Delta-Flug, DL-591

Delta-Flug DL-591: Hacker erbeuten Zugangsdaten über gefälschtes WLAN

Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 18:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Passagiere erbeuten an Bord von Delta-Flug DL-591 Zugangsdaten über ein Fake-WLAN. Die Maschine verspätete sich um fast 18 Stunden, Ermittlungen laufen.

Delta-Flug DL-591: Cyberangriff an Bord deckt Sicherheitslücken im WLAN auf
Passagier hält ein Smartphone in einer Flugzeugkabine, während das Bord-WLAN-System im Hintergrund aktiv ist. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Nach dem Abschluss der IT-Sicherheitskonferenz DEF CON 34 in Las Vegas kam es auf einem Linienflug der US-Fluggesellschaft Delta Air Lines zu einem schwerwiegenden Cybersicherheits-Vorfall. Passagiere auf dem Flug DL-591 von Las Vegas nach Atlanta erstellten ein gefälschtes Wi-Fi-Netzwerk, um Zugangsdaten anderer Mitreisender zu entwenden. Der Vorfall führte zu massiven Verzögerungen und löste Ermittlungen durch Bundesbehörden aus.

Manipulation der WLAN-Infrastruktur an Bord

Während des Fluges identifizierte die Besatzung Unregelmäßigkeiten in der Netzwerkumgebung der Maschine. Mehrere Personen an Bord hatten mithilfe spezialisierter Hardware, sogenannter Wi-Fi-Pineapple-Geräte, ein gefälschtes Drahtlosnetzwerk unter der Bezeichnung „Delta WiFi Fast“ initiiert. Dabei kam die sogenannte „Evil Twin“-Methode zum Einsatz, bei der ein legitimer Hotspot imitiert wird, um Nutzer zur Verbindung mit dem manipulierten Netzwerk zu verleiten.

Sobald sich Passagiere mit dem gefälschten Zugangspunkt verbanden, wurde ihnen eine präparierte Phishing-Seite angezeigt. Diese forderte die Eingabe von Google-Zugangsdaten an. Ziel des Angriffs war die systematische Ernte sensibler Benutzerinformationen. Die Flugzeugbesatzung meldete den Vorfall über das ACARS-Kommunikationssystem (Aircraft Communications Addressing and Reporting System) zunächst als eine Form von Funkstörung („Jamming“).

Reaktion der Crew und betriebliche Auswirkungen

Als Reaktion auf die Entdeckung der Manipulation schaltete das Bordpersonal das legitime WLAN-System für etwa 30 Minuten vollständig ab, um die Angriffsfläche zu minimieren. Ein Sprecher von Delta Air Lines betonte im Nachgang, dass die Flugsicherheit zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt gewesen sei. Kritische Flugsysteme seien von dem Vorfall nicht betroffen gewesen, da diese physisch und logisch vom Passagier-Netzwerk getrennt sind.

Dennoch hatte das Ereignis erhebliche Auswirkungen auf den Flugplan. Die Maschine mit der Flugnummer DL-591 landete schließlich um 15:05 Uhr Ortszeit (ET) in Atlanta – mit einer Verspätung von insgesamt 17 Stunden und 42 Minuten. Unmittelbar nach der Landung wurde das Flugzeug von Vertretern der Strafverfolgungsbehörden betreten. Ob es bereits zu Festnahmen kam, wurde bislang nicht offiziell bestätigt.

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Ermittlungen und rechtliche Einordnung

Delta Air Lines arbeitet bei der Aufarbeitung des Vorfalls eng mit Bundesbehörden zusammen. Die Untersuchungen konzentrieren sich auf mögliche Verstöße gegen das US-Gesetz über Computerbetrug und -missbrauch (CFAA) sowie gegen die Richtlinien der Fernmeldebehörde FCC. Neben dem Vorwurf des Phishings steht auch die unbefugte Nutzung von Frequenzen im Raum.

Sicherheitsexperten weisen darauf hin, dass der Angriff stark an ähnliche Vorfälle erinnert, die in der Vergangenheit bei der Fluggesellschaft Qantas beobachtet wurden. Reisende werden gewarnt, dass die Verbindung mit vermeintlich offiziellen Bordnetzwerken ohne Verifizierung ein hohes Risiko für Datenverlust birgt.

Breiterer Kontext der Cybersicherheit

Der Vorfall ereignete sich in zeitlichem Zusammenhang mit der Fachkonferenz DEF CON 34. Dort wurden auch in anderen Bereichen kritische Sicherheitsaspekte diskutiert. So veröffentlichte der Sicherheitsforscher HD Moore von runZero während der Veranstaltung eine Analyse zu 123 bestätigten Schwachstellen in Management-Controllern (BMCs/IPMI), die unter anderem Hardware von HPE, Dell und Supermicro betreffen.

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Laut diesen Untersuchungen sind weltweit rund 51.000 solcher Geräte direkt über das Internet erreichbar, wobei bei etwa 23.000 bis 25.000 Einheiten die Passwort-Hashes für Angreifer auslesbar seien. Auch wenn kein direkter technischer Zusammenhang zwischen diesen Server-Schwachstellen und dem WLAN-Vorfall bei Delta besteht, unterstreichen beide Ereignisse die anhaltenden Herausforderungen für die IT-Sicherheit in sensiblen Infrastrukturen.

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