USA, Computer

KI findet seit Jahren schlummernde Software-Schwachstellen

07.04.2026 - 21:03:38 | dpa.de

Das neue KI-Modell des OpenAI-Rivalen Anthropic fand unter anderem eine 27 Jahre alte Sicherheitslücke in einem viel genutzten Betriebssystem. Jetzt wollen auch andere Unternehmen davon profitieren.

  • Anthropic ist vor allem bekannt für seine KI-Software Claude, die mit ChatGPT konkurriert. (Archivbild) - Bild: Andrej Sokolow/dpa
    Anthropic ist vor allem bekannt für seine KI-Software Claude, die mit ChatGPT konkurriert. (Archivbild) - Bild: Andrej Sokolow/dpa
  • Anthropic ist vor allem bekannt für seine KI-Software Claude, die mit ChatGPT konkurriert. (Archivbild) - Bild: Andrej Sokolow/dpa
    Anthropic ist vor allem bekannt für seine KI-Software Claude, die mit ChatGPT konkurriert. (Archivbild) - Bild: Andrej Sokolow/dpa
Anthropic ist vor allem bekannt für seine KI-Software Claude, die mit ChatGPT konkurriert. (Archivbild) - Bild: Andrej Sokolow/dpa Anthropic ist vor allem bekannt für seine KI-Software Claude, die mit ChatGPT konkurriert. (Archivbild) - Bild: Andrej Sokolow/dpa

Ein neues KI-Modell des OpenAI-Rivalen Anthropic ist so gut darin, bisher unentdeckte Software-Schwachstellen zu finden, dass es in den falschen Händen zu einer verheerenden Cyberwaffe werden könnte. Deshalb macht Anthropic es nicht öffentlich, sondern lässt Unternehmen wie Apple, Amazon und Microsoft damit Sicherheitslücken in deren Programmen stopfen.

Das KI-Modell Claude Mythos Preview fand unter anderem eine 27 Jahre alte Schwachstelle im als besonders sicher geltenden Betriebssystem OpenBSD, wie Anthropic mitteilte. Insgesamt habe man mit Mythos bereits «tausende» schwerwiegende Schwachstellen entdeckt – darunter in jedem breit genutzten Betriebssystem und Webbrowser. In der Videosoftware FFmpeg spürte das Modell eine seit 16 Jahren schlummernde Lücke auf.

Besorgniserregende Fähigkeiten 

Mythos Preview sei auch in der Lage gewesen, binnen weniger Stunden Programme zum Ausnutzen dieser Schwachstellen zu entwickeln – für die Experten nach eigenem bekunden mehrere Wochen gebraucht hätten.

Einer frühen Version der Software wurde in einem Versuch die Aufgabe gestellt, aus einer abgeschirmten Computer-Umgebung auszubrechen und das dem Tester zu melden. Die Software umging laut Anthropic die Sicherheitsvorkehrungen, verschaffte sich selbst weitreichenderen Internet-Zugang und schickte dem Mitarbeiter eine für ihn überraschende E-Mail, während er mit einem Sandwich im Park saß. 

Mythos nicht öffentlich verfügbar

Die Firma habe das Modell nicht speziell darauf trainiert, das alles zu können, hieß es weiter. Mit dem schnellen Fortschritt bei Künstlicher Intelligenz sei davon auszugehen, dass solche Fähigkeiten recht bald auch Online-Angreifern zur Verfügung stehen könnten, warnte Anthropic.

In einer Kooperation mit dem Namen «Project Glasswing» sollen deshalb Unternehmen Zugang zu Mythos bekommen, um Sicherheitslücken in ihrer Software zu finden. Anthropic plane nicht, Mythos allgemein zugänglich zu machen. Unter den weiteren Kooperationspartnern sind die Linux-Stiftung, die IT-Sicherheitsfirmen Crowdstrike und Palo Alto Networks sowie der Netzwerk-Spezialist Cisco.

Anthropic ist vor allem bekannt für die KI-Software Claude, die mit ChatGPT von OpenAI konkurriert. Zuletzt geriet die Firma durch einen Streit mit dem Pentagon in die Schlagzeilen: Anthropic lehnte den Einsatz seiner KI in autonomen Waffen oder zur Massenüberwachung in den USA ab. Das Verteidigungsministerium erklärte Anthropic daraufhin zu einem Lieferketten-Risiko, was dem Unternehmen den Weg zu Geschäften mit der US-Regierung weitgehend versperren würde. Anthropic geht dagegen vor Gericht vor.

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