DeepSeek V4 Pro: 46-mal günstiger als Claude, nur 5% Rückstand
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 04:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der KI-Spezialist DeepSeek hat am 13. August 2026 das offizielle V4-Pro-Modell (Build 0813) veröffentlicht. Die Markteinführung erfolgt unmittelbar nach der Erreichung der allgemeinen Verfügbarkeit am Vortag, die zunächst ohne förmliche Ankündigung eingeleitet worden war. Das neue Modell positioniert sich mit einer Architektur von 1,6 Billionen Gesamtparametern, von denen 49 Milliarden Parameter aktiv für Berechnungen genutzt werden, als leistungsstarke Lösung im Bereich der Large Language Models.
Disruptive Preisstruktur im Branchenvergleich
Die Preisgestaltung für die API-Schnittstelle zielt offenbar auf eine aggressive Marktdurchdringung ab. DeepSeek setzt den Preis für eine Million Input-Tokens auf 0,435 US-Dollar fest, während für den Output 0,87 US-Dollar berechnet werden. Die Kosten für Cache-Vorgänge belaufen sich auf 0,003625 US-Dollar pro Million Tokens. In der Landeswährung Yuan werden für eine Million Cache-Hit-Inputs ¥0,025, für Cache-Miss-Inputs ¥3 und für den Output ¥6 fällig.
Im direkten Vergleich zur Konkurrenz unterstreichen diese Zahlen den preispolitischen Kurs des Unternehmens. Während DeepSeek einen Blended-Preis von rund 0,65 US-Dollar aufruft, liegt dieser für das Modell Claude Fable 5 bei etwa 30 US-Dollar. Letzteres ist mit 10 US-Dollar für den Input und 50 US-Dollar für den Output pro Million Tokens etwa 46-mal teurer als das neue V4-Pro-Modell. Branchenberichte illustrieren die Differenz anhand einer Beispielrechnung: Jährliche Kosten von 500.000 US-Dollar bei der Nutzung von Claude-Modellen könnten sich bei einem Wechsel auf DeepSeek auf rund 11.000 US-Dollar reduzieren. Das Unternehmen gab jedoch bereits bekannt, die Preise in naher Zukunft deutlich erhöhen zu wollen.
Technische Spezifikationen und Hardware-Unterstützung
Das V4-Pro-Modell verfügt über ein Kontextfenster von einer Million Tokens und ermöglicht eine maximale Ausgabe von 384.000 Tokens pro Anfrage. Eine Unterstützung für Bildverarbeitungsfunktionen (Vision) ist in der aktuellen Version 0813 nicht implementiert. Die Concurrency-Limits liegen für die Pro-Version bei 500 gleichzeitigen Anfragen, während die Flash-Variante bis zu 2500 erlaubt.
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Hinsichtlich der Infrastruktur bietet DeepSeek ab dem ersten Tag Unterstützung für NVIDIA-Systeme der Serien GB200 und GB300 über CUDA mittels vLLM und SGLang. Ebenfalls unterstützt wird die Huawei-Plattform Ascend 950DT durch CANN. Für Anwender von AMD-Systemen des Typs MI355X wurde berichtet, dass nach einer anfänglichen Beschränkung auf das FP8-Format durch Optimierungen des SGLang-Teams eine massive Leistungssteigerung erzielt werden konnte.
Leistungsdaten und Wettbewerbsumfeld
In herstellereigenen Benchmarks erzielt das Modell hohe Werte. So wurden für SWE-bench Verified 80,6 Prozent, für GPQA Diamond 90,1 Prozent und für MMLU-Pro 87,5 Prozent ausgewiesen. Im Bereich der KI-Agenten erreichte V4 Pro in Terminal Bench 2.1 einen Wert von 87,9. Damit liegt DeepSeek in Schlagdistanz zu Claude Fable 5, das in neun Agent-Benchmarks einen durchschnittlichen Vorsprung von 5,3 Prozent hält, wobei DeepSeek zwei dieser Einzel-Benchmarks für sich entscheiden konnte.
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Am selben Tag der Veröffentlichung startete zudem Grok 4.6 mit Preisen von 2 US-Dollar für den Input und 6 US-Dollar für den Output. In spezifischen Tests wie dem Harvey LAB erreichte Grok 4,6 einen Wert von 15,8 Prozent und übertraf damit sowohl Claude Fable 5 als auch die Performance-Werte von DeepSeek.
Trotz der beachtlichen Kennzahlen weisen Marktbeobachter darauf hin, dass eine externe Verifikation der Benchmarks noch aussteht. Zudem gilt die Datensouveränität weiterhin als eine Hürde für die breite Einführung in sicherheitssensiblen Unternehmensbereichen. Im Juli 2026 belegte DeepSeek beim Token-Volumen bereits den zweiten Platz hinter Anthropic.
