DeFi-Attacken: Moonwell verliert 8,7 Millionen durch Preismanipulation
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 01:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das dezentrale Lending-Protokoll Moonwell ist am 29. August 2026 Opfer eines gezielten Angriffs auf dem Base-Netzwerk geworden. Durch eine massive Kursmanipulation verzeichnete das Projekt einen Verlust von rund 8,7 Millionen US-Dollar. Dieser Vorfall reiht sich in eine Serie von Sicherheitsverletzungen ein, die am vergangenen Wochenende mehrere Akteure im Bereich der dezentralen Finanzen (DeFi) sowie Anbieter von Krypto-Infrastruktur trafen.
Manipulation des MAMO-Preises führt zu Millionenverlust
Bei dem Angriff auf Moonwell nutzten die Täter eine Schwachstelle in der Preisbewertung aus. Demnach wurde der Kurs des Tokens MAMO künstlich von 0,01 US-Dollar auf 0,43 US-Dollar hochgetrieben. Durch diesen manipulierten Wert war es dem Angreifer möglich, reale Vermögenswerte als Kredite aus dem Protokoll abzuziehen.
Für Moonwell stellt dies bereits den dritten schwerwiegenden Sicherheitsvorfall im laufenden Jahr 2026 dar. Bereits im Februar führte ein Fehler in einem Preis-Oracle zu uneinbringlichen Schulden in Höhe von 1,78 Millionen US-Dollar. Nur einen Monat später, im März, waren durch einen Angriff auf die Governance-Strukturen des Protokolls weitere 1,08 Millionen US-Dollar gefährdet.
Oracle-Dienst Switchboard unterbricht Betrieb auf Move-Netzwerken
Zeitgleich zu den Ereignissen bei Moonwell sah sich der Oracle-Anbieter Switchboard gezwungen, seine Dienste auf mehreren Netzwerken einzustellen. Betroffen waren die Move-basierten Plattformen Aptos, Sui, IOTA und Movement. Grund für den am 29. August 2026 eingeleiteten Stopp war der Verdacht auf eine potenzielle Kompromittierung der Systeme. Das Solana-Netzwerk sei von diesen Maßnahmen hingegen nicht betroffen gewesen.
Besonders drastische Auswirkungen zeigten sich im IOTA-Ökosystem. Dort gelang es einem Angreifer, den Preis-Feed auf 10 Millionen US-Dollar festzusetzen. Infolgedessen wurden 4,94 Millionen VUSD über das Virtue-CDP geprägt, während 45 Nutzer des Protokolls liquidiert wurden.
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In der Folge bestätigte auch die dezentrale Börse Full Sail auf dem Sui-Netzwerk den Verlust von Nutzergeldern, der auf die mutmaßliche Kompromittierung des Switchboard-Oracles zurückzuführen sei. Das Unternehmen reagierte mit einer Pausierung aller Ein- und Auszahlungen.
Schwachstellen in der Liquidationsbuchhaltung bei Ajna v2
Ein weiterer Vorfall betraf am 29. August 2026 das Protokoll Ajna v2. Über sieben verschiedene Ethereum-Pools hinweg wurden etwa 775.000 US-Dollar durch einen Exploit in der Liquidationsbuchhaltung entwendet. Das Besondere an diesem Fall ist, dass Ajna weder auf externe Oracles noch auf eine zentrale Governance setzt, was die direkte Unterbindung des Angriffs erschwerte.
Die höchsten Verluste innerhalb des Protokolls entfielen auf syrupUSDC mit 173.700 US-Dollar sowie wstETH mit 159.800 US-Dollar. Weitere Abflüsse betrafen rETH (143.000 US-Dollar), cbETH (136.900 US-Dollar) und WBTC (101.800 US-Dollar).
Infolge des Angriffs brach das verwaltete Vermögen (Total Value Locked, TVL) um 71,3 Prozent auf 246.880 US-Dollar ein. Obwohl Sicherheitsanalysten bereits eine Stunde vor der Eskalation warnten, blieb dieser Hinweis zunächst unbeachtet. Das Team forderte die Nutzer schließlich auf, verbliebene Gelder abzuziehen und Kredite zurückzuzahlen.
Warnungen vor KI-gestützten Phishing-Methoden
Flankierend zu den technischen Exploits auf Protokollebene warnte Jan Komarek, Sicherheitschef beim Hardware-Wallet-Anbieter Trezor, am 30. August 2026 vor neuen Bedrohungsszenarien.
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Demnach würden Angreifer im Rahmen der sogenannten Operation ASTERIX verstärkt künstliche Intelligenz einsetzen, um täuschend echte Kopien der Trezor-Apps zu erstellen. Ziel sei es, die Wiederherstellungsphrasen (Seeds) der Nutzer über Plattformen wie Telegram zu stehlen.
Zudem wurde eine Datenpanne beim Dienstleister ShipMonk bekannt, die insgesamt 13.689 Kunden betraf. Bei 11.742 dieser Nutzer kam es zu einer vollständigen Offenlegung ihrer Informationen, was die Gefahr für gezielte Phishing-Attacken im Krypto-Umfeld weiter erhöht.
