Demenz-Prävention: WHO belegt 45% Risikoreduktion durch Lebensstil
Veröffentlicht am: 16.07.2026 um 21:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im Fokus stehen Modelle, die über die reine Behandlung hinausgehen und Prävention sowie Salutogenese – die Lehre von der Entstehung von Gesundheit – in den Klinikalltag integrieren. Fachgesellschaften wie die Deutsche Ärztegesellschaft für Akupunktur (DÄGfA) treiben diesen Diskurs mit Symposien und neuen Leitlinien voran.
Experten diskutieren in Berlin
Am 6. Juni 2026 trafen sich Fachleute in Berlin zum Symposium „Konzepte von Gesundheit und Krankheit“. Die Beiträge beleuchteten verschiedene Aspekte der integrativen Versorgung. Im Mittelpunkt standen die Regulation des vegetativen Nervensystems und die Rolle der Verhaltensänderung.
Dr. Claus Derra erläuterte die Bedeutung der VNS-Balance. PD Dr. Barbara Stöckigt gab Einblicke in die Mind-Body-Medizin. Dr. Miriam Ortiz hob die Relevanz der Salutogenese für die moderne Patientenversorgung hervor. Neben theoretischen Modellen gab es auch praktische Anwendungen: Dr. Sarah Eisenhardt stellte die chinesische Diätetik vor, Dr. Petra Wüller zeigte Qi-Gong-Übungen. Dr. Anna Mietzner sprach über Selbstmassagen, Diplom-Psychologin Christel von Scheidt über Verhaltensänderung.
75 Jahre DÄGfA: Rückblick und Ausblick
Die Diskussionen fallen in ein besonderes Jahr. Mitte Mai 2026 feierte die DÄGfA ihr 75-jähriges Bestehen auf Kloster Banz. Die Tagung stand unter dem Motto „Wissenschaft. Ethik. Klinik. – Integrative Medizin im Wandel“. Die Gesellschaft zog Bilanz über die Entwicklung der Akupunktur und Traditionellen Chinesischen Medizin in Deutschland.
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Ein Jubiläumsfilm dokumentiert die Ausrichtung der Fachgesellschaft. Sie setzt verstärkt auf die Verbindung von klinischer Evidenz und ethischen Fragestellungen. Im Rahmen der Feierlichkeiten ehrte die DÄGfA verdiente Mitglieder, darunter Britta Wuttke.
WHO und Bundesregierung ziehen mit
Die Bestrebungen der integrativen Medizin treffen auf offene Türen. Mitte Juli 2026 aktualisierte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ihre Leitlinien zur Demenz-Prävention. Demnach lassen sich bis zu 45 Prozent des Risikos durch den Lebensstil beeinflussen – durch Bewegung, Ernährung und soziale Interaktion.
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Auch das Bundesgesundheitsministerium unter Nina Warken plant eine Präventionsoffensive. Verpflichtende Einladungen zu Vorsorgeuntersuchungen wie der U10 für Grundschüler oder dem Check-up 60 plus sollen Krankheiten früher erkennen oder vermeiden. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) hat ihre Empfehlungen erweitert. Sie rät zu gezielter Bewegungstherapie bei Herz-Kreislauf-Risiken und mahnt zur Zurückhaltung bei unnötiger Wiederholungsdiagnostik.
Der Trend ist klar: Die klassische Medizin spezialisiert sich immer weiter. Doch gleichzeitig gewinnen fachübergreifende Konzepte an Bedeutung – Ansätze, die den Patienten in seinem gesamten Lebenskontext betrachten.
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