DDR5-Knappheit: Intel startet Raptor-Lake-Comeback ab Q3
Veröffentlicht: 03.07.2026 um 02:12 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der Chip-Riese erhöht die Preise für seine neuesten Verbraucher-Prozessoren und nimmt gleichzeitig die Produktion älterer Modelle wieder auf. Ein doppelter Schachzug, der die aktuellen Turbulenzen im Halbleitermarkt widerspiegelt.
Seit dem 2. Juli 2026 gelten neue Preislisten für Intels Core Ultra 200 PLUS Serie – die Arrow-Lake-Refresh-Generation wird teurer. Der Core Ultra 5 250K PLUS kostet nun zwischen 219 und 229 Euro, ein Aufschlag von rund 28 Euro. Beim Core Ultra 7 270K PLUS fällt die Erhöhung mit etwa 47 Euro noch deutlicher aus: Er liegt jetzt zwischen 339 und 349 Euro.
Die Gründe? Steigende Kosten in der gesamten Lieferkette und eine anhaltend hohe Nachfrage aus dem Enterprise- und Rechenzentrumsbereich. Branchenbeobachter schätzen, dass die kumulierten CPU-Preiserhöhungen im Jahr 2026 bereits bei fast 30 Prozent liegen. Interessant: In einigen Regionen, etwa in Großbritannien, blieben die Endkundenpreise zunächst unverändert.
DDR4-Comeback: Intel setzt auf ältere Technik
Parallel zu den Preiserhöhungen schlägt Intel einen überraschenden Weg ein: Ab dem dritten Quartal 2026 wird die Produktion der 13. und 14. Core-Generation (Raptor Lake) wieder hochgefahren – zunächst für den chinesischen DIY- und OEM-Markt. Auch die 10. und 12. Generation sollen verstärkt ausgeliefert werden.
Der Grund ist die DDR5-Knappheit. Die Preise für Arbeitsspeicher sind im zweiten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorquartal um satte 90 Prozent gestiegen. DDR5-basierte Systeme werden für preisbewusste Käufer zunehmend unerschwinglich. Mit den älteren, aber weiterhin DDR4-kompatiblen Plattformen LGA1700 und LGA1200 will Intel günstigere Alternativen bieten.
Ein weiteres Kapitel der Geschichte: Für Anfang 2027 ist mit Raptor Lake Next ein weiteres Refresh für den LGA1700-Sockel geplant – Teil der Core-200-Serie.
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KI-Boom beflügelt das Geschäft
Während Intel im Consumer-Segment taktiert, brummt das Enterprise-Geschäft. CEO Lip-Bu Tan berichtete Mitte Juni von einem bemerkenswerten Trend: Manche Kunden bestellen auf jede GPU gleich vier CPUs, um KI-Workloads zu bewältigen.
GroĂźe Namen stehen auf der Partnerliste: Nvidia setzt den Intel Xeon 6 als Host-CPU fĂĽr seine DGX Rubin NVL8 KI-Systeme ein und investierte fĂĽnf Milliarden Euro in den Chip-Hersteller. Google sicherte sich per Mehrjahresvertrag Xeon-Prozessoren und maĂźgeschneiderte ASIC-IPU-Chips.
Die Zahlen sprechen für sich: Im ersten Quartal 2026 erzielte Intels Data-Center- und KI-Sparte einen Umsatz von umgerechnet 4,7 Milliarden Euro – ein Plus von 22 Prozent im Jahresvergleich. Das Foundry-Geschäft legte um 16 Prozent auf knapp fünf Milliarden Euro zu.
Börse reagiert nervös – Ausblick bleibt spannend
Intel erhöht die Preise für Arrow-Lake-Refresh-CPUs um bis zu 47 Euro – aber die Raptor-Lake-Produktion läuft wieder an. Wer jetzt auf die 13. oder 14. Generation setzt, spart bares Geld. Unser Report vergleicht alle Optionen für Ihren nächsten Build. Preisvergleich und Spartipps jetzt sichern
Trotz der strategischen Preiserhöhungen zeigte sich die Aktie Anfang Juli volatil. Am 1. Juli schloss das Papier bei umgerechnet rund 117 Euro – ein Minus von etwa neun Prozent an einem Tag, an dem der gesamte PHLX-Halbleiterindex um mehr als sechs Prozent fiel. Der langfristige Trend bleibt jedoch beeindruckend: Seit Jahresbeginn 2026 notiert Intel mehr als 160 Prozent im Plus.
Am 23. Juli legt Intel die Zahlen für das zweite Quartal vor. Der Umsatzausblick liegt zwischen 12,7 und 13,6 Milliarden Euro. Besonders gespannt warten Analysten auf Neuigkeiten zum Intel 18A-Fertigungsprozess – die Ausbeute soll sich verbessern, was für das Foundry-Geschäft entscheidend ist, um weitere externe Kunden zu gewinnen.
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