Lungenkrebs-Gefahr: StrahlenschĂŒtzer warnen vor Radon
14.11.2024 - 15:54:43Mehr als sechs Prozent der tödlichen LungenkrebsverlĂ€ufe in Deutschland gehen laut einer Studie rechnerisch auf das radioaktive Gas Radon in Wohnungen zurĂŒck. Nach einer aktuellen Untersuchung geht das Bundesamt fĂŒr Strahlenschutz (BfS) von rund 2.800 FĂ€llen pro Jahre aus. Radon sei damit nach dem Rauchen einer der hĂ€ufigsten Auslöser von Lungenkrebs, teilte die Behörde mit Sitz im niedersĂ€chsischen Salzgitter mit.Â
«Die Zahlen belegen eindrĂŒcklich, dass Radon ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko ist», sagte BfS-PrĂ€sidentin Inge Paulini. Das Bundesamt warnt regelmĂ€Ăig vor dem Gesundheitsrisiko durch Radon. Die jĂŒngsten Ergebnisse veröffentlichten die Strahlenschutzexperten im Fachmagazin «Radiation and Environmental Biophysics».
Radon dringt durch kleinste undichte StellenÂ
Radon entsteht nach der Beschreibung ĂŒberall im Erdboden und schon kleinste Undichtigkeiten eines GebĂ€udes im Boden reichen aus, um das radioaktive Gas eindringen zu lassen. Sammelt es sich in WohnrĂ€umen, atmen Bewohnerinnen und Bewohner das Gas regelmĂ€Ăig ein und das Lungenkrebsrisiko steigt nach EinschĂ€tzung der BfS-Experten.Â
Die Menschen sollten laut BfS-PrĂ€sidentin Paulini mögliches Radon in den eigenen vier WĂ€nden messen lassen. Diese Messungen seien einfach und kostengĂŒnstig zu haben. «Sind die Radon-Werte zu hoch, ist wirksamer Schutz möglich», sagte Paulini. Wie viel Radon in Wohnungen einer Gemeinde vorkomme, variiere von Region zu Region deutlich. Das Bundesamt verwies darauf, dass man Radon weder sehen noch riechen oder schmecken könne.Â
Regionale Unterschiede bei GaskonzentrationÂ
Die neue Auswertung zeige regionale Unterschiede wegen der geologischen Beschaffenheit des Bodens und der Siedlungsstruktur. In BundeslĂ€ndern mit höheren durchschnittlichen Radon-Konzentrationen in Wohnungen ist der Anteil der durch Radon bedingten LungenkrebstodesfĂ€lle höher als in LĂ€ndern mit niedrigeren Durchschnittswerten. Oben stehen dabei ThĂŒringen (10,0 Prozent) und Sachsen (9,5 Prozent). Am niedrigsten liegt die Quote in den Stadtstaaten Berlin (3,2 Prozent, Hamburg und Bremen (jeweils 3,3 Prozent).


