DeepSeek und Huawei: Ascend 950DT soll Nvidia-Chips beim Training ersetzen
Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 23:42 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas chinesische KI-Unternehmen DeepSeek arbeitet künftig mit Huawei Technologies zusammen, um maßgeschneiderte Halbleiter für eigene Modelle zu entwickeln.
Wie Medienberichte vom 19. Oktober 2026 darlegen, zielt die Kooperation darauf ab, künftige Prozessor-Designs gemeinsam abzustimmen und die Abhängigkeit von Produkten des US-Konzerns Nvidia schrittweise zu verringern. Die Partnerschaft umfasst nach diesen Informationen sowohl die Hardware- als auch die Softwareebene.
Im Zentrum der gemeinsamen Entwicklungsarbeit stehen künftige Modelle der Ascend-Chipreihe von Huawei. DeepSeek plant demnach, den Prozessor Ascend 950DT nach Möglichkeit ab Ende 2026 für das Vortraining eigener Systeme einzusetzen.
Der Ascend 950DT soll im vierten Quartal 2026 auf den Markt kommen und mit Huaweis eigenem Speicher HiZQ 2.0 HBM ausgestattet sein, der eine Kapazität von 144 GB sowie eine Übertragungsrate von 4 TB/s bietet.
Sollte der Plan greifen, würde erstmals ein chinesisches Flaggschiffmodell auf heimischer Hardware anstelle von Nvidia-Chips trainiert. Dem Vernehmen nach nennen frühere Berichte in diesem Zusammenhang bereits eine Bestellung von 160.000 Chips für einen Standort mit einer Kapazität von 1 GW in Ulanqab.
Software-Ökosystem und technologische Roadmap
Neben der Halbleiterarchitektur stimmen beide Unternehmen auch ihre Softwareumgebungen aufeinander ab. Am 30. September 2026 veröffentlichte DeepSeek bereits Open-Source-Werkzeuge für Huaweis Ascend-Plattform, darunter eine auf die Hardware abgestimmte Version von TileLang.
Während technologische Kooperationen die KI-Entwicklung beschleunigen, setzt der Gesetzgeber mit dem EU AI Act weltweit neue Standards für den sicheren Einsatz dieser Systeme. Dieser kostenlose Leitfaden unterstützt Unternehmen dabei, die komplexen Dokumentationspflichten und Risikoklassen rechtssicher umzusetzen. Fristen und Pflichten der KI-Verordnung kompakt erklärt
DeepSeek und Huawei stellten die Programmiersprache TileLang als quelloffenen Code für die Community bereit. Sie soll die Entwicklung von KI-Anwendungen auf Ascend-Prozessoren vereinfachen und eine Alternative zu Nvidias etablierter Softwareplattform CUDA bieten.
Die Initiative fügt sich in die übergeordneten Bestrebungen Chinas ein, infolge der US-Exportkontrollen eine vollständig eigenständige Hard- und Softwareinfrastruktur für künstliche Intelligenz aufzubauen. Nach Unternehmensangaben von Huawei sieht der weitere Zeitplan für die Ascend-Reihe vor, den Ascend 960DT im ersten Quartal 2027 und den Ascend 960PR im dritten Quartal 2027 einzuführen.
Wer sich mit dem Einsatz moderner KI-Hardware befasst, muss auch die damit verbundenen regulatorischen Anforderungen im Blick behalten. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche Systeme konkret als Hochrisiko eingestuft werden und welche Maßnahmen jetzt für Unternehmen notwendig sind. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act sichern
Für 2028 ist der Ascend 970 avisiert, gefolgt vom Ascend 980 im Jahr 2029. Konkrete Leistungsgewinne durch die Zusammenarbeit mit DeepSeek wurden im Rahmen dieser Unternehmensangaben bislang nicht offiziell bestätigt.
Trotz der gemeinsamen Anstrengungen steht das Projekt vor Herausforderungen. Nvidia bleibt im globalen Markt dank seines CUDA-Ökosystems dominant. Zudem gelten die Halbleiterfertigung, die Verfügbarkeit von Hochleistungsspeichern sowie generelle Fertigungskapazitäten weiterhin als maßgebliche Hürden.
Marktbeobachter richten ihr Augenmerk daher auf mögliche Bestätigungen durch weitere Quellen, künftige Signale bezüglich der Abhängigkeit von Auftragsfertigern sowie auf denkbare zusätzliche Verschärfungen der US-Handelsbeschränkungen.
