Demenz-Prävention, WHO

Demenz-Prävention: WHO belegt – 45% der Fälle sind vermeidbar

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 12:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Studien belegen: Bewegung und bestimmte Darmbakterien senken das Demenzrisiko. Die WHO aktualisiert ihre Präventionsrichtlinien.

Bewegung und Ernährung: Neue Wege zur Demenz-Prävention
Eine ältere Person geht zügig in einem Park, Sonnenlicht fällt durch die Bäume. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Forscher des Albert Einstein College belegen: „Super Movers“ über 80 Jahre haben ein 50 Prozent geringeres Risiko für kognitive Einschränkungen. Der Grund liegt im Hippocampus – jener Hirnregion, die für das Gedächtnis zuständig ist. Bleibt sie durch Bewegung aktiv, schützt das vor Demenz.

Was Sardinien uns ĂĽber geistige Fitness lehrt

Die Universität Cagliari untersuchte 125 Bewohner sardischer „Blue Zones“ zwischen 71 und 101 Jahren. Das Ergebnis: Persönlichkeitsmerkmale wie Gewissenhaftigkeit und Offenheit fördern Lebenszufriedenheit und geistige Aktivität. Die Probanden kamen auf durchschnittlich 11,3 Stunden geistiger Stimulation pro Woche. Ein weiterer Befund: Bei Hundertjährigen fand sich eine 4,7-fach höhere Konzentration des Bakteriums Akkermansia muciniphila im Darm.

WHO aktualisiert Demenz-Prävention

Die Weltgesundheitsorganisation hat ihre Empfehlungen Mitte Juli angepasst. Demnach sind bis zu 45 Prozent der weltweiten Demenzfälle durch Lebensstiländerungen vermeidbar. Bei 57 Millionen Betroffenen und zehn Millionen Neudiagnosen jährlich ist das ein zentraler Hebel. Die globalen Kosten: 1134 Milliarden Euro pro Jahr.

Anzeige

Regelmäßige Bewegung ist ein Schlüssel zur geistigen Gesundheit, doch viele wissen nicht, wie sie effektiv gegen altersbedingten Muskelabbau und kognitiven Verfall vorgehen können. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen 6 einfache Kraftübungen für zuhause, mit denen Sie aktiv vorsorgen können. Kostenlosen PDF-Ratgeber für Heimtraining sichern

Die neuen Richtlinien betonen verstärkt Umwelt- und soziale Faktoren. Neu sind Empfehlungen zu Hörgeräten bei Hörverlust, zur Reduzierung von Luftverschmutzung und zur Förderung sozialer Teilhabe. Von Nahrungsergänzungsmitteln wie Vitamin B, E oder Omega-3 rät die WHO zur Demenzprävention ab – es sei denn, ein Mangel ist medizinisch nachgewiesen.

Wie viel Bewegung das Gehirn braucht

Eine australische Studie in Science Advances identifizierte das Enzym NOX4 als Schlüssel für die Muskelreparatur. Regelmäßiges Training normalisiert dessen Spiegel. Forschung aus Boston zeigt: Bereits 3000 Schritte täglich bremsen Tau-Protein-Ablagerungen im Gehirn. Bei 5000 bis 7500 Schritten verstärkt sich der Effekt.

Anzeige

Neben der körperlichen Aktivität spielt das gezielte Training der grauen Zellen eine entscheidende Rolle für die geistige Leistungsfähigkeit bis ins hohe Alter. Entdecken Sie 11 praktische Alltagsübungen, die Ihr Gehirn fit halten und Demenz effektiv vorbeugen. Hier kostenlosen Gehirntraining-Ratgeber herunterladen

Für Menschen ab 80 Jahren empfehlen Fachleute ein Gehtempo von etwa 5 km/h bei 30 Minuten täglich. Krafttraining ist ebenfalls entscheidend: Laut British Journal of Sports Medicine senken zwei Einheiten pro Woche (90 bis 120 Minuten) das Risiko für neurologisch bedingte Todesursachen um 27 Prozent. Aerobes Training kann die kognitive Leistung um bis zu 30 Prozent steigern.

Bluttest erkennt Alzheimer frĂĽhzeitig

Seit Mai bis Juli 2026 ist der Bluttest auf den Biomarker p-tau217 in der EU zugelassen. Mit über 90 Prozent Genauigkeit und Kosten zwischen 100 und 150 Euro ermöglicht er eine kosteneffiziente Früherkennung.

Auch etablierte Diabetes-Medikamente zeigen überraschende Effekte. SGLT2-Inhibitoren senkten in einer Analyse mit 112.000 Teilnehmern das Alzheimer-Risiko um 43 Prozent, GLP-1-Agonisten um 33 Prozent. Die kognitive Reserve lässt sich zudem durch Brettspiele, Lesen oder Geschichtenerzählen stärken. Die Universität Leipzig warnt jedoch: Risikofaktoren wie Rauchen und Bewegungsmangel beeinträchtigen die kognitive Leistung bereits bei 20- bis 39-Jährigen.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69786848 |