DemenzprĂ€vention: GefĂ€Ăkontrolle und Training sparen 12,6 Jahre
Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 22:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Neue Studien zeigen: Wer GefĂ€Ărisiken frĂŒh kontrolliert und sein Gehirn regelmĂ€Ăig trainiert, gewinnt Jahre an LebensqualitĂ€t. Drei groĂe Untersuchungen liefern nun belastbare Zahlen.
GefĂ€Ăgesundheit entscheidet ĂŒber Jahre
Rauchen, Bluthochdruck und Diabetes im mittleren Alter verkĂŒrzen die demenzfreie Lebenszeit drastisch. Das belegt eine am 5. August in der Fachzeitschrift Neurology publizierte Auswertung der ARIC-Studie.
Mehr als 12.400 Teilnehmende wurden rund 30 Jahre begleitet. Personen ohne die drei Risikofaktoren lebten im Schnitt 30,1 Jahre ohne Demenzsymptome. Bei allen drei Faktoren schrumpfte dieser Zeitraum auf 17,5 Jahre â ein Unterschied von 12,6 Jahren.
Forscher von Vanderbilt Health ergÀnzen: Bei TrÀgern der genetischen Variante APOE-e4 kann ein niedriges Herzzeitvolumen die Hirnatrophie beschleunigen. Besonders betroffen ist der Temporallappen, wie die Studie in Alzheimer's & Dementia zeigt.
Gehirntraining: RegelmĂ€Ăigkeit schlĂ€gt IntensitĂ€t
Die ACTIVE-Studie liefert Langzeitdaten: Intensives Geschwindigkeitstraining mit Auffrischungskursen senkte das Demenzrisiko ĂŒber 20 Jahre um 25 Prozent. Die Ergebnisse wurden am 7. August veröffentlicht.
Wer sich mit dem Erhalt der geistigen Fitness beschĂ€ftigt, findet in diesem Ratgeber 11 praktische Ăbungen, um das Gehirn im Alltag gezielt zu trainieren. Diese 11 AlltagsĂŒbungen halten Ihr Gehirn bis ins hohe Alter fit
Eine zeitgleich publizierte Untersuchung der UniversitĂ€t Texas mit fast 4.000 Erwachsenen zeigt: Die RegelmĂ€Ăigkeit des Trainings ist der wichtigste PrĂ€diktor fĂŒr Verbesserungen â unabhĂ€ngig von Alter oder Bildung. Bereits 5 bis 15 Minuten tĂ€glich ĂŒber drei Jahre zeigten messbare Effekte.
Neue TherapieansÀtze gegen Alzheimer
FĂŒr den Wirkstoff Donanemab liegen nun Langzeitdaten vor. Die TRAILBLAZER-ALZ 2-Studie bestĂ€tigt einen anhaltenden Effekt bei Patienten in frĂŒhen Alzheimer-Stadien. Ăber 36 Monate verlangsamte sich der kognitive Abbau signifikant.
Die LMU MĂŒnchen prĂ€sentierte nach neunjĂ€hriger Entwicklung ein 3D-Gewebemodell aus Stammzellen. Es erlaubt die Untersuchung von Amyloid-Aggregaten in hirnĂ€hnlicher Umgebung. Neue Wirkstoffe lassen sich damit direkt testen.
Forscher der UniversitĂ€t Magdeburg fokussieren auf gestörte Gehirnnetzwerke. Diese tragen wesentlich zum GedĂ€chtnisverlust bei â gezielte Stimulation könnte die Leistung verbessern.
Klinikalltag: Demenz wird oft ĂŒbersehen
Die GHoSt-Studie zeigt ein Versorgungsproblem: 18,4 Prozent der ĂŒber 65-jĂ€hrigen Klinikpatienten leiden an Demenz, aber in weniger als 40 Prozent der FĂ€lle wird die Erkrankung dokumentiert. Demenzpatienten werden zudem ein Drittel hĂ€ufiger eingewiesen.
Wenn die Vergesslichkeit im Alltag zunimmt, wĂŒnschen sich viele Betroffene und Angehörige eine erste Orientierung. Dieser anonyme 7-Fragen-Test hilft dabei, frĂŒhe Warnsignale besser einzuschĂ€tzen. Gewissheit in 2 Minuten: Check auf frĂŒhe Demenz-Anzeichen
Das Katharinenstift Hanau setzt seit Sommer 2025 auf die MAKS-Therapie mit motorischen, kognitiven und spirituellen Elementen. Ab September wird das Angebot auf die Tagespflege ausgeweitet.
ErnÀhrung und Immunsystem als Bausteine
Eine pflanzlich betonte ErnĂ€hrung korreliert mit gesĂŒnderem kognitiven Altern, zeigt die TREND-Studie in GeroScience. Bei NahrungsergĂ€nzungsmitteln wie Spermidin bleibt die Datenlage dagegen dĂŒnn: Eine Pilotstudie fand keine belegte LebensverlĂ€ngerung.
Vielversprechend klingt ein anderer Ansatz: Die BCG-Impfung könnte bei gesunden Menschen ab 55 Jahren die Amyloid-Werte im Nervenwasser senken. Experten vermuten eine StĂ€rkung der angeborenen ImmunitĂ€t â erste Daten deuten darauf hin.
