Demenz-PrÀvention: 45 Prozent der FÀlle lassen sich vermeiden
Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 14:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die WHO aktualisiert ihre Leitlinie zur Demenz-PrĂ€vention. Bis zu 45 Prozent der weltweiten FĂ€lle lieĂen sich durch LebensstilĂ€nderungen vermeiden oder hinauszögern.
Rund 57 Millionen Menschen leben weltweit mit Demenz, jÀhrlich kommen etwa 10 Millionen Neuerkrankungen hinzu. Die Kosten belaufen sich auf geschÀtzte 1,3 Billionen US-Dollar. Umso wichtiger werden Strategien zur Vorbeugung.
Lebensstil als SchlĂŒssel: Was die WHO empfiehlt
Die Ende Juli aktualisierte WHO-Leitlinie stĂŒtzt sich unter anderem auf Erkenntnisse der Lancet Commission aus dem Jahr 2024. Als zentrale Schutzfaktoren gelten körperliche AktivitĂ€t, Rauchverzicht, reduzierter Alkoholkonsum und ausgewogene ErnĂ€hrung.
Erstmals offiziell als relevanter Risikofaktor aufgenommen: Luftverschmutzung. Auch die Behandlung von Bluthochdruck, Diabetes und Hörverlust spielt eine wichtige Rolle.
Von VitaminprĂ€paraten, Statinen oder Hormonen zur reinen DemenzprĂ€vention rĂ€t die WHO ab â sofern kein klinisch diagnostizierter Mangel vorliegt. Und klassisches Gehirntraining? DafĂŒr gebe es bislang nur begrenzte Belege.
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Zucker, Flavonoide und Bewegung: Was Studien zeigen
Eine im Fachjournal Neurology veröffentlichte Beobachtungsstudie untersuchte die Zuckerrationierung in GroĂbritannien nach dem Zweiten Weltkrieg. Ergebnis: Eine geringe Zuckeraufnahme in den ersten zwei Lebensjahren könnte das spĂ€tere Demenzrisiko um ĂŒber 20 Prozent senken und den Ausbruch um mehr als zweieinhalb Jahre verzögern.
Auch Flavonoide aus Beeren, Ăpfeln und Tee zeigen positive Effekte. Eine Analyse aus dem Jahr 2025 fand Hinweise, dass eine höhere Aufnahme das Risiko fĂŒr körperliche BeeintrĂ€chtigungen und schlechte psychische Gesundheit senkt.
Bei der Bewegung kommt es auf die Dosis an. Eine Harvard-Studie in Nature Medicine zeigte: Bereits 3.000 bis 5.000 Schritte tÀglich verlangsamen den kognitiven Verfall bei gefÀhrdeten Personen um etwa drei Jahre. Bei bis zu 7.500 Schritten waren es bis zu sieben Jahre.
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Bauchfett, finanzieller Stress und das Gehirn
Forscher der University of Queensland wiesen zudem darauf hin, dass körperliche Gebrechlichkeit eine Demenzdiagnose um zwei bis sechs Jahre vorverlegen kann. Eine Studie zu Adipositas fand: Bereits 100 Gramm zusĂ€tzliches viszerales Bauchfett erhöhen das biologische Alter des Gehirns â bei Frauen um 0,32 Jahre, bei MĂ€nnern um 0,16 Jahre.
Auch finanzielle Belastungen wirken sich aus. Eine Studie des University College London zeigte: Langfristige wirtschaftliche Schwierigkeiten korrelieren mit geringerer kognitiver Leistung im Alter von 53 Jahren und messbarer Schrumpfung des Gehirnvolumens zwischen 69 und 71 Jahren. Besonders betroffen: TrÀger des APOE-?4-Gens und Menschen mit benachteiligter Kindheit.
Medikamente: RĂŒckschlĂ€ge und HoffnungstrĂ€ger
Eine Heilung bestehender Demenz bleibt weiterhin schwierig. Die PROSPECT-ALZ-Studie in JAMA untersuchte den OGA-Hemmer Ceperognastat â trotz positiver Biomarker-VerĂ€nderungen zeigte sich kein klinischer Nutzen.
Im Fokus stehen nun Antikörper wie Lecanemab und Donanemab. Der NHS verhandelt ĂŒber Kostenerstattung, die jĂ€hrlichen Therapiekosten pro Patient werden auf etwa 20.000 Pfund geschĂ€tzt. Lecanemab verlangsamt den kognitiven Abbau einer Studie zufolge um 27 Prozent. KĂŒnftige AnsĂ€tze dĂŒrften auf Kombinationen verschiedener Wirkstoffe und sehr frĂŒhen Behandlungsbeginn setzen.
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