Demenzpflege: Neue KI-App entlastet pflegende Angehörige
Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 10:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die häusliche Pflege von Menschen mit Demenz stellt Angehörige vor komplexe Herausforderungen, die zunehmend durch technologische Ansätze adressiert werden. Ein zentrales Vorhaben in diesem Bereich ist das Pilotprojekt TeReS, das am 31. Juli 2026 im Oberbergischen Kreis und in Köln-Rodenkirchen implementiert wurde. Ziel des Projekts ist es, pflegende Angehörige durch eine Kombination aus künstlicher Intelligenz (KI) und professioneller Beratung zu entlasten.
Technologische Unterstützung durch KI-gestützte Beratung
Das Kernstück des Vorhabens bildet eine spezielle Applikation, die auf künstlicher Intelligenz basiert. Diese Anwendung fungiert nicht nur als Informationsquelle, sondern beinhaltet ein integriertes Beratungstool. Durch diesen hybriden Ansatz sollen pflegende Angehörige zeitnah und niederschwellig Unterstützung bei spezifischen Fragestellungen zur Demenzbetreuung erhalten.
Die technologische Lösung zielt darauf ab, die Lücke zwischen dem unmittelbaren Informationsbedarf im häuslichen Umfeld und der klassischen persönlichen Beratung zu schließen. Das System ist so konzipiert, dass es den Nutzern eine erste Orientierung bietet und gleichzeitig den Kontakt zu qualifizierten Beratungsstellen erleichtert.
Regionale Umsetzung und Beteiligung
Die Implementierung des Projekts erfolgt schwerpunktmäßig im Oberbergischen Kreis, wo die App für pflegende Angehörige in sämtlichen 13 Städten und Gemeinden zur Verfügung steht. Damit wird eine flächendeckende Verfügbarkeit in einer ländlich geprägten Region sichergestellt. Zur operativen Unterstützung wurden mehrere lokale Beratungsstellen in das Projekt eingebunden. Dazu gehören Einrichtungen in Bergneustadt, Gummersbach und Lindlar sowie der ASB in Köln-Rodenkirchen.
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Diese lokalen Anlaufstellen dienen als Bindeglied zwischen der digitalen Anwendung und der praktischen Pflegeberatung vor Ort. Sie stellen sicher, dass die durch die KI generierten Impulse bei Bedarf durch menschliche Expertise ergänzt und vertieft werden können.
Wissenschaftliche Begleitung und statistischer Hintergrund
Ein wesentlicher Aspekt von TeReS ist die wissenschaftliche Überprüfung der Wirksamkeit. Das Projekt wird durch die Universität Köln begleitet, die den Einsatz der App und deren Auswirkungen auf den Pflegealltag evaluiert. Diese wissenschaftliche Einordnung ist vor dem Hintergrund der allgemeinen Pflegesituation in Nordrhein-Westfalen von Bedeutung.
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Daten aus dem Jahr 2024 verdeutlichen den hohen Bedarf an Unterstützungsleistungen: Zu diesem Zeitpunkt waren in Nordrhein-Westfalen etwa 1,39 Millionen Menschen pflegebedürftig. Ein signifikanter Anteil von 87 Prozent dieser Personen wurde im häuslichen Umfeld versorgt. Angesichts dieser Zahlen gewinnen Projekte, die die häusliche Pflege stabilisieren und die Belastung der Angehörigen reduzieren, zunehmend an Relevanz für die regionale Versorgungsstruktur.
Die wissenschaftliche Analyse der Universität Köln soll Erkenntnisse darüber liefern, inwieweit digitale Werkzeuge dazu beitragen können, die Betreuungsqualität zu sichern und gleichzeitig die psychische sowie physische Belastung der Pflegepersonen zu senken. Die Ergebnisse des Pilotprojekts könnten somit als Grundlage für künftige Versorgungsmodelle im Bereich der Demenzpflege dienen.
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