Defender-Notfall: CISA zwingt Behörden bis 3. Juni zum Handeln
02.06.2026 - 06:30:22 | boerse-global.deJuni zum Handeln. Eine kritische Schwachstelle im Microsoft Defender wird bereits aktiv ausgenutzt – und könnte auch deutsche Unternehmen treffen.
„UnDefend" macht Virenschutz blind
Die Sicherheitslücke mit der Kennung CVE-2026-45498 trägt den internen Namen „UnDefend" – und der ist Programm. Angreifer nutzen den Fehler im Microsoft Defender Antimalware Platform, um die Sicherheitssoftware gezielt auszuschalten. Betroffen sind Versionen von 4.18.26030.3011 bis 4.18.26040.6.
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Der CVSS-Score von 7,5 stuft die Schwachstelle als hochriskant ein. Konkret blockiert der Exploit die wichtigen Definitions-Updates. Der Virenschutz wird praktisch blind: Neue Bedrohungssignaturen erreichen das System nicht mehr. Für Angreifer ein gefundenes Fressen – sie können Ransomware einschleusen oder Daten abziehen, ohne dass Defender Alarm schlägt.
Gefährliches Duo: Zwei Lücken im Verbund
Noch brisanter wird die Lage durch eine zweite Schwachstelle: CVE-2026-41091, genannt „RedSun" (CVSS 7,8). Während UnDefend die Updates lahmlegt, erlaubt RedSun die Ausweitung von Benutzerrechten auf SYSTEM-Ebene. Die Kombination ist tödlich: Angreifer übernehmen die vollständige Kontrolle, während der Schutzschild gefallen ist.
Microsoft hat am 21. Mai 2026 einen Patch veröffentlicht. Administratoren sollten sicherstellen, dass die Antimalware-Plattform mindestens Version 4.18.26040.7 und die Malware-Schutz-Engine Version 1.1.26040.8 erreicht haben.
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Zoff mit Sicherheitsforschern
Die Aufdeckung der Lücken hat für Zündstoff gesorgt. Ein Forscher mit dem Pseudonym Nightmare Eclipse veröffentlichte Proof-of-Concept-Exploits für insgesamt sechs Schwachstellen – darunter UnDefend, RedSun sowie die ungepatchten Lücken GreenPlasma und MiniPlasma.
Der Forscher wirft Microsoft vor, sein Konto im Security Response Center gelöscht und Bug-Bounty-Zahlungen einbehalten zu haben. Microsoft reagierte am 1. Juni 2026 mit einer Klarstellung: Man strebe keine rechtlichen Schritte an und räume eigene Fehler im Umgang mit der Forschungsgemeinschaft ein.
Weitere Gefahren am Horizont
Die Dringlichkeit der Defender-Patches zeigt sich im größeren Kontext. Ende Mai warnten belgische Behörden vor aktiven Angriffen auf eine separate Schwachstelle in Windows Netlogon (CVE-2026-41089). Bereits am 4. Juni laufen weitere Fristen für kritische Lücken in Trend Micro und Langflow-Produkten ab.
Nightmare Eclipse hat zudem für Mitte Juli neue Enthüllungen angekündigt – diesmal eine Secure-Boot-Lücke, die BitLocker-Verschlüsselung umgehen könnte. Organisationen sollten die aktuellen Defender-Updates priorisieren, bevor die CISA-Frist abläuft. Das Risiko von Ransomware-Angriffen ist schlicht zu hoch.
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