Demenzprävention, Gürtelrose-Impfung

Demenzprävention: Gürtelrose-Impfung senkt Risiko um 24 Prozent

20.06.2026 - 14:46:18 | boerse-global.de

Bayern startet Demenzwoche, fördert Kommunen und präsentiert Forschung zu Risikofaktoren und Prävention.

Bayerns Strategie gegen Demenz: Neue Projekte und Studien
Demenzprävention - Eine ältere Hand hält sanft eine jüngere Hand, symbolisiert Unterstützung und Fürsorge für Menschen mit Demenz. 20.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

In Deutschland leben derzeit rund 1,8 Millionen Betroffene. Bayern reagiert mit einer ganzen Reihe neuer Projekte und wissenschaftlicher Studien.

7. Bayerische Demenzwoche: Planungen laufen

Vom 18. bis 27. September 2026 findet die 7. Bayerische Demenzwoche statt. Schirmherrin ist erneut Gesundheitsministerin Judith Gerlach. Das Programm soll die Öffentlichkeit sensibilisieren und Angebote für Betroffene und Angehörige sichtbar machen.

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Akteure können sich mit eigenen Veranstaltungen beteiligen. Der Aktionszeitraum für Anmeldungen läuft vom 1. September bis 31. Oktober 2026. Im Vorjahr gab es rund 1.700 Aktionen – ein Zeichen für die hohe Reichweite des Formats.

Bereits am 18. Juni zeichnete die Ministerin Ehrenamtliche mit dem „Weißen Engel“ aus. Die Auszeichnung würdigt deren Engagement in der Pflege und Unterstützung.

Kommunen setzen auf Vernetzung

In Altdorf startete am 18. Juni das Projekt „Demenzsensible Kommune“. Es läuft bis Oktober 2027 und wird durch den Bayerischen Demenzfonds gefördert. Projektleiterin Franziska Stadelmann will bestehende Angebote vernetzen, einen Runden Tisch etablieren und ein inklusives Tanzcafé aufbauen.

Auch stationäre Angebote werden spezialisierter. In München-Ramersdorf eröffnete eine neue Demenzstation im Haus St. Maria. Sie bietet Platz für 27 Bewohner. Gestalterische Elemente wie Fototapeten mit Naturmotiven und Vogelgesang sollen eine beruhigende Atmosphäre schaffen. Bürgermeisterin Verena Dietl betonte bei der Eröffnung die Notwendigkeit solcher geschützten Bereiche angesichts der demografischen Entwicklung.

Forschung liefert präzise Daten

Das Digitale Demenzregister Bayern (digiDEM Bayern) der FAU Erlangen-Nürnberg veröffentlichte am 19. Juni eine neue Studie. Sie untersuchte Verhaltensauffälligkeiten bei der häuslichen Pflege von 368 Teilnehmenden. Durchschnittsalter: 80 Jahre.

Ergebnis: Psychische Symptome nahmen über zwölf Monate zu. Alter und Bildungsniveau erwiesen sich als entscheidendere Faktoren für die Symptomausprägung als das Geschlecht. Mit rund 3.500 Teilnehmenden ist digiDEM Bayern die größte Datengrundlage dieser Art in Deutschland.

Überraschende Erkenntnisse zur Risikoreduktion

Internationale Studien liefern im Juni 2026 zusätzliche Hoffnung. Eine Untersuchung der Brown University im Fachjournal „Annals of Internal Medicine“ deutet darauf hin: Eine Gürtelrose-Impfung mit dem Impfstoff Shingrix könnte das Demenzrisiko bei älteren Menschen um bis zu 24 Prozent senken.

Eine japanische Langzeitstudie mit rund 11.000 Teilnehmenden zeigt einen weiteren Effekt: Regelmäßiges Selbstkochen kann das Erkrankungsrisiko reduzieren. Bei Männern sank es um 23 Prozent, bei Frauen um 27 Prozent.

Prävention durch Tanz und Musik

Zahlreiche Formate fördern den Austausch zwischen Forschung und Praxis. Die Dialogreihe „Fit für morgen!“ plant Thementage in München, Halle und Berlin. Am 30. August 2026 findet in Halle ein Workshop zur Demenzprävention durch Tanz statt.

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Auf regionaler Ebene gibt es niedrigschwellige Angebote. Das Mehrgenerationenhaus Haßfurt veranstaltet am 22. Juni ein Musikkaffee unter dem Titel „Zeitreise ins Gestern“ mit Musiker Richard Gerber. Im Landkreis Landshut findet am 2. Juli ein Demenz-Screeningtag am Gesundheitsamt statt. Ziel: eine frühzeitige Diagnose ermöglichen.

Der Landkreis Limburg-Weilburg organisiert vom 22. bis 25. September eine Fachwoche. Dort informiert die Alzheimer Gesellschaft Wiesbaden über Entlastungsmöglichkeiten für Angehörige.

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