Musk rĂŒstet Tesla auf Roboter und Robotaxis um
29.01.2026 - 02:34:52 | dpa.de
Nach dem ersten Jahr mit einem UmsatzrĂŒckgang schwört Elon Musk Tesla auf eine Zukunft mit Robotern und Robotaxis ein. Die Ă€lteren Modelle S und X werden eingestellt, um KapazitĂ€ten fĂŒr die Roboter-Produktion freizumachen. Sie begrĂŒndeten einst den Ruf Teslas, wurden zuletzt aber kaum mehr ausgeliefert. In diesem Jahr soll die Fertigung des Robotaxi-Fahrzeugs Cybercab ohne Lenkrad und Pedale beginnen. Davon werde man mit der Zeit vielfach mehr Wagen bauen als von allen anderen Modellen zusammen, so die Hoffnung des Tesla-Chefs.Â
In den beiden neuen Bereichen trifft Tesla auf starke Rivalen und muss erst noch beweisen, dass die Technologie des Elektroauto-Vorreiters am Markt bestehen kann.Â
So hat Tesla bisher nur einige fahrerlose Robotaxis in der texanischen Stadt Austin im Einsatz. Sie wurden zuletzt noch von Aufpassern im Beifahrersitz begleitet. Die Google-Schwesterfirma Waymo betreibt unterdessen mehr als 2.500 fahrerlose Wagen in mehreren US-StĂ€dten und ist auf Expansionskurs.Â
Zudem ist umstritten, ob Musks Entscheidung, beim autonomen Fahren nur mit Kameras auszukommen, ausreichende Sicherheit bringt. Waymo und andere Hersteller setzen zusĂ€tzlich auf weitere Sensoren, vor allem Laser-Radare, die die Umgebung der Fahrzeuge abtasten. Geht Musks Rechnung auf, hĂ€tte Tesla einen enormen Kostenvorteil.Â
Laut Musk testet Tesla seinen Robotaxi-Dienst aktuell mit rund 500 Fahrzeugen des Kompakt-SUV Model Y in Austin und im Bundesstaat Kalifornien. Allerdings muss in Kalifornien nach wie vor ein Sicherheitsfahrer am Steuer sitzen.Â
Model S und Model X sollen Robotern weichen
FĂŒr Teslas Roboter mit dem Namen Optimus seien unterdessen nur chinesische Entwickler eine nennenswerte Konkurrenz sagte Musk. Allerdings gibt es auch in den USA Firmen, die bereits ihre Roboter in Fabriken getestet haben - etwa Figure AI im US-Werk von BMW. Tesla will die Optimus-Produktion in diesem Jahr beginnen - und Musk stellte jĂŒngst auch in Aussicht, dass die bis Ende 2027 «der Ăffentlichkeit» zum Verkauf angeboten werden könnten. Der Tech-MilliardĂ€r ist allerdings bekannt dafĂŒr, ĂŒbermĂ€Ăig ambitionierte Ziele auszugeben und Fristen zu setzen, die er spĂ€ter nicht einhĂ€lt.
Um Platz fĂŒr die Roboter-Produktion zu machen, werde im kommenden Quartal die Herstellung der gröĂeren Modelle S und X im kalifornischen Stammwerk Fremont eingestellt, sagte Musk. Besitzer der Wagen wĂŒrden ĂŒber die Lebenszeit der Fahrzeuge weiterhin technische UnterstĂŒtzung bekommen, versicherte er.
Tesla-Erstling
Das 2012 eingefĂŒhrte Model S war das erste komplett im eigenen Haus entwickelte Fahrzeug von Tesla. Es begrĂŒndete den Ruf der Firma als Hersteller von Elektroautos, die mit guter Reichweite, Geschwindigkeit und attraktivem Design gegen die damals auf dem Markt dominierenden Wagen mit Verbrennermotoren bestehen konnten. Das Model X mit den markanten FlĂŒgeltĂŒren folgte 2015. Danach wurden die beiden Modellreihen immer mal wieder aufgefrischt. Inzwischen machen die neueren Fahrzeuge Model 3 und Model Y den GroĂteil des Tesla-GeschĂ€fts aus: Im vergangenen Jahr entfielen auf sie fast 97 Prozent der Auslieferungen.
Sinkende VerkÀufe
Das aktuelle KerngeschĂ€ft von Tesla - der Verkauf von Autos - schrumpft derweil. Das vergangene Jahr war das erste mit einem UmsatzrĂŒckgang. Die Erlöse fielen 2025 angesichts gesunkener Auslieferungen um rund drei Prozent auf 94,8 Milliarden Dollar. Der Jahresgewinn brach um 46 Prozent auf rund 3,8 Milliarden Dollar ein.
Tesla verbuchte 2025 den zweiten jĂ€hrlichen RĂŒckgang der Auslieferungen in Folge. Sie sanken um 8,5 Prozent auf gut 1,636 Millionen Fahrzeuge. Den bisherigen Höhepunkt hatte Tesla 2023 mit etwas ĂŒber 1,8 Millionen ausgelieferten Wagen erreicht. 2024 hatte der Umsatz trotz der niedrigeren Auslieferungen noch um ein Prozent zugelegt.
Negativer TrendÂ
Im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres sanken die Tesla-Auslieferungen um rund 15 Prozent. Im dritten Quartal trieb die Torschlusspanik vor dem Auslaufen der US-ElektroautoprĂ€mie Ende September den Absatz zwischendurch auf ein Rekordhoch. Im Vierteljahr darauf folgte dann die Quittung mit dem nĂ€chsten RĂŒckgang.
Das schlug sich auch in der Bilanz nieder. Der Umsatz fiel im vierten Quartal im Jahresvergleich um drei Prozent auf 24,9 Milliarden Dollar und der Gewinn sackte um 61 Prozent auf 840 Millionen Dollar ab.
Weniger GeschÀft mit CO2-Verschmutzungsrechten
US-PrĂ€sident Donald Trump sorgte unterdessen nicht nur dafĂŒr, dass die SteuervergĂŒnstigung von 7.500 Dollar beim Kauf eines Elektroautos auslief, sondern entzog Tesla mit dem Aushöhlen der Regeln zum CO2-AusstoĂ auch eine verlĂ€ssliche Geldquelle: Einnahmen aus dem Handel mit Emissionszertifikaten.
In den vergangenen Jahren hatte Tesla die Gewinnsituation mit dem Verkauf der Verschmutzungsrechte immer wieder ordentlich aufgebessert. Doch nun sind andere Autobauer weniger daran interessiert. Teslas Erlöse aus dem Zertifikatehandel fielen im vergangenen Quartal auf 542 Millionen Dollar. Im vierten Quartal 2024 waren es noch 692 Millionen Dollar gewesen - und 2,76 Milliarden Dollar im gesamten Jahr.
Musks Politik und Modellwechsel
Das Jahr 2025 war fĂŒr Tesla holprig. In den ersten Monaten war Musk in Washington als Trumps Kostensenker im Regierungsapparat aktiv. Dabei ging er eher rabiat vor und brĂŒstete sich unter anderem damit, die Entwicklungshilfe-Behörde «in den HolzhĂ€cksler» geworfen zu haben.
Musk und Trump gingen im FrĂŒhsommer im Streit auseinander, was der PrĂ€sident mit der Abschaffung der Elektroauto-PrĂ€mie erklĂ€rte. Musk bestritt das. Inzwischen vertragen sich die beiden allem Anschein nach wieder.
Wegen Musks Auftreten und seiner politischen Ansichten wandte sich ein Teil der potenziellen Tesla-KĂ€ufer ab. Zu Jahresbeginn wurde Tesla zudem vom Modellwechsel beim Bestseller Model Y gebremst. Teslas futuristisch aussehender Elektro-Pickup Cybertruck hingegen gilt als ein Flop.
In den USA griffen AutokÀufer im vergangenen Jahr unterdessen verstÀrkt zu Fahrzeugen mit Verbrenner- und Hybrid-Antrieben - und in Europa waren im Elektroauto-Markt andere Hersteller auf dem Vormarsch, unter anderem aus China.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.

