Baumringe, Amazonas

Baumringe verraten, was sich im Amazonas verÀndert

17.06.2025 - 11:28:12

Der Amazonas-Regenwald in SĂŒdamerika gilt als grĂŒne Lunge der Erde. Baumringe verrieten Forschern nun einen merklichen Wandel des Regens in der weltweit wichtigen Region.

Der Regenwald schwankt zwischen Extremen: Im Amazonas haben sich die NiederschlÀge in den vergangenen 40 Jahren stark verÀndert. Die Regenzeiten werden feuchter, die Trockenzeiten trockener, wie aus einer im Fachblatt «Communications Earth and Environment» veröffentlichten Studie hervorgeht. 

Seit 1980 habe die Niederschlagsmenge in der Regenzeit um bis zu 22 Prozent zugenommen, in der Trockenzeit dagegen um bis zu 13 Prozent abgenommen, berichten Forscher der UniversitÀten Leeds und Leicester sowie des brasilianischen Amazonasforschungsinstituts INPA.

Forscher lasen die Jahresringe zweier Baumarten

In den ĂŒberfluteten WĂ€ldern des Amazonas hinterlĂ€sst das Wasser jedes Jahr deutlich sichtbare Zeichen an den BaumstĂ€mmen. Die Forscher betrachteten jedoch auch das Innere der BĂ€ume: Sie untersuchten die Sauerstoffisotope in den Jahresringen zweier Amazonas-Baumarten (Cedrela odorata und Macrolobium acaciifolium). Diese Isotope ermöglichen RĂŒckschlĂŒsse auf vergangene Regenmengen und zeigen, wie stark sich die saisonalen Unterschiede verstĂ€rkt haben.

Die Forscher fĂŒhren den stĂ€rkeren saisonalen Zyklus auf verĂ€nderte Temperaturen der zwei umliegenden Ozeane Atlantik und Pazifik zurĂŒck. Ein Teil dieser VerĂ€nderungen sei zwar natĂŒrlich, doch es gebe deutliche Hinweise auf den Einfluss des Klimawandels.

Die Ozeane sind massiv vom Klimawandel beeinflusst, da sie den Großteil der vom Menschen verursachten WĂ€rme aufnehmen. 

NĂ€chste UN-Klimakonferenz im Amazonasgebiet

«Der Amazonas ist ein zentrales Element im Klimasystem der Erde», sagte Mitautor Bruno Cintra einer Mitteilung zufolge. «Zu verstehen, wie sich sein Wasserkreislauf verĂ€ndert, ist entscheidend, um zukĂŒnftige Klimaszenarien vorherzusagen und wirksame Schutzstrategien zu entwickeln.» Die verĂ€nderten Zyklen könnten großen Einfluss auf die globale StabilitĂ€t des Klimas haben, schreiben die Autoren. Auch der Zugang zu Wasser und Lebensmitteln sei fĂŒr Millionen Menschen davon abhĂ€ngig.

Die Studie erscheint wenige Monate vor der UN-Klimakonferenz im brasilianischen BelĂ©m. Dort wollen im November Vertreter aus fast 200 LĂ€ndern im November ĂŒber Maßnahmen gegen die Klimakrise beraten.

@ dpa.de