Demenz, FĂ€lle

Demenz: 45% aller FÀlle durch PrÀvention vermeidbar

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 18:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Organisationen informieren ĂŒber SuizidprĂ€vention, Krisenberatung und Demenzhilfe. Neue Projekte sollen Betroffene und Angehörige besser erreichen.

Psychische Krisen und Demenz: Neue Hilfen im Überblick
Ein minimalistischer, lichtdurchfluteter Raum mit sanften Schatten, der eine AtmosphÀre der Ruhe und Reflexion ausstrahlt. Illustration mit AI erstellt.

Verschiedene Initiativen informieren ĂŒber Hilfsangebote bei psychischen Krisen und den Umgang mit schweren Diagnosen wie Demenz, um Betroffene besser zu unterstĂŒtzen. AnlĂ€sslich internationaler Aktionstage im September stellen Organisationen und Fachstellen im deutschsprachigen Raum Beratungsangebote vor, weisen auf Risikofaktoren hin und etablieren neue Projekte zur SuizidprĂ€vention und Krisenintervention.

EuropÀische Datenlage und nationale Strategien zur SuizidprÀvention

Laut der Statistikbehörde Eurostat starben im Jahr 2023 mehr als 48.000 Menschen in der EuropÀischen Union durch Suizid. Die Quote belief sich auf 10,4 FÀlle je 100.000 Einwohner, nach 10,6 im Jahr 2022 und 12,2 im Jahr 2013. Die höchsten Raten verzeichneten Litauen mit 18,8, Slowenien mit 16,4 und Ungarn mit 16,1. Die niedrigsten Werte wiesen Zypern mit 3,5, Griechenland mit 4,3 und Malta mit 5,5 FÀllen je 100.000 Einwohner auf.

MÀnner machten mit einer Rate von 16,9 rund 76,4 Prozent aller Suizidtoten aus, wÀhrend die Rate bei Frauen bei 5,0 lag. In der Altersgruppe ab 65 Jahren lag die Suizidrate bei 17,3, bei Kindern unter 15 Jahren bei 0,2.

In der Schweiz fordern Suizide rund 1.000 Menschenleben pro Jahr, was viermal mehr ist als im Straßenverkehr. Zudem verbleiben ĂŒber 50 Prozent der Betroffenen nach einem Suizidversuch ohne professionelle Betreuung.

Der Bund und die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz wollen die Suizidrate im Rahmen eines Nationalen Aktionsplans bis 2030 um 25 Prozent senken. Als Maßnahme dient unter anderem die Toolbox «SuiT», die die App SERO und das Kurztherapieprogramm ASSIP umfasst.

Niederschwellige Projekte und kommunale Beratungsangebote

Um Hemmschwellen abzubauen, entstehen vermehrt leicht zugÀngliche Angebote. In Basel haben die UniversitÀren Psychiatrischen Kliniken (UPK Basel), die Psychiatriekommission, die FHNW und das Gesundheitsdepartement das auf zwei Jahre ausgelegte Pilotprojekt «Ansprechbar» eingerichtet.

Im CafĂ© FinkmĂŒller in der Markthalle stehen geschulte Gleichaltrige dreimal pro Woche Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 25 Jahren anonym und ohne Voranmeldung fĂŒr GesprĂ€che zur VerfĂŒgung. Diese sogenannten Listeners durchlaufen eine zweitĂ€gige Schulung; zudem ist stets eine Fachkraft anwesend. Dem Projekt liegt die Beobachtung zugrunde, dass sich fast jeder Dritte in der Schweiz oft einsam fĂŒhlt.

In WĂŒrzburg veranstalteten die Fachstelle Suizidberatung, die Telefonseelsorge, der GesprĂ€chsladen, der Sozialpsychiatrische Dienst des Evangelischen Beratungsdienstes (ESW) und die Selbsthilfegruppe Agus einen Aktionstag zum Welttag der SuizidprĂ€vention.

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Unter dem Leitgedanken «FĂŒreinander Halt sein» boten die Veranstalter InformationsstĂ€nde in der StadtbĂŒcherei, ein spirituelles Angebot in der Augustinerkirche sowie ein Konzert mit Ann-Kristin Lauber-Neu an.

Im betrieblichen Umfeld erprobt die Stadt ZĂŒrich Maßnahmen: Nach einem mit der ZĂŒrcher Hochschule fĂŒr Angewandte Wissenschaften (ZHAW) initiierten Pilotprojekt, das bis Ende 2027 lĂ€uft, soll ab dem 1. Januar 2028 eine dauerhafte psychologische Mitarbeitendenberatung starten.

Zwischen 2023 und 2025 verzeichnete das Programm 737 Anmeldungen ĂŒber alle stĂ€dtischen Departemente hinweg, wobei bis zu drei Sitzungen kostenfrei sind. Über das beantragte Jahresbudget von 250.000 Franken berĂ€t der Gemeinderat.

Demenzerkrankungen: Risikofaktoren und UnterstĂŒtzung fĂŒr Angehörige

Neben akuten seelischen Krisen verlangt auch der Umgang mit fortschreitenden neurodegenerativen Erkrankungen UnterstĂŒtzungssysteme. Nach Zahlen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft leben in Deutschland rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz, davon 1,7 Millionen ab einem Alter von 65 Jahren.

Bis zum Jahr 2050 wird ein Anstieg auf 2,3 bis 2,7 Millionen Betroffene erwartet. JĂ€hrlich treten in der Altersgruppe ab 65 Jahren zwischen 364.000 und 445.000 Neuerkrankungen auf. FĂŒr Ratsuchende bieten Institutionen wie das Alzheimer-Telefon (030-259 37 95 14) und die Pflegeberatung compass (0800 101 88 00) gebĂŒhrenfreie Hilfestellung.

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Einen engen Zusammenhang zwischen psychischer Verfassung und kognitiver Degeneration verdeutlichte der Bericht der Lancet Commission von 2024: Depressionen und soziale Isolation gehören zu den 14 modifizierbaren Risikofaktoren fĂŒr Demenz.

Laut den Forschern ließen sich theoretisch rund 45 Prozent aller FĂ€lle weltweit verzögern oder verhindern. Vor diesem Hintergrund veröffentlicht die Alzheimer Forschung Initiative (AFI) zum Welt-Alzheimertag am 21. September Informationsmaterialien zu PrĂ€ventionsmöglichkeiten.

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