Demenz: Shingrix-Impfung senkt Risiko um ein Drittel
Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 02:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Sensibilisierung fĂŒr Demenzerkrankungen und die Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe Betroffener stehen im Mittelpunkt aktueller Initiativen im Gesundheitssektor. Zum zehnten JubilĂ€um der Initiative âDemenz Partnerâ, die von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e. V. getragen wird, verzeichnet die Organisation eine weitreichende Resonanz.
Seit dem Start im Jahr 2016 haben rund 150.000 Personen an den kostenlosen Schulungen teilgenommen. UnterstĂŒtzt wird das Projekt von namhaften Partnern aus der Wirtschaft und dem Sport, darunter die Automobilhersteller Porsche und Audi, die Deutsche Bahn, der TĂV sowie der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Frauen-Nationalmannschaft des Deutschen FuĂball-Bundes (DFB).
PrÀventionspotenziale und Identifikation von Risikofaktoren
Neben der sozialen Integration rĂŒckt die medizinische PrĂ€vention verstĂ€rkt in den Fokus. Experten weisen darauf hin, dass ein erheblicher Anteil der DemenzfĂ€lle durch eine gezielte Beeinflussung von Lebensstilfaktoren vermieden oder zumindest verzögert werden könnte.
Im Rahmen der Kampagne âBevor Du es vergisstâ wird hervorgehoben, dass bis zu 45 % der DemenzfĂ€lle auf 14 spezifische Risikofaktoren zurĂŒckzufĂŒhren seien. Um diese Erkenntnisse einer breiten Ăffentlichkeit zugĂ€nglich zu machen, werden im September 2026 interaktive Ausstellungen und Informationsveranstaltungen durchgefĂŒhrt.
Geplante Stationen sind unter anderem das Bikini Berlin im Zeitraum vom 18. bis 21. September sowie der Mediapark in Köln vom 25. bis 29. September 2026. Teil der Kampagne ist eine mit kĂŒnstlicher Intelligenz arbeitende Station namens âMemory Radioâ, die den Besuchern einen innovativen Zugang zum Thema Erinnerung ermöglichen soll.
Wissenschaftliche Erkenntnisse zu Impfschutz und neuronaler Regeneration
Aktuelle Forschungsergebnisse liefern zudem Hinweise auf neue prÀventive und therapeutische AnsÀtze. Eine Studie der US-amerikanischen Brown University, die Daten von mehr als 500.000 Erwachsenen im Alter ab 66 Jahren aus dem Zeitraum von 2017 bis 2022 auswertete, untersuchte den Zusammenhang zwischen Impfungen und dem Demenzrisiko.
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Den Ergebnissen zufolge lag das Risiko bei Personen mit einer Shingrix-Impfung bei 18,8 %, wÀhrend es in der nicht geimpften Vergleichsgruppe 24,6 % betrug.
Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass rechnerisch jeder 17. Demenzfall vermeidbar wÀre. In Deutschland empfiehlt die StÀndige Impfkommission (STIKO) diese Impfung regulÀr ab dem 60. Lebensjahr sowie ab dem 50. Lebensjahr bei Vorliegen bestimmter Grunderkrankungen.
Auf technologischer Ebene wird an der University of South Carolina an einem sogenannten Nanogel namens âNano-ERASERâ geforscht. Dieses Verfahren zielt darauf ab, durch die Hemmung des Proteins PTBP1 Astrozyten im Gehirn in funktionale Neuronen umzuwandeln. In Versuchen mit Alzheimer-MĂ€usen konnten bereits Verbesserungen beim Lernverhalten und beim Nestbau beobachtet werden. Klinische Studien am Menschen stehen hierzu jedoch noch aus.
Versorgungsstrukturen und mediale Aufarbeitung in Deutschland
Die Relevanz des Themas spiegelt sich auch in nationalen Statistiken wider. In Deutschland leben derzeit schÀtzungsweise 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung.
Besonders herausfordernd ist die Situation fĂŒr die rund 100.000 Betroffenen der Altersgruppe zwischen 45 und 64 Jahren, die unter FrĂŒhdemenz leiden. Das ZDF widmet dieser Thematik am 22. September 2026 eine Dokumentation in der Reihe â37°â, die das Leben einer 58-jĂ€hrigen Patientin portrĂ€tiert.
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Regionale Akteure ergĂ€nzen das Informationsangebot durch spezifische Beratungs- und Schulungsformate. So bietet die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland ab September 2026 ein kostenfreies PrĂ€ventionsprojekt an, das ĂŒber MĂ€rchenerzĂ€hlungen und Fortbildungen den Zugang zu Demenzkranken erleichtern soll.
In Bayern finden im Rahmen der Bayerischen Demenzwoche vom 23. bis 24. September 2026 FachvortrĂ€ge im Passauer Wolf Bad Griesbach statt, gefolgt von einer dreitĂ€gigen Schulungsreihe fĂŒr Angehörige unter dem Titel âHilfe beim Helfenâ.
Auch kommunale Netzwerke wie der Eislinger runder Tisch forcieren den Informationsaustausch. In einem Fachvortrag am 15. September 2026 sollen Ursachen, Symptome und therapeutische Optionen erörtert werden.
Experten und Betroffene, wie die Theologin BĂ€rbel Nagel, betonen dabei regelmĂ€Ăig, dass Demenz zwar nach aktuellem Stand nicht heilbar sei, der Verlauf jedoch durch rechtzeitige Interventionen und eine angepasste Begleitung positiv beeinflusst werden könne.
