Darmkrebs-Vorsorge, Stuhltest

Darmkrebs-Vorsorge: Stuhltest schützt ähnlich gut wie Spiegelung

01.07.2026 - 13:10:09 | boerse-global.de

Eine neue DKFZ-Studie belegt: Regelmäßige Stuhltests schützen ähnlich gut vor Darmkrebs wie eine Koloskopie. Entscheidend ist die konsequente Teilnahme an der Vorsorge.

DKFZ-Studie: Stuhltest gleichwertig zur Darmspiegelung
Darmkrebs-Vorsorge - Abstrakte Darstellung von Darmkrebs-Früherkennungsmethoden, mit Fokus auf Stuhltests und Darmspiegelung, umgeben von medizinischen Datenvisualisierungen. 01.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) hat die Wirksamkeit verschiedener Vorsorgemethoden verglichen.

Die Studie unter der Leitung von Hermann Brenner zeigt: Ein immunologischer Stuhltest (FIT) alle zwei Jahre kommt in seiner Schutzwirkung einer Koloskopie im Zehn-Jahres-Rhythmus gleich. Entscheidend für den Erfolg sei nicht die Methode selbst, sondern die konsequente Teilnahme, so Brenner.

Bis zu 75 Prozent der Erkrankungen vermeidbar

Die Zahlen sind beeindruckend: Durch regelmäßige Vorsorge ließen sich bis zu 75 Prozent aller Darmkrebserkrankungen verhindern. Die Todesfälle könnten sogar um mehr als 80 Prozent sinken.

Trotz dieser Erfolge gibt es eine beunruhigende Entwicklung. Die Auswertung deutscher Krebsregister von Dr. Sven Voigtländer zeigt einen deutlichen Anstieg der Erkrankungen bei jungen Erwachsenen.

Junge Erwachsene immer häufiger betroffen

Bei den 20- bis 29-Jährigen steigen die Raten jährlich um 3,3 Prozent bei Männern und 3,9 Prozent bei Frauen. Bei den 30- bis 39-Jährigen sind es rund zwei Prozent pro Jahr. Insgesamt werden in Deutschland jährlich etwa 56.000 Neuerkrankungen registriert.

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Der Anteil der Patienten unter 50 Jahren liegt bei rund fünf Prozent. Die Sterblichkeit in diesen Gruppen bleibt stabil oder sinkt leicht. Als mögliche Ursachen diskutieren Experten Übergewicht und eine veränderte Darmflora. Eine Senkung des Vorsorgealters wird derzeit jedoch nicht empfohlen.

Neue Technologie bei Darmoperationen

Auch die Behandlungsmethoden entwickeln sich weiter. Im Juni 2026 kam in Tirol erstmals in Europa ein neuer Klammernahtapparat zum Einsatz. Das Gerät liefert während der Operation Echtzeit-Feedback zum Gewebe und erhöht so die Präzision.

Unter der Leitung von Hermann Nehoda wurden bereits mehrere Patienten mit dem System operiert. Parallel dazu plant Österreich weitreichende Strukturreformen im Gesundheitswesen. Bis 2040 sollen Einzelpraxen weitgehend durch Primärversorgungseinheiten (PVE) ersetzt werden.

Die Rolle des Darmmikrobioms

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Die Forschung zur Darmgesundheit geht weit über die Krebsvorsorge hinaus. Eine aktuelle Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen Darmbakterien und der Entwicklung von Säuglingen. Bestimmte Stämme wie Lachnospira pectinoschiza und Parabacteroides distasonis könnten Schutzfaktoren gegen Autismus oder ADHS darstellen.

Digitale Helfer sollen Patienten künftig besser informieren. Ein Projekt der Technischen Universität Graz entwickelt ein KI-System, das komplexe Gesundheitsinformationen verständlich aufbereitet und so die Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten verbessert.

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