Demenz-Schutz: DASH-Diät reduziert kognitiven Abbau um 41%
30.05.2026 - 11:48:15 | boerse-global.deAktuelle Forschungsergebnisse aus dem Mai 2026 deuten darauf hin, dass bestimmte pflanzliche Getränke und Ernährungsweisen einen messbaren Schutz bieten könnten. Experten sehen darin vielversprechende, leicht zugängliche Werkzeuge für die Gesundheit des Gehirns.
Kamille, Hagebutte und Pfefferminze: Drei Tees mit besonderen Eigenschaften
Fachleute haben die Wirkung von drei spezifischen Kräutertees auf die Gehirnfunktion untersucht. Kamille etwa punktet mit einem hohen Anteil an Antioxidantien, die nach Einschätzung von Forschern die Gedächtnisleistung stärken können. Die Hagebutte wiederum schützt offenbar die Nervenzellen vor Entzündungen – einem bekannten Treiber für kognitive Einbußen. Und Pfefferminztee? Laborbeobachtungen legen nahe, dass er die Bildung von Amyloid-Fasern beeinflussen kann, jener Eiweißablagerungen, die als Kennzeichen der Alzheimer-Erkrankung gelten.
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Koffein und Polyphenole: Die Wirkung von Kaffee und Tee
Die schützende Wirkung beschränkt sich nicht auf Kräutertees. Eine Langzeitstudie mit 11.000 Demenzfällen, die über 40 Jahre lief, zeigt: Wer täglich ein bis zwei Tassen Tee trinkt, senkt sein Demenzrisiko um 14 Prozent. Entscheidend ist dabei das Koffein – entkoffeinierte Varianten zeigten diesen Effekt nicht. Die Forscher vermuten, dass die Kombination aus Koffein und Polyphenolen das Gehirn vor der Ansammlung von Beta-Amyloid schützt.
Noch deutlicher fällt der Effekt bei Kaffee aus: Zwei bis drei Tassen täglich reduzierten das Demenzrisiko um fast 20 Prozent. Und das Unabhängig von der genetischen Veranlagung – ein bemerkenswerter Befund.
Mehr als nur Getränke: Die Kraft der pflanzlichen Ernährung
Die Begeisterung für Kräutertees fügt sich nahtlos in breitere Erkenntnisse zur pflanzlichen Ernährung ein. Eine Studie im Fachjournal Neurology, die knapp 93.000 Erwachsene begleitete, fand: Eine hochwertige pflanzliche Kost senkt das Demenzrisiko um sieben Prozent. Schlechte pflanzliche Ernährung dagegen erhöhte das Risiko um sechs Prozent. Die gute Nachricht: Selbst wer im späteren Leben auf eine gesündere Ernährung umstellt, kann sein Risiko noch um bis zu elf Prozent senken.
Noch beeindruckendere Zahlen liefern andere Ernährungsmodelle. Die DASH-Diät – reich an Obst, Gemüse, Vollkorn und Nüssen – reduzierte das Risiko für kognitiven Abbau um satte 41 Prozent. Und die MIND-Diät, eine Kombination aus DASH und mediterraner Kost, verlangsamt nachweislich den Abbau der grauen Substanz im Gehirn.
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Vorsicht bei der Qualität: Pestizide in Tees und Gewürzen
Doch nicht jedes Produkt aus dem Regal hält, was die Forschung verspricht. Die Organisation Foodwatch hat im Mai 2026 64 Produkte aus mehreren europäischen Ländern getestet – mit alarmierendem Ergebnis: 67 Prozent enthielten Pestizide, die in der EU nicht zugelassen sind. Ein Chili-Mix brachte es auf 22 verschiedene Pestizide, bei Kreuzkümmel-Produkten wurden Flamprop-Werte weit über den gesetzlichen Grenzen gemessen.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt zwar Entwarnung: Eine akute Gesundheitsgefahr bestehe nicht. Dennoch zeigt der Test: Wer Kräutertees gezielt zur Vorbeugung einsetzen möchte, sollte auf hochwertige, möglichst kontrollierte Produkte achten.
Bewegung und soziale Kontakte: Die unterschätzten Faktoren
Ernährung allein ist kein Wundermittel. Die Analyse zur Alzheimer-Prävention betont, dass die beste Wirkung im Zusammenspiel mit anderen Lebensstilfaktoren entsteht. Moderate Bewegung – etwa Treppensteigen – setzt Myokine frei, die entzündungshemmend auf das Gehirn wirken. Und eine Studie der Universität für Weiterbildung Krems bestätigt: Ein starkes soziales Netzwerk senkt das Risiko für kognitiven Abbau signifikant – unabhängig von Bildung und allgemeinem Gesundheitszustand.
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