Erstmals, EisbÀr

Erstmals EisbÀr mit Vogelgrippe entdeckt

04.01.2024 - 14:37:47

Das Vogelgrippe-Virus hat schon zahlreiche SĂ€ugetiere infiziert. Nun hat sich sogar ein EisbĂ€r angesteckt. Das Ausmaß fĂŒr diese Tiere der Arktis ist noch unklar.

Experten haben zum ersten Mal bei einem toten EisbĂ€ren das Vogelgrippe-Virus nachgewiesen. Das sei eine weitere Bedrohung fĂŒr die ohnehin schon gefĂ€hrdete arktische Art, berichtete die «New York Times» auf Grundlage der Ergebnisse von Alaskas Umweltbehörde Department of Environmental Conservation vom Dezember. Der BĂ€r sei im Norden Alaskas nahe Utqiagvik entdeckt worden. Es bleibe unklar, wie viele BĂ€ren insgesamt mit dem tödlichen Virus infiziert seien.

Der BĂ€r zeige auf, wie verbreitet das Virus mittlerweile sei. «Die Zahl der gemeldeten Infektionen bei SĂ€ugetieren nimmt weiter zu», sagte Bob Gerlach, Alaskas Staatstierarzt, der «New York Times» zufolge. Der EisbĂ€r könne sich infiziert haben, nachdem er einen toten oder kranken Vogel gefressen hatte, so Gerlach. In Alaska wurden nach dem Bericht der «New York Times» bereits zuvor Infektionen bei einem BraunbĂ€ren, einem Amerikanischen SchwarzbĂ€ren und mehreren RotfĂŒchsen entdeckt.

Insgesamt hatte es nach 2006 laut einer Studie vier große AusbrĂŒche des Erregers der Virengruppe H5 gegeben. Der noch andauernde Ausbruch wird von einer Variante des Vogelgrippe-Subtyps H5N1 verursacht. Er fĂŒhrte zum Tod zahlreicher Seevögel - und auch von SĂ€ugetieren - in der nördlichen HemisphĂ€re, im SĂŒden Afrikas, im Atlantik, im Pazifik und in SĂŒdamerika. An der dortigen PazifikkĂŒste wurden seit Ende vorigen Jahres zunĂ€chst in Peru und spĂ€ter auch in Chile tausende tote Meeresbewohner gefunden - etwa Pelikane, Pinguine, Meeresotter, Robben und MeeressĂ€uger.

Vogelgrippe könnte Umweltkatastrophe auslösen

Auch in der Antarktis sind laut British Antarctic Survey (BAS) nun bereits FÀlle von infizierten Vögeln festgestellt worden. «Die Vogelgrippe könnte in der Antarktis eine Umweltkatastrophe ersten Grades auslösen», sagte der Meeresbiologe Ralf Sonntag von der Umweltschutzorganisation Pro Wildlife zu den Nachweisen im Oktober.

Seit Jahren sucht die Vogelgrippe auch regelmĂ€ĂŸig Europa heim. WĂ€hrend der Erreger im Zusammenhang mit dem Vogelzug in der Vergangenheit hierzulande vor allem in der kalten Jahreszeit auftrat, gab es hier seit 2021 das ganze Jahr hindurch Infektionen. Betroffen waren etwa Möwen, Seeschwalben und Basstölpel. Zudem starben unter anderem Katzen, FĂŒchse, Marder, Nerze und Seehunde. Menschen wurden nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts bislang nur in sehr seltenen FĂ€llen infiziert.

@ dpa.de