Demenzrisiko: Wöchentliches Kochen senkt Gefahr um bis zu 27%
20.06.2026 - 14:36:28 | boerse-global.de
Aktuelle Studien zeigen: Schon die ErnĂ€hrung in den ersten Lebensjahren prĂ€gt die Intelligenz â und im Alter können bestimmte Lebensmittel das Demenzrisiko erhöhen.
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Die ersten 1000 Tage entscheiden mit
Die ErnĂ€hrung in den ersten drei Lebensjahren hat einen messbaren Einfluss auf die spĂ€tere Intelligenz. Eine Meta-Analyse von 73 Studien in Advances in Nutrition zeigt: Ein hoher Anteil an FrĂŒchten, GemĂŒse, Milchprodukten und Vollkornprodukten korreliert mit einem höheren IQ. Zuckerreiche und hochverarbeitete Lebensmittel hingegen mit niedrigeren Werten.
Eine niederlĂ€ndische Langzeitstudie mit 1.900 Teilnehmern untermauert das. UngĂŒnstige ErnĂ€hrung im ersten Lebensjahr fĂŒhrte zu weniger weiĂer Hirnsubstanz mit zehn Jahren â und schwĂ€cheren IQ-Werten mit 13 Jahren. Kanadische Forscher beobachteten bei 2.077 Kindern: Hoher UPF-Konsum mit drei Jahren begĂŒnstigt emotionale AuffĂ€lligkeiten mit fĂŒnf Jahren.
Fachleute betonen: Die ersten 1.000 Tage bis zum zweiten Geburtstag sind eine kritische Phase fĂŒr die Gehirnentwicklung.
Drei Lebensmittelgruppen gefÀhrden Senioren
Neurologen warnen Ă€ltere Menschen vor drei Produktgruppen, die GefĂ€Ăe und Kognition schĂ€digen können. Dazu zĂ€hlen zuckerreiche, stark verarbeitete Produkte, die EntzĂŒndungen und Insulinresistenz fördern. Auch industrielle Transfette sind problematisch. Stark verarbeitete Fleischwaren gelten wegen Salz und Nitriten als gefĂ€ĂschĂ€digend.
Eine Studie in Nature Metabolism weist zudem auf ein erhöhtes Alzheimer-Risiko durch Glucosamin hin. Daten von fast 800.000 Erwachsenen der University of Florida Health zeigten: Bei leichten kognitiven BeeintrĂ€chtigungen war die Einnahme mit einer 25 Prozent höheren Alzheimer-Wahrscheinlichkeit verbunden. Bei Erkrankten stieg das Sterberisiko innerhalb von fĂŒnf Jahren ebenfalls um 25 Prozent.
Die Autoren warnen vor voreiligen SchlĂŒssen â es handelt sich um eine Beobachtungsstudie.
Kochen als Gehirntraining â Supplemente enttĂ€uschen
Aktive MaĂnahmen zur DemenzprĂ€vention zeigen Wirkung. Eine japanische Langzeitstudie mit knapp 11.000 Teilnehmern ĂŒber 65 ergab: Bereits einmal wöchentliches Kochen senkt das Demenzrisiko. Bei MĂ€nnern um 23 Prozent, bei Frauen um 27 Prozent. Die Forscher werten den Kochprozess als kognitive Herausforderung.
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ErnĂŒchternd fallen dagegen Ergebnisse zu Omega-3-FettsĂ€uren aus. Eine zweijĂ€hrige Doppelblindstudie der Keck Medicine of USC in eBioMedicine zeigte: Trotz tĂ€glicher 2.000 mg DHA und einem Anstieg des Omega-3-Index von 4,9 auf 11 Prozent gab es keine positiven Effekte auf GedĂ€chtnis, Kognition oder Hippocampus-Volumen.
Zusatzstoffe unter Verdacht â und ein alter Wirkstoff macht Hoffnung
Auch LebensmittelzusĂ€tze rĂŒcken in den Fokus. Eine französische Studie mit ĂŒber 112.000 Erwachsenen untersuchte acht Konservierungsmittel wie E202 und E250. Hohe Aufnahme war mit einem um 29 Prozent erhöhten Risiko fĂŒr Bluthochdruck verbunden.
Parallel dazu erforschen Wissenschaftler neue medikamentöse AnsĂ€tze. Eine Studie der UniversitĂ€ten Oxford und Birmingham testete Prucaloprid â ein Mittel gegen Verstopfung. Bei 50 Erwachsenen, die eine Depression ĂŒberstanden hatten, verbesserte die Einnahme ĂŒber sieben bis zehn Tage die GedĂ€chtnisleistung und Reaktionszeit.
Die Forscher fĂŒhren das auf die Aktivierung des 5-HT4-Rezeptors zurĂŒck. Wegen der kleinen Stichprobe sei eine allgemeine Therapieempfehlung aber noch nicht möglich.
