Apotheke, Medikamente

GefÀlschtes Diabetesmittel - Bundesbehörde eingeschaltet

12.10.2023 - 03:07:04

Das PrĂ€parat Ozempic hilft bei Diabetes, sein Wirkstoff kann als AppetitzĂŒgler aber auch das Abnehmen forcieren. Nun sind FĂ€lschungen aufgetaucht, eine deutsche Firma ist wohl involviert.

Nachdem im Großhandel FĂ€lschungen des Diabetesmittels Ozempic aufgetaucht sind, hat sich eine Bundesbehörde eingeschaltet und Deutschlands Apotheken zur ÜberprĂŒfung der bei ihnen befindlichen PrĂ€parate aufgefordert.

Bisher lĂ€gen keine Erkenntnisse vor, dass Patienten FĂ€lschungen bekommen hĂ€tten, teilte das Bundesinstitut fĂŒr Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) am Mittwochabend in Bonn mit. Auch pharmazeutische Unternehmen und GroßhĂ€ndler sollen die Packungen öffnen und kontrollieren.

Auf den Fotos der Behörde ist der Original-Stift hellblau und die FĂ€lschung dunkelblau, zudem ist die Bauweise verschieden. Bei der Originalspritze ist etwa der Injektionsknopf am Ende der Spritze ist grau, bei der FĂ€lschung ist er blau. Sollten auffĂ€llige Packungen gefunden werden, mĂŒssten die zustĂ€ndigen Überwachungsbehörden informiert werden.

«Erhebliche Gesundheitsgefahren»

Im Zentrum der Ermittlungen steht ein Pharma-GroßhĂ€ndler im SĂŒdwesten Baden-WĂŒrttembergs. Es gebe den Verdacht, dass die Firma aus dem Kreis Lörrach mit den FĂ€lschungen gehandelt habe, teilte die Zweigstelle Lörrach der Staatsanwaltschaft Freiburg am Mittwoch mit.

199 Packungen kamen laut einer Anzeige des RegierungsprĂ€sidiums Freiburg ursprĂŒnglich von einem österreichischen GroßhĂ€ndler und seien Anfang September 2023 an einen weiteren PharmahĂ€ndler in Großbritannien geliefert worden. Dort seien die Arzneimittel als gefĂ€lscht erkannt worden.

Das RegierungsprĂ€sidium hatte Ende vergangener Woche vor den mutmaßlich gefĂ€lschten PrĂ€paraten gewarnt. Von den FĂ€lschungen gingen mit hoher Wahrscheinlichkeit «erhebliche Gesundheitsgefahren» aus. Es sei nicht auszuschließen, dass sich mehrere gefĂ€lschte Packungen in Deutschland im Vertrieb befĂ€nden, berichtete das RegierungsprĂ€sidium. Es lĂ€gen zudem Hinweise vor, dass die Lieferkette auch andere Staaten betreffe.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt

Ob der Pharma-GroßhĂ€ndler im SĂŒdwesten das mutmaßlich gefĂ€lschte Medikament auch in Deutschland in Verkehr gebracht oder an dortige Firmen geliefert habe, werde noch ermittelt, berichtete nun die Staatsanwaltschaft. Dabei gehe es auch um die genauen Vertriebswege und innerbetriebliche Verantwortlichkeiten. In dem Fall laufe ein Ermittlungsverfahren - der Name des Unternehmens oder dessen genauer Sitz wurden nicht genannt. «Die strafrechtlichen Ermittlungen werden voraussichtlich einige Zeit in Anspruch nehmen», hieß es in der Mitteilung.

«Ozempic» ist ein auf dem Wirkstoff Semaglutid basierendes PrĂ€parat des Herstellers Novo Nordisk. Es ist in Deutschland als Diabetes-Medikament zugelassen. Der Wirkstoff kann aber auch als Abnehmmittel insbesondere bei stark ĂŒbergewichtigen Menschen eingesetzt werden. In Deutschland können Ärzte zu diesem Zweck seit Sommer das Semaglutid-haltige Medikament «Wegovy» von Novo Nordisk verschreiben. Der Wirkstoff ist auch deshalb breiter bekannt, weil einige Promis damit abgenommen haben wollen.

Novo Nordisk teilte bereits am Dienstag auf Anfrage mit, dass es einen deutlichen Anstieg an illegalen OnlineverkÀufen gebe.

@ dpa.de