Demenz, FĂ€lle

Demenz: 36 Prozent der FÀlle sind durch ErnÀhrung vermeidbar

17.06.2026 - 10:03:14 | boerse-global.de

Aktuelle Forschung zeigt: Vitamin C, FlĂŒssigkeitszufuhr und MIND-DiĂ€t können das Demenzrisiko senken. Glucosamin könnte Risiko erhöhen.

Demenz-PrÀvention: Neue Studien zu ErnÀhrung und Risikofaktoren
Demenz - Eine Hand greift nach einer Orange neben einem Glas Wasser, im Hintergrund verschwommenes Forschungsequipment. 17.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

SchĂ€tzungen zufolge lassen sich 36 Prozent der Erkrankungen auf beeinflussbare Faktoren zurĂŒckfĂŒhren. Bei aktuell 1,8 Millionen Betroffenen – und einer Prognose von 2,7 Millionen bis 2050 – rĂŒckt die PrĂ€vention in den Fokus.

Vitamin C und ausreichend Trinken schĂŒtzen das Gehirn

Die japanische UniversitĂ€t Hirosaki veröffentlichte Mitte Juni eine Studie in PLOS ONE. Über 2.000 Ă€ltere Probanden zeigten: Höhere Vitamin-C-Werte im Blutplasma hĂ€ngen mit mehr grauer Substanz und besserer Vernetzung im Default Mode Network zusammen. Ein kausaler Beweis fehlt zwar, doch die kognitiven Testergebnisse fielen bei höheren Werten leicht besser aus.

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Parallel dazu untersuchte eine sĂŒdkoreanische Kohortenstudie mit 287 Teilnehmern die FlĂŒssigkeitszufuhr. Wer tĂ€glich weniger als 1,2 Liter trank, zeigte schneller Amyloid-Ablagerungen im Gehirn und GefĂ€ĂŸschĂ€den. Besonders betroffen: Menschen ohne genetisches Risiko (Apolipoprotein E4). Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung empfiehlt daher mindestens 1,5 Liter Wasser oder ungesĂŒĂŸten Tee pro Tag.

Hochverarbeitete Lebensmittel und Glucosamin als Risiko

Die Kehrseite der modernen ErnÀhrung zeigt sich ebenfalls. Studien vom Juni 2026 belegen: Hoher Konsum von hochverarbeiteten Lebensmitteln erhöht das Demenzrisiko um bis zu 58 Prozent. Die MIND-DiÀt könnte hier gegensteuern. Die Stiftung Warentest fand zudem im Mai 2026 in vielen Reisprodukten Belastungen mit Arsen und Kadmium.

Besondere Aufmerksamkeit erregte eine Studie von UF Health, erschienen am 13. Juni in Nature Metabolism. Die Auswertung von Gesundheitsakten (2012 bis 2024) deutet darauf hin: Das Gelenk-PrĂ€parat Glucosamin könnte bei Menschen mit leichten kognitiven BeeintrĂ€chtigungen das Alzheimer-Risiko um 25 Prozent steigern. Bei bereits Erkrankten stieg das Sterberisiko ebenfalls um 25 Prozent. Im Mausmodell fĂŒhrte die Dosis zu mehr Zuckerstrukturen im Gehirn und schlechteren GedĂ€chtnisleistungen – allerdings nur bei kranken Tieren. Die Forscher betonen: Doppelblinde Studien mĂŒssen die KausalitĂ€t erst bestĂ€tigen.

Risikofaktoren zeigen sich schon bei jungen Erwachsenen

Die UniversitĂ€t Leipzig analysierte Daten von knapp 150.000 Teilnehmern der NAKO-Gesundheitsstudie. Veröffentlicht im Mai 2026 in Alzheimer's & Dementia: Bereits 20- bis 39-JĂ€hrige mit erhöhtem Demenzrisiko (gemessen am LIBRA-Score) zeigen verminderte geistige LeistungsfĂ€higkeit. Bei JĂŒngeren dominieren Rauchen, Bewegungsmangel und Depressionen, bei Älteren Bluthochdruck, erhöhtes Cholesterin und koronare Herzkrankheiten.

Eine Analyse im Journal of the American Heart Association (10. Juni 2026) zeigt zudem: Zu niedriger Blutdruck kann das Alzheimer-Risiko bei weißer Bevölkerung um das Zwei- bis Dreifache steigern. Bei schwarzen oder hispanischen Probanden bleibt Bluthochdruck der dominierende Risikofaktor.

Eine US-Studie (JAMA) mit ĂŒber 130.000 Teilnehmern lieferte positive Nachrichten fĂŒr Kaffeetrinker: Zwei bis drei Tassen koffeinhaltiger Kaffee oder ein bis zwei Tassen Tee pro Tag waren mit geringerem Demenzrisiko verbunden. Eine australische Untersuchung zeigte zudem: Wer tierisches Fleisch durch pflanzliche Proteine ersetzt, verbessert sein biologisches Alter.

Fortschritte bei Diagnostik und Therapie

Die ErnĂ€hrungsforschung wird flankiert von neuen diagnostischen Möglichkeiten. Ein von der FDA zugelassener Bluttest (pTau217) erkennt Alzheimer Jahre vor herkömmlichen PET-Scans. In der klinischen Erprobung befinden sich aktuell 158 Wirkstoffe. FĂŒr den deutschen Markt relevant: Das Medikament Donanemab soll ab dem 1. Juli 2026 vergĂŒtet werden.

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