Gesellschaft, Bildung

Schulen melden mehr rechtsextreme VorfÀlle

15.07.2023 - 07:04:20

Das Problem rechtsextremer VorfĂ€lle an Schulen ist grĂ¶ĂŸer als angenommen.

So ist die Zahl der gemeldeten VorfÀlle in einigen BundeslÀndern deutlich gestiegen, wie die "Welt am Sonntag" berichtet. In Brandenburg registrierte das Bildungsministerium im laufenden Schuljahr nach eigenen Angaben bis Anfang Juni fast 100 VorfÀlle.

Das sind es rund 40 Meldungen mehr als im vorherigen Schuljahr. In ThĂŒringen meldeten die Schulen im vergangenen Jahr 91 als rechtsextrem kategorisierte Vorkommnisse, rund 30 mehr als 2021. Mecklenburg-Vorpommern erfasste nach zuvor niedrigeren Werten im laufenden Schuljahr bis Mitte Juni 48 Vorkommnisse. Die Bildungsministerien der meisten anderen LĂ€nder fĂŒhren laut eigener Aussage hierzu keine Statistiken. "Auf Schulhöfen wird `Du Jude` leider als gĂ€ngige Beschimpfung verwendet", sagte der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, der "Welt am Sonntag". Jeder Vorfall sei schrecklich und schwer zu ertragen. "Darum brauchen wir eine bundesweite Meldepflicht fĂŒr antisemitische VorfĂ€lle an Schulen." ThĂŒringens Innenminister Georg Maier (SPD) sagte auf Anfrage: "RechtsextremismusvorfĂ€lle an Schulen sollten bundesweit einheitlich erfasst werden." Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) erklĂ€rte: "GrundsĂ€tzlich haben wir bundesweit einheitliche Richtlinien, nach denen politisch motivierte Straftaten erfasst werden." Dieses Regelwerk sehe aber nicht vor, dass man dabei einen Tatort wie eine Schule erfasse. Eine Auswertung sĂ€mtlicher dem Brandenburger Bildungsministerium ĂŒbermittelten Meldeformulare ergab, dass die Brandenburger Schulen allein im Mai dieses Jahres 34 rechtsextreme VorfĂ€lle meldeten. In 14 der im Mai erfassten FĂ€lle zeigten SchĂŒler den Hitlergruß, oft im Unterricht oder auf dem Pausenhof. Die Debatte ĂŒber rechtsextreme VorfĂ€lle an Schulen war Ende April durch einen Brandbrief zweier LehrkrĂ€fte einer Schule im Ort Burg in SĂŒdbrandenburg ausgelöst worden. Nach rechtsextremen Anfeindungen verlassen sie die Schule nun. Max Teske, einer der beiden Lehrer, sagte der "Welt am Sonntag": "Wir werden von Neonazis bedroht, wir werden auf offener Straße angefeindet und als "Zecken" verunglimpft." Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) bezeichnete die VorgĂ€nge an der Brandenburger Schule als "Alarmzeichen". "Freiheit, Demokratie, Toleranz und PluralitĂ€t sind zentrale Werte unserer Gesellschaft, auch an Schulen. Diese gilt es, ĂŒberall und jeden Tag zu leben - und wo es notwendig ist, zu verteidigen", so die Bildungsministerin.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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