DemenzprÀvention: 12,6 Jahre lÀnger gesund mit richtigem Lebensstil
Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 02:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die 7. Bayerische Demenzwoche vom 18. bis 27. September verzeichnet mit rund 1.900 Anmeldungen einen neuen Rekord. Gesundheitsministerin Judith Gerlach zeigt sich erfreut ĂŒber das wachsende Interesse an der Initiative aus dem Jahr 2019 â im Vorjahr waren es noch rund 1.700 Veranstaltungen.
Immer mehr Betroffene: Bayerns Demenz-Zahlen steigen
Der Ausbau der Angebote folgt einer dringenden Notwendigkeit: Ăber 270.000 Menschen in Bayern leben derzeit mit einer Demenzerkrankung. Bis 2030 sollen es 300.000 sein, bis 2040 sogar rund 380.000. Auch in Nordfriesland zeichnet sich ein Ă€hnlicher Trend ab â die AOK rechnet dort bis 2060 mit einer Verdopplung auf 5.000 FĂ€lle. Lokale Fachgesellschaften vermuten allerdings eine hohe Dunkelziffer.
Neue Angebote: Von Screening bis MAKS-Therapie
Die Region Schwaben koordiniert fĂŒr den SpĂ€tsommer verschiedene Fachveranstaltungen: Am 8. September findet in Landshut ein Demenz-Screeningtag statt, am 26. September ein Symposium in WĂŒrzburg. In Templin startet im September die achtteilige Seminarreihe âHilfe beim Helfenâ fĂŒr pflegende Angehörige â organisiert mit einer Krankenkasse und der Alzheimer Gesellschaft Brandenburg.
Das Katharinenstift in Hanau öffnet ab September seine MAKS-Therapie â ein motorisches, alltagspraktisches, kognitives und soziales Aktivierungsprogramm â auch fĂŒr externe Tagespflege-GĂ€ste. Studien deuten darauf hin, dass solche gezielten Förderungen den Krankheitsverlauf verlangsamen können.
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Gegen soziale Isolation richtet sich ein kostenfreies Gruppenangebot in Dinslaken und Wesel ab dem 21. September. Zehn Termine sollen Einsamkeit entgegenwirken. In Bad Waldsee lÀuft seit November 2025 ein Projekt zur zeitintensiven Betreuung Schwerkranker und Sterbender.
PrÀvention: Gesunder Lebensstil verlÀngert demenzfreie Jahre
Eine US-Langzeitstudie mit rund 12.400 Teilnehmenden liefert klare Erkenntnisse: Wer keine Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder Rauchen hat, bleibt im Schnitt 12,6 Jahre lÀnger demenzfrei. Eine gesunde Lebensweise zwischen dem 55. und 95. Lebensjahr zahlt sich demnach deutlich aus.
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Roboter als Lösung? Ethikrat sieht Potenzial
Der Deutsche Ethikrat unterscheidet seit 2020 zwischen Assistenz-, Monitoring- und sozialen Robotern. Angesichts von 130.000 fehlenden PflegekrĂ€ften bis 2030 sollen solche Systeme unterstĂŒtzen. Bis 2035 erwartet Deutschland einen Anstieg der PflegebedĂŒrftigen auf 5,6 Millionen.
Wenn Behörden streiten: Ein Fall aus Neu-Ulm
Trotz aller Initiativen bleiben finanzielle HĂŒrden ein Problem. Ein Fall aus Neu-Ulm zeigt die HĂ€rten: Ein 77-jĂ€hriger Rentner mit Pflegegrad 3 musste im Juni wegen unbeglichener Heimkosten in eine Obdachlosenunterkunft ziehen. Grund ist ein Rechtsstreit zwischen Behörden ĂŒber die ZustĂ€ndigkeit nach dem Sozialgesetzbuch. Ein Fall, der die dringende Notwendigkeit klarer rechtlicher Absicherung in einer alternden Gesellschaft verdeutlicht.
