DeFi-Fintech, Operativer

DeFi-Fintech: Operativer Verlust verdoppelt sich auf 2,3 Mio. Euro

Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 13:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

DeFi Technologies verzeichnet im zweiten Quartal 2026 sinkende Erlöse und einen höheren operativen Verlust, stärkt jedoch die Bilanz durch Schuldentilgung und hohe Liquidität.

DeFi Technologies Q2: Umsatzrückgang, operative Verluste, starke Bilanz
Modernes, minimalistisches Sitzungszimmer mit unscharfem Geschäftsmann am Fenster. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der kanadische Fintech-Konzern DeFi Technologies hat seine Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt – mit gemischten Ergebnissen. Der Umsatz sank auf 7,8 Millionen Euro, ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Als Grund nennt das Unternehmen das schwierige Marktumfeld für digitale Vermögenswerte. Für Anleger in Europa ist die Entwicklung relevant, da das Unternehmen über seine Tochter Valour auch börsengehandelte Produkte für Krypto-Assets im EU-Raum anbietet.

Quartalszahlen unter Druck

Im zweiten Quartal 2026 verzeichnete DeFi Technologies einen operativen Verlust von 2,3 Millionen Euro – im Vorjahresquartal lag dieser noch bei 0,9 Millionen Euro. Das Kerngeschäft, gemessen am operativen Kernumsatz ohne realisierte und unrealisierte Gewinne aus Bewertungsänderungen, erzielte 5,5 Millionen Euro. Im Frühjahr 2025 waren es noch 6,7 Millionen Euro.

Positiv entwickelt haben sich die Gesamtkosten: Sie sanken auf 10,1 Millionen Euro, nach 14 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Haupttreiber war laut Finanzberichten ein Rückgang der aktienbasierten Vergütungen – teilweise kompensiert durch höhere Verwaltungs- und Betriebskosten. Analysten wiesen zudem auf einen Verlust von 0,03 Euro pro Aktie hin, während die Markterwartungen bei 0,01 Euro Verlust gelegen hatten.

Valour und Stillman Digital: Licht und Schatten

Die Vermögensverwaltungstochter Valour musste einen deutlichen Rückgang beim verwalteten Vermögen hinnehmen: Im Schnitt betreute sie im zweiten Quartal 471,5 Millionen Euro – im Vorjahreszeitraum waren es noch 760,2 Millionen Euro. Trotz des Rückgangs verzeichnete Valour Nettozuflüsse von 22,8 Millionen Euro in ihre börsengehandelten Produkte. Managementgebühren, Staking- und Krediteinnahmen summierten sich auf 3,0 Millionen Euro.

Die Handelstochter Stillman Digital entwickelte sich dagegen erfreulich: Sie steuerte 2,5 Millionen Euro an Handelsprovisionen bei, nach 1,9 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Analysten sehen das Institut trotz der Marktvolatilität auf Kurs zu einem Rekordjahr.

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Solide Bilanz trotz Marktturbulenzen

Die Liquiditätslage des Konzerns präsentiert sich zum 30. Juni 2026 gestärkt: 70,7 Millionen Euro in bar und Stablecoins (USDT/USDC), dazu digitale Vermögenswerte im Wert von 30 Millionen Euro sowie ein Venture- und Privatportfolio von 15,1 Millionen Euro. Inklusive der STRC/RWUSD-Bestände von 19,1 Millionen Euro erreicht der kombinierte Wert von Treasury und Venture-Portfolio rund 135 Millionen Euro.

Bemerkenswert: Das Unternehmen tilgte seine ausstehenden Kredite vollständig, die Ende 2025 noch bei 2,6 Millionen Euro gelegen hatten. Die Gesamtverbindlichkeiten sanken von 675,0 Millionen Euro auf 430,6 Millionen Euro – maßgeblich bedingt durch geringere Verbindlichkeiten gegenüber ETP-Inhabern.

Strategische Ausrichtung und Ausblick

CEO Johan Wattenström bezeichnete das Quartal als Phase der Widerstandsfähigkeit in einem schwierigen Marktumfeld. Das Unternehmen investiere aktiv in Wachstumsinitiativen, darunter eine UCITS-Plattform und eine neue Hedgefonds-Strategie. Die langfristige Finanzierung bleibt allerdings abhängig von stabilen Krypto-Kursen, da die Einnahmen eng mit dem verwalteten Vermögen korrelieren.

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Bereits im Frühjahr hatten die Analysten von H.C. Wainwright ihr Kursziel gesenkt, um die niedrigeren Vermögenswerte in der Branche zu berücksichtigen – die Einstufung blieb jedoch positiv. DeFi Technologies setzt weiterhin auf institutionelle Expansion und die Integration von Zero-Knowledge-Proof-Technologien zur Verbesserung der Handelskapazitäten.

Am heutigen Freitag informiert das Unternehmen Aktionäre in einem Webcast über die Ergebnisse und den Fortschritt der strategischen Infrastrukturprojekte.

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