Datenleck bei Stromnetzbetreibern: Tausende Kunden betroffen
Veröffentlicht am: 16.07.2026 um 17:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Hackerangriff auf einen Münchner Dienstleister hat Tausende Stromkunden in Baden-Württemberg getroffen. Betroffen sind Kunden der regionalen Netzbetreiber Netze BW und Stuttgart Netze. Der Vorfall, der Mitte Juli 2026 bekannt wurde, zeigt einmal mehr die Verwundbarkeit kritischer Infrastruktur.
Was genau gestohlen wurde
Die Angreifer erbeuteten persönliche Daten von Tausenden Haushalten. Dazu gehören Namen, Adressen, E-Mail-Adressen und Telefonnummern. Auch technische Informationen wie Zählernummern und Fotos von Zähleranlagen sind in falsche Hände geraten.
Der betroffene Dienstleister war mit dem Austausch von Stromzählern beauftragt. Diese Maßnahme geht auf ein Gesetz aus dem Jahr 2025 zurück, das den Betrieb von Messstellen neu regelt.
Gute Nachricht: Bankdaten und Finanzinformationen blieben verschont. Auch Passwörter wurden nach bisherigem Kenntnisstand nicht gestohlen.
Vorsicht vor Phishing und Betrug
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Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg und die betroffenen Stadtwerke warnen vor möglichen Folgetaten. Mit den gestohlenen Kontaktdaten und Zählernummern könnten Kriminelle versuchen, Phishing-Mails zu verschicken oder betrügerische Anrufe zu tätigen.
Besonders heimtückisch: Die Daten könnten genutzt werden, um unbemerkt Stromlieferverträge zu ändern. Die Experten raten:
- Keine Zahlungslinks in unerwarteten Nachrichten anklicken
- Keine sensiblen Daten preisgeben
- Bei Verdacht die offiziellen Hotlines der Stadtwerke anrufen
Für den Fall persönlicher Zählerkontrollen gilt: Echte Techniker weisen sich mit einem Dienstausweis aus.
Meldepflichten und Behörden
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Die Netzbetreiber unterliegen strengen gesetzlichen Fristen. Netze BW muss den Vorfall innerhalb von 24 Stunden beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) melden. Die zuständigen Datenschutzbehörden sind binnen 72 Stunden zu informieren.
Der Angriff auf den Münchner Dienstleister reiht sich ein in eine Serie von Supply-Chain-Attacken. Erst in derselben Woche gab es einen Datenleck bei einem IT-Dienstleister des Discounters Lidl, der Kunden in Deutschland, Belgien und den Niederlanden betraf.
Die Ermittlungen zu dem aktuellen Fall laufen. Betroffene Kunden sollten in den kommenden Tagen besonders wachsam sein.
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