DeadLock-Ransomware, Microsoft

DeadLock-Ransomware: Microsoft warnt vor Rust-basiertem Encryptor

Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 22:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft analysiert DeadLock-Ransomware mit Rust-Encryptor und Blockchain-Kommunikation. Zudem startet das KI-Projekt Perception gegen automatisierte Angriffe.

Microsoft warnt vor DeadLock-Ransomware und startet KI-Projekt Perception
Ein Cybersicherheitsexperte analysiert komplexe Datenströme in einem modern beleuchteten Serverraum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In einer aktuellen Analyse vom 10. August 2026 hat Microsoft Threat Intelligence detaillierte Erkenntnisse zur DeadLock-Ransomware veröffentlicht. Die Malware nutzt einen in der Programmiersprache Rust geschriebenen Encryptor und greift auf eine dezentrale Infrastruktur für die Kommunikation und Wiederherstellung zurück. Dabei kommen Technologien wie das Session-Messaging und Blockchain-Elemente zum Einsatz, um die Rückverfolgbarkeit zu erschweren.

Die Aktivitäten von DeadLock wurden den Angaben zufolge erstmals im Juli 2025 beobachtet. Bis zum Juli 2026 identifizierten Sicherheitsforscher über 80 Organisationen, deren Daten auf der Leak-Site der Gruppierung veröffentlicht wurden. Davon entfällt mehr als die Hälfte auf Ziele innerhalb Europas. Die Angriffe richten sich gegen ein breites Spektrum an Branchen, darunter IT-Dienstleistungen, Bergbau, Transportwesen, Fertigung, Hotellerie sowie die Konsumgüterindustrie. Geografisch erstrecken sich die Aktivitäten über Europa, Asien, Nord- und Südamerika sowie Afrika. Auffällig ist laut der Analyse ein integriertes Geofencing, das Infektionen in Staaten der ehemaligen Sowjetunion (GUS) sowie im Nahen Osten verhindert.

Neue KI-Modelle zur Abwehr automatisierter Angriffe

Parallel zur Bedrohungsanalyse hat Microsoft im August 2026 das Projekt „Perception“ gestartet. Im Zentrum steht das spezialisierte KI-Modell MAI-Cyber-1-Flash, das in Benchmarks eine Erkennungsrate von 95,95 Prozent erreicht haben soll. Das Projekt zielt darauf ab, zunehmend automatisierte Angriffe zu unterbinden, die herkömmliche Endpoint-Schutzmechanismen umgehen und Cloud-Identitäten kompromittieren.

Ergänzend dazu warnt das Unternehmen vor der Kampagne „CaptiveCrunch“, die der russischen Gruppe Storm-2945 zugeschrieben wird. Seit Mai 2026 werden dabei öffentliche WLAN-Netzwerke in Hotels und an Flughäfen ins Visier genommen. Die Angreifer nutzen manipulierte Portalseiten, die System-Updates vortäuschen, um die Schadsoftware „CornFlake“ und „ChocoShell“ zu installieren. Ziel ist der Diebstahl von Anmeldedaten und Session-Tokens für Microsoft-365-Konten. Sicherheitsexperten raten dazu, öffentliche WLANs zu meiden und stattdessen mobile Hotspots oder VPN-Verbindungen zu nutzen.

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Phishing-Angriffe auf Personal- und Finanzabteilungen

Berichte des Sicherheitsunternehmens Arctic Wolf ergänzen das Bild der aktuellen Bedrohungslage. Unter der Bezeichnung „Payroll Pirates“ führt die Gruppe Storm-2755 Phishing-Kampagnen in Nordamerika und Europa durch. Die Angreifer nutzen AiTM-Proxys (Adversary-in-the-Middle) und die Microsoft Graph API, um gezielt Mitarbeiter in HR- und Finanzabteilungen zu identifizieren.

Betroffen sind Branchen wie das Gesundheitswesen, Bildungseinrichtungen und Regierungsstellen. Die Akteure agieren dabei hochgradig automatisiert: Sie verwenden rotierende Residential-Proxys und führen Zugriffe auf E-Mails in synchronisierten Bursts innerhalb eines 26-Sekunden-Fensters durch. Die Sitzungen werden etwa alle 8 Stunden aktualisiert. Experten empfehlen die Korrelation von Telemetriedaten und die Überwachung anomaler Outlook-User-Agents, um diese Aktivitäten zu erkennen.

Anpassungen bei Microsoft Defender und OneDrive

Im Bereich der Infrastruktur-Sicherung wird die Nutzung von Microsoft Defender for Cloud zur Absicherung von Azure-Ressourcen hervorgehoben. Strategien umfassen hierbei die Schwachstellenbewertung, Identitätsschutz sowie Container- und Storage-Sicherheit unter Einbeziehung von Angriffspfadanalysen. Dies ist auch vor dem Hintergrund neuer Malware-Stämme wie Nova-Ransomware relevant, die versuchen, den Defender über spezifische Systembefehle zu deaktivieren.

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Zudem gab es Ende Juli 2026 Berichte über die ungefragte Installation der Anwendung „OneDrive Photos“ (Version 26.123.0628.0001) auf Windows-Rechnern, einschließlich verwalteter Firmen-PCs. Microsoft stellte klar, dass die Gesichtserkennung standardmäßig deaktiviert sei und biometrische Daten nach 30 Tagen gelöscht würden. Ab September 2026 soll eine separate Deinstallationsoption zur Verfügung stehen, die den eigentlichen Synchronisations-Client unberührt lässt.

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