DASH-Diät: Senkt Demenzrisiko um 41 Prozent
06.07.2026 - 04:10:10 | boerse-global.de
Mediziner sehen klare Zusammenhänge zwischen Lebensmitteln und chronischen Erkrankungen. Neue Studien und Leitlinien zeigen, wie bestimmte Diäten Herz, Gehirn und Gelenke schützen können.
Was Experten wirklich empfehlen
Stefan Kabisch von der Charité warnt: Nicht jede Entzündung ist schädlich. Dennoch kristallisieren sich klare Ernährungsregeln heraus. Hans Hauner von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung rät zu einer primär pflanzenbasierten Kost mit weniger Fleisch.
Konkret wird Gernot Keyßer vom Universitätsklinikum Halle. Er empfiehlt heimische Produkte wie Heidelbeeren, Johannisbeeren, Zwiebeln und Petersilie. Auch fermentierte Lebensmittel wie Joghurt und Kefir sowie Seefisch und Nüsse sind empfehlenswert. Fettreiche Milchprodukte und rotes Fleisch sollten dagegen seltener auf dem Teller landen. Entscheidend bleibe aber eine individuelle Beratung.
DASH-Diät schützt Herz und Gehirn
Die DASH-Diät (Dietary Approaches to Stop Hypertension) ist wissenschaftlich gut untersucht. Eine Studie in JAMA Neurology mit rund 160.000 Erwachsenen belegt: Wer die Vorgaben konsequent einhält, senkt sein Risiko für kognitiven Abbau um 41 Prozent.
Die Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System ist ebenfalls beeindruckend. Der systolische Blutdruck sinkt um etwa 11 mmHg, der diastolische um 5,5 mmHg. Laut Nutrients reduziert die Diät das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 20 Prozent, die Schlaganfallgefahr um 19 Prozent.
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Olivenöl: Mehr als nur Geschmack
Extra natives Olivenöl (EVOO) gilt als Herz der mediterranen Ernährung. Die PREDIMED-Studie zeigte: Die Kombination aus mediterraner Kost und regelmäßigem Olivenölkonsum senkt das Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse um rund 30 Prozent. Das Öl verbessert die Endothelfunktion und reduziert oxidiertes LDL-Cholesterin.
Entgegen mancher Mythen gibt es keinen Beleg für einen Extra-Nutzen auf nüchternen Magen oder angebliche Detox-Effekte. Entscheidend ist der kontinuierliche Verzehr im Rahmen der Mahlzeiten. Vorsicht gilt bei Gallensteinen oder Fettunverträglichkeit.
Neue Leitlinie für Rheuma-Patienten
Mitte Juni 2026 setzte die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) neue Standards. Am 19. Juni veröffentlichte sie eine S3-Leitlinie, die für Rheuma-Patienten täglich 30 Gramm Ballaststoffe empfiehlt. Ziel: das häufig erhöhte kardiovaskuläre Risiko senken.
Ballaststoffe wirken positiv auf Darmbarriere, Mikrobiom und Entzündungsmarker. Die Umsetzung ist in Deutschland schwer – der Durchschnittskonsum liegt bei nur 18 Gramm pro Tag. Experten warnen zudem vor ungesicherter Selbstmedikation, etwa Guavenblättertee als Diabetes-Ersatz.
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Medikamente und Demenzrisiko
Die Forschung zeigt auch Wechselwirkungen zwischen Langzeitmedikation und neurologischen Risiken. Eine Studie in Nature Metabolism mit 66.000 Probanden deutet darauf hin: Dauertherapie mit Protonenpumpenhemmern (PPI) erhöht das Demenzrisiko um 44 Prozent. Analysen der University of California San Diego bestätigen dies mit einem Risikoanstieg von 47 Prozent für kognitive Beeinträchtigungen über zehn Jahre.
Positive Nachrichten gibt es von anderen Medikamentengruppen. Eine NIH-Studie mit über 112.000 älteren Erwachsenen (2016 bis 2024) zeigt: SGLT2-Inhibitoren senken das Alzheimer-Risiko um 43 Prozent, GLP-1-Agonisten um 33 Prozent. Ergänzt wird dies durch Fortschritte in der Diagnostik: Neue Bluttests auf pTau217 erkennen Alzheimer mit über 90 Prozent Genauigkeit – zwei bis vier Jahre vor den ersten Symptomen.
