DemenzprÀvention, Lifestyle-Intervention

DemenzprÀvention: Lifestyle-Intervention steigert Kognition um 55%

Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 16:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kulturell zugeschnittene PrĂ€ventionsprogramme steigern die kognitive Leistung Ă€lterer Lateinamerikaner um 55 Prozent – ein neuer Meilenstein in der Demenzforschung.

LatAm-FINGERS-Studie: Kulturell angepasste Lebensstil-Interventionen verbessern Kognition deutlich
Eine Ă€ltere Person beim Tanzen in einem hellen Raum als Symbol fĂŒr prĂ€ventive Lifestyle-Maßnahmen gegen Demenz. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Die im Juli 2026 vorgestellten Ergebnisse der LatAm-FINGERS-Studie markieren einen wichtigen Fortschritt in der prĂ€ventiven Forschung zu Demenzerkrankungen. Wie die Daten zeigen, fĂŒhren kulturell angepasste Lifestyle-Interventionen bei Ă€lteren Erwachsenen in Lateinamerika zu einer signifikanten Verbesserung der kognitiven FĂ€higkeiten. Die Studie, die am 15.07.2026 auf der Alzheimer’s Association International Conference (AAIC) prĂ€sentiert und zeitgleich in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht wurde, belegt eine relative Steigerung der kognitiven Leistung um 55 Prozent.

Signifikante Effekte im Vergleich zu frĂŒheren Studien

Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung ist die deutliche Differenz im sogenannten z-Score, einem Maßstab fĂŒr kognitive VerĂ€nderungen. Die LatAm-FINGERS-Studie verzeichnete eine Differenz von 0,11 Punkten. Dieser Wert liegt signifikant ĂŒber den Ergebnissen vergleichbarer internationaler Untersuchungen: In der ursprĂŒnglichen FINGER-Studie wurde eine Differenz von 0,04 gemessen, wĂ€hrend die POINTER-Studie einen Wert von 0,029 erreichte.

An der zweijÀhrigen Untersuchung nahmen zwischen 1.200 und 1.700 Personen im Alter von 60 bis 77 Jahren teil. Die Probanden stammten aus insgesamt 11 bis 12 lateinamerikanischen LÀndern. Ziel der Studie war es, gezielt Risikofaktoren wie Rauchen und Bewegungsmangel durch strukturierte Programme zu adressieren.

Kulturelle Anpassung als Erfolgsfaktor

Der Erfolg der Intervention wird maßgeblich auf die BerĂŒcksichtigung regionaler Gegebenheiten zurĂŒckgefĂŒhrt. Die Maßnahmen umfassten nicht nur kognitives Training und eine engmaschige Stoffwechselkontrolle, sondern integrierten spezifische kulturelle Elemente. Dazu zĂ€hlten die Anwendung der MIND-DiĂ€t sowie Bewegungsangebote wie Salsa und Tango.

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Innerhalb der Testgruppen erwies sich die strukturierte Intervention (SLI), bei der Teilnehmer beispielsweise fĂŒr Übungen eine UniversitĂ€t aufsuchten, als effektiver gegenĂŒber der flexiblen Intervention (FLI), bei der die Maßnahmen eigenstĂ€ndiger im hĂ€uslichen Umfeld umgesetzt wurden. Eine differenzierte Betrachtung der Teilnehmergruppen ergab zudem, dass Frauen stĂ€rker von den Maßnahmen profitierten als MĂ€nner. GrĂ¶ĂŸere Effekte zeigten sich darĂŒber hinaus bei Personen mit einem niedrigeren Bildungsstand oder einem höheren kardiometabolischen Risiko.

Perspektiven fĂŒr die Gesundheitsvorsorge

Dr. Daisy Miguelina Acosta von der Universidad Nacional Pedro HenrĂ­quez Ureña (Unphu) bewertete die Ergebnisse als positiv und betonte, dass die gesteckten Ziele der Studie erreicht worden seien. Teilnehmerinnen wie Isabel Beltre berichteten im Rahmen der Untersuchung von einer wiedergewonnenen UnabhĂ€ngigkeit und spĂŒrbaren positiven VerĂ€nderungen in ihrem Alltag.

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Trotz der deutlichen Verbesserungen in der kognitiven Leistung weist die Studie eine Limitation auf: Die tatsĂ€chliche Inzidenz von Demenzerkrankungen wurde im Beobachtungszeitraum nicht gemessen. Dennoch liefert die Untersuchung, die Teil des globalen Netzwerks World-Wide FINGERS ist, wichtige Anhaltspunkte fĂŒr zukĂŒnftige PrĂ€ventionsstrategien.

Als nĂ€chste Schritte sind AktionsplĂ€ne in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden vorgesehen, um die Erkenntnisse in die breite Praxis zu ĂŒberfĂŒhren. Begleitend dazu initiiert die Alzheimer’s Association weitere Programme, darunter den Brain Health Habit Builder, um die Etablierung gesundheitsförndernder Gewohnheiten in der Bevölkerung zu unterstĂŒtzen.

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