Demenzprävention, Fälle

Demenzprävention: Bis zu 40 Prozent der Fälle könnten vermeidbar sein

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 22:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Vereine und regionale Träger bieten Kurse, Präventionsangebote und Informationen zur Unterstützung der geistigen Fitness im Alter.
Ein sonnendurchfluteter Tisch mit Holzspielzeug und Puzzleteilen in einem ruhigen Gemeinschaftsraum. Illustration mit AI erstellt.

Wissenschaftliche Erkenntnisse verdeutlichen zunehmend, welche zentrale Rolle die Konzentration und gezielte geistige Aktivierung für den Erhalt der kognitiven Leistungsfähigkeit im Alter spielen.

Parallel dazu bauen Wohlfahrtsverbände, Vereine und regionale Träger ihre Angebote im Bereich des Gedächtnistrainings für Seniorinnen und Senioren weiter aus. Die Initiativen richten sich an ältere Menschen, die ihre geistige Beweglichkeit erhalten möchten, sowie an Personen mit beginnenden kognitiven Beeinträchtigungen und deren Angehörige.

Bedeutung kognitiver Aktivierung und Prävention

Zahlen des Digitalen Demenzregisters Bayern unterstreichen die Relevanz präventiver und begleitender Maßnahmen: Im Freistaat leben schätzungsweise 277.000 Menschen mit einer Demenzerkrankung, und bis zum Jahr 2030 könnte dieser Wert auf rund 300.000 ansteigen.

Eine deutsche Untersuchung legt zudem nahe, dass rund 60 Prozent der Betroffenen ohne gesicherte Diagnose leben. Gleichzeitig heben wissenschaftliche Einschätzungen das Potenzial frühzeitiger Vorbeugung hervor: Bis zu 40 Prozent der Demenzfälle könnten durch die Verringerung beeinflussbarer Risikofaktoren verhindert oder zeitlich hinausgezögert werden.

Strukturiertes mentales Training gilt in diesem Kontext als ein wichtiger Hebel, um geistige Reserven zu aktivieren und alltagsrelevante Fertigkeiten zu stabilisieren.

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Ganzheitliche Trainingsmethoden in den Regionen

Die regionalen Träger setzen dabei vermehrt auf ganzheitliche Ansätze, die weit über reines Auswendiglernen hinausgehen. Beim Malteser Seniorentreff in Passau leitet Elvira Viemann ein Programm, das auf zwölf Trainingszielen basiert. Zu den Schwerpunkten gehören neben der Konzentrationsförderung insbesondere Formulierung, Wortfindung, das Erkennen von Zusammenhängen und Denkflexibilität, ergänzt durch Koordinations- und Entspannungsübungen.

Ähnliche Schwerpunkte setzen auch andere Organisationen. Der AWO-Ortsverein Westerham führt in seinem Bürgertreff unter Leitung der zertifizierten Trainerin Regina Priller Kurse zur ganzheitlichen geistigen Fitness in Kleingruppen durch.

Bei der Dorfgemeinschaft Kiebingen in Rottenburg am Neckar finden im Bürgertreff Einheiten mit Trainerin Annette Rosner statt, die dank eines Zuschusses des Landkreises Tübingen für die Teilnehmenden kostenfrei bleiben. Auch Ortsvereine des Deutschen Roten Kreuzes, wie etwa in Fallersleben und Drochtersen, engagieren sich mit regelmäßigen Gruppenangeboten zur kognitiven Förderung.

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Ergänzende Präventions- und Informationsangebote

Neben klassischen Trainingskursen gewinnen spezialisierte Informations- und Entlastungsformate an Bedeutung. In Ried im Innkreis organisiert die Demenzservicestelle Schnuppereinheiten als Begleit- und Präventionsangebot. Einrichtungsleiterin Birgit Amsz betonte in diesem Zusammenhang, dass eine Demenzerkrankung wie Alzheimer zwar noch nicht heilbar sei, Betroffene und das Umfeld jedoch aktiv gegensteuern könnten.

Im Landkreis Cham richtet sich ein Gruppenangebot im Pfarrheim Chamerau speziell an Frauen und Männer ab 60 Jahren, um dem kognitiven Abbau vorzubeugen. In Landau bietet das Forum Demenz Südliche Weinstraße Vorträge an, die konkrete alltagspraktische Maßnahmen zur Demenzprävention vermitteln.

Die Initiativen verdeutlichen, dass lokale Netzwerke eine tragende Rolle dabei spielen, geistige Vitalität und soziale Teilhabe älterer Menschen nachhaltig zu stärken.

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