Datenskandal Unimed: 80.000 Patienten in Baden-Württemberg betroffen
31.05.2026 - 13:12:24 | boerse-global.deAllein in Baden-Württemberg sind mindestens 80.000 Patienten betroffen, insgesamt 17 Krankenhäuser im Südwesten und weitere Einrichtungen in Niedersachsen.
Angriff Mitte April – Daten von Privatpatienten gestohlen
Die Täter verschafften sich bereits Mitte April Zugriff auf die IT-Infrastruktur des Dienstleisters. Forensische Analysen bestätigen nun: Umfangreiche Datensätze wurden entwendet. Betroffen sind ausschließlich Privatpatienten, Selbstzahler und gesetzlich Versicherte mit privater Zusatzversicherung.
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Die gestohlenen Daten umfassen Namen, Anschriften, Geburtsdaten, Kontonummern sowie medizinische Informationen wie Diagnosen und Krankheitsverläufe. Unimed betont, die Mehrheit der Daten sei nicht hochsensibel. Konkrete Hinweise auf Missbrauch oder eine Veröffentlichung im Darknet gibt es bislang nicht – ganz ausgeschlossen werden könne das aber nicht.
Kliniken im Südwesten besonders betroffen
Das Universitätsklinikum Freiburg hat die höchsten Verluste gemeldet: Stammdaten von rund 54.000 Patienten und Rechnungsdaten von etwa 900 Personen wurden abgezogen. Das Uniklinikum Heidelberg zählt rund 11.000 Betroffene, das Klinikum Mittelbaden 1.260.
Das Universitätsklinikum Tübingen hat bereits 902 Betroffene schriftlich informiert, die Uniklinik Ulm kontaktiert Patienten persönlich. Einige Kliniken haben den digitalen Zugang zu Unimed nach Sicherheitsprüfungen wieder freigegeben.
Cybersicherheitsexperten kritisieren die Verzögerung: Zwischen dem Angriff und der Information der Betroffenen lagen vier bis sechs Wochen.
Ermittlungen laufen – Experten warnen vor Phishing
Das Fachdezernat Cybercrime des saarländischen Landeskriminalamts ermittelt zu Hintergründen und Tätern. Die datenschutzrechtliche Aufsicht liegt beim Unabhängigen Datenschutzzentrum Saarland.
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Laut Unimed scheiterten die Angreifer beim Versuch, die internen Systeme vollständig zu verschlüsseln. Sie verloren noch während des Angriffs den Zugriff auf die Infrastruktur. Inzwischen überwacht ein externes Security Operations Center die Systeme.
Verbraucherschützer raten Patienten, in den kommenden Monaten besonders auf verdächtige E-Mails und ungewöhnliche Kontobewegungen zu achten. Betroffene haben nach der DSGVO das Recht auf umfassende Auskunft über die Datenpanne. Auch Schadensersatzansprüche sind möglich. Eine zentrale Hotline hat Unimed bisher nicht eingerichtet.
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