Darmkrebs, EPA-Studie

Darmkrebs: EPA-Studie zeigt 62 Prozent Fünf-Jahres-Überleben statt 45

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 01:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In einer Studie lag das Fünf-Jahres-Überleben mit EPA höher; ein Vorteil beim progressionsfreien Verlauf zeigte sich nicht.
Eine helle, klinische Laborumgebung mit sterilen Glasgefäßen auf einem sauberen Labortisch bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die Rolle hochdosierter Omega-3-Fettsäuren in der Onkologie wird in der medizinischen Forschung fortlaufend untersucht. Eine klinische Studie zur Verabreichung von Eicosapentaensäure (EPA) bei fortgeschrittenem Darmkrebs liefert nun differenzierte Einblicke in Überlebenschancen und mögliche Wirkungsweisen. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden am 25. Oktober 2026 auf dem Kongress der European Society for Medical Oncology (ESMO) in Madrid vorgestellt.

Signifikanter Unterschied beim Gesamtüberleben

Für die in Großbritannien durchgeführte Untersuchung wurden 418 Patienten randomisiert, die sich vor oder nach einer Operation von Lebermetastasen infolge einer Darmkrebserkrankung befanden. Die Probanden erhielten entweder täglich 4 g EPA oder ein Placebo auf Basis von Mineralöl.

Die statistische Auswertung ergab eine deutliche Abweichung beim langfristigen Verlauf: Das Fünf-Jahres-Gesamtüberleben belief sich in der Gruppe mit 4 g EPA pro Tag auf 62 Prozent, während es in der Placebo-Gruppe 45 Prozent betrug. Der Hauptautor der Studie, Mark Hull von der Universität Leeds, bezeichnete dieses Ergebnis als klinisch signifikant und hob hervor, dass EPA gut verträglich gewesen sei.

Hinsichtlich des medianen progressionsfreien Überlebens zeigte sich hingegen kein signifikanter Unterschied zwischen beiden Armen. Dieser Wert lag bei 13,5 Monaten unter der Gabe von EPA im Vergleich zu 12,9 Monaten unter dem Placebo.

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Wirkungsweise und supportive Effekte

Dass sich das progressionsfreie Überleben kaum unterschied, verweist darauf, dass eine direkte Verlangsamung oder Hemmung des Tumorwachstums durch die Substanz nicht nachgewiesen werden konnte. Die Daten legen stattdessen nahe, dass hochdosiertes EPA den Organismus auf systemischer Ebene unterstützen könnte.

Diskutiert wird ein positiver Einfluss auf krebsbedingten Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit sowie anhaltende Erschöpfung (Fatigue). Auf diese Weise könnte die Behandlung dazu beitragen, die körperliche Verfassung der Patienten während der anspruchsvollen Therapiephasen zu stabilisieren.

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Vorläufige Daten und therapeutische Einordnung

Trotz der festgestellten Überlebensvorteile mahnen Fachleute zu einer vorsichtigen Interpretation. Die auf dem Fachkongress vorgestellten Ergebnisse gelten vor der Veröffentlichung in einem begutachteten Journal (Peer-Review) als vorläufig und begründen derzeit keine Empfehlung als Standardtherapie. Die ESMO-Expertin Chiara Cremolini wies darauf hin, dass zunächst bestätigende Resultate aus weiteren Studien abgewartet werden müssten.

Zudem gilt die verabreichte Menge von 4 g EPA pro Tag als pharmakologische Dosis. Mediziner warnen daher davor, hochdosierte Präparate eigenmächtig einzunehmen; ein Einsatz sollte ausschließlich unter strenger ärztlicher Aufsicht erfolgen.

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