergebnis: Jüngere Generationen altern biologisch schneller. Diese beschleunigte Alterung korreliert mit einem erhöhten Krebsrisiko vor dem 50. Lebensjahr – unabhängig von genetischen Faktoren.

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Weltweit stiegen die Krebsfälle bei unter 50-Jährigen zwischen 1990 und 2019 um 24 Prozent. Als Treiber gelten Übergewicht, Bewegungsmangel, veränderte Ernährungsgewohnheiten und der Einsatz von Antibiotika.

Stabile Sterblichkeit trotz mehr Fälle

Obwohl mehr junge Menschen erkranken, bleibt die Sterblichkeit in diesen Altersgruppen stabil. Rund 90 Prozent der Diagnosen sind Adenokarzinome. Allerdings nehmen neuroendokrine Neoplasien und kleinere Tumoren zu – diese haben oft eine bessere Prognose.

Zu den Warnsignalen zählen Blut im Stuhl, veränderte Stuhlgewohnheiten, anhaltende Bauchschmerzen, ungewollter Gewichtsverlust und starke Müdigkeit. Das offizielle Screening-Alter soll in Deutschland vorerst nicht gesenkt werden.

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Vorsorge wirkt – Forschung macht Fortschritte

Ein Blick in die Niederlande zeigt, what Screening leisten kann: Das Integrale Krebsschutzzentrum (IKNL) meldete im Februar 2026 einen Rückgang der Darmkrebsdiagnosen trotz alternder Bevölkerung – Folge des flächendeckenden Programms.

Parallel forscht die Wissenschaft an neuen Ansätzen. Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert Projekte zur KI-gestützten Radiologie und zur Mikrostrahltherapie an der TU München. Letztere soll Tumorzellen präziser zerstören und gesundes Gewebe schonen. In Irland arbeiten Forscher zudem an mRNA-Impfstoffen gegen Tumorarten wie das Neuroblastom. Tierversuche zeigten eine deutliche Reduktion der Tumorgröße – klinische Studien am Menschen stehen noch aus.

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