Esa, Wettbewerb

Esa setzt auf Wettbewerb - Warten auf «Euclid»-Bilder

07.11.2023 - 06:02:24

Das Thema Kommerzialisierung rĂŒckt bei Europas BemĂŒhungen in der Raumfahrt stĂ€rker in den Blick. Auf dem Weltraumgipfel der Esa wurdengleich zwei Wettbewerbe angeschoben. Und die Esa will besondere Bilder prĂ€sentieren.

Die europĂ€ische Raumfahrtagentur Esa will Europas Rolle im All mit Wettbewerb und Innovation stĂ€rken. Bis 2028 will die Organisation ein europĂ€isches Raumfahrzeug entwickeln lassen, dass Fracht zur Internationalen Raumstation ISS und zurĂŒck zur Erde bringen kann.

Auf dem Weltraumgipfel der Esa in Sevilla brachten die Esa-LĂ€nder dafĂŒr am Montag einen Wettbewerb zwischen europĂ€ischen Unternehmen auf den Weg. Am Dienstag stehen GesprĂ€che zwischen der Esa und der EU an, unter anderem zur Nachhaltigkeit.

Bereits am Montag hatte die Esa beschlossen, im Kampf gegen den Klimawandel enger mit der EU zusammenzuarbeiten. Daten aus dem All sollen dazu verstĂ€rkt genutzt werden. Auch will die Esa die Raumfahrt selbst nachhaltiger gestalten. Bis 2030 will sie das Entstehen von WeltraummĂŒll in den Umlaufbahnen von Erde und Mond bei kommenden Missionen drastisch einschrĂ€nken.

Esa will erste Bilder von «Euclid»-Mission zeigen

Am Dienstagnachmittag will die Esa erste Bilder ihrer neuen Mission zur Erforschung Dunkler Materie und Dunkler Energie veröffentlichen. Die Sonde «Euclid» war Anfang Juli in den Weltraum gestartet. Ihr Teleskop soll unter anderem dabei helfen, auf die Entfernung von Galaxien zu schließen. Die Esa will so einen Blick in die Vergangenheit des Universums werfen und dessen Entwicklung innerhalb der letzten zehn Milliarden Jahre erforschen. Insgesamt sollen Daten zu Milliarden von Galaxien gesammelt werden, um mit deren Hilfe mehr ĂŒber die Dunkle Materie und die Dunkle Energie zu erfahren.

Wettbewerb wichtiges Thema bei Gipfel

Esa-Chef Josef Aschbacher sprach mit Blick auf den beschlossenen Wettbewerb fĂŒr ein FrachtgefĂ€hrt von einer sehr wichtigen Entscheidung. «Das bringt Europa auf einen sehr guten Weg fĂŒr die Weltraumerkundung.» Er sieht fĂŒr Europa eine Chance, kommerziellen Anbietern kĂŒnftig den Transport von Fracht anzubieten. Dadurch könnte sich im Austausch etwa die Nutzung zukĂŒnftiger kommerzieller Raumstationen und der Flug von Astronauten dorthin ergeben.

Das GefĂ€hrt könnte spĂ€ter fĂŒr die bemannte Raumfahrt weiterentwickelt werden und auch andere Ziele anfliegen, wenn die LĂ€nder dies wollten, hieß es von der Esa. Ein autonomer Zugang zum All ist fĂŒr die Esa ein wichtiges Thema. In Kourou in Französisch-Guyana gibt es einen europĂ€ischen Weltraumbahnhof und die Esa kann mit europĂ€ischen TrĂ€gerraketen Satelliten ins All bringen. Ein europĂ€isches Raumschiff fĂŒr bemannte FlĂŒge gibt es hingegen nicht.

Die Esa will außerdem einen Wettbewerb fĂŒr neue TrĂ€gerraketen ausrufen. Man mĂŒsse die Art Ă€ndern, wie Raketen beschafft wĂŒrden und sei dicht an einem Paradigmenwechsel hin zu einem Wettbewerbsmodel, sagte Aschbacher. Man wolle kĂŒnftig dynamischer und schneller mit der Industrie interagieren. Anna Christmann, Koordinatorin der Bundesregierung fĂŒr Luft- und Raumfahrt und Vorsitzende des Gipfels, sagte: «Mit der European Launcher Challenge setzen wir auf Wettbewerb und Innovation bei TrĂ€gerraketen, das wird ein Meilenstein fĂŒr den europĂ€ischen Zugang zum All.»

Deutschland will TrĂ€gerraketen stĂ€rker unterstĂŒtzen

Deutschland, Frankreich und Italien erklĂ€rten anlĂ€sslich des Gipfels, die europĂ€ischen TrĂ€gerraketen Ariane 6 und Vega C zusĂ€tzlich finanziell unterstĂŒtzen zu wollen. Die beiden Raketen sollen Europas Raumfahrt wettbewerbsfĂ€higer machen. Derzeit steckt Europa mit Blick auf seine TrĂ€gerraketen aber in einer Krise. Die Vega C bleibt nach dem missglĂŒckten ersten kommerziellen Flug im Dezember am Boden. Die grĂ¶ĂŸere Ariane 6 soll nach mehrjĂ€hriger Verzögerung im kommenden Jahr erstmals abheben. Weil die letzte Ariane 5, die VorgĂ€ngerin der Ariane 6, bereits abgehoben ist, hat Europa aktuell keine eigenen KapazitĂ€ten, grĂ¶ĂŸere Satelliten ins All zu befördern.

@ dpa.de