Quartalszahlen, Deutschland

SAP kann überraschend viele Cloudverträge abschließen

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 00:15 Uhr | dpa.de

Der Dax-Riese senkt dennoch die Ergebnisprognose. Wie Übernahmen und KI-Initiativen die Entwicklung beeinflussen.

Softwareriese SAP: deutliches Plus bei Cloud-Aboverträgen. (Archivbild) - Bild: Uwe Anspach/dpa
Softwareriese SAP: deutliches Plus bei Cloud-Aboverträgen. (Archivbild) - Bild: Uwe Anspach/dpa

Europas größter Softwarehersteller SAP kommt trotz widriger Bedingungen in der Weltwirtschaft gut voran mit dem Abschluss von Cloud-Aboverträgen. Der in den kommenden zwölf Monaten zu erwartende Umsatz mit diesen Verträgen legte bis Ende Juni im Jahresvergleich um 27 Prozent auf einen Stand von 22,9 Milliarden Euro zu, wie die Walldorfer am späten Donnerstagabend nach US-Börsenschluss mitteilten. Das war auch ein schnelleres Wachstum als im ersten Quartal.

Das Tempo der Nachfrage ließ bei den Anlegern verschmerzen, dass sich das operative Ergebnis im Quartal schwächer entwickelte als gedacht und SAP-Chef Christian Klein in dem Bereich wegen zweier Zukäufe auch die Jahresprognose senkte. Die in New York gehandelten Aktien-Hinterlegungsscheine von SAP gewannen nachbörslich deutlich.

Was der Konzernchef sagt

Klein führte das Abschneiden beim sogenannten Current Cloud Backlog, also dem kurzfristigen Cloud-Vertragsbestand, auf die Initiativen rund um Produkte mit Künstlicher Intelligenz (KI) zurück. «Dieses Ergebnis wird durch unsere Strategie für das autonome Unternehmen gestützt, in deren Rahmen unsere SAP Autonomous Suite und SAP Business AI Platform auf große Resonanz stoßen», sagte er laut Mitteilung.

Im Juli hatte SAP die Übernahmen von Dremio und Prior Labs abgeschlossen. Bei beiden kleineren Einheiten dürften im zweiten Halbjahr Verluste auflaufen, sagte Finanzchef Dominik Asam in einem Telefoncall mit Journalisten. Die Übernahmen seien auch der alleinige Grund für den beim Ergebnis geänderten Ausblick. So geht das Management beim um Sondereffekte bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern währungsbereinigt dieses Jahr nur noch von einem Wachstum zwischen 13 und 17 Prozent aus. Klein hatte zuvor 14 bis 18 Prozent anvisiert.

Was die Zahlen noch sagen

Im zweiten Quartal blieb SAP bei der Kennzahl zudem hinter den Erwartungen zurück, sie stieg um 7 Prozent auf 2,74 Milliarden Euro. Asam verwies unter anderem auf höhere Marketingkosten für die KI-Produktangebote. Unter dem Strich machte SAP mit 2,21 Milliarden Euro in den drei Monaten bis Ende Juni gut ein Viertel mehr Gewinn als ein Jahr zuvor.

Der Gesamtumsatz legte im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 9 Prozent auf 9,88 Milliarden Euro zu. Darunter zog der Cloudumsatz unerwartet kräftig um 22 Prozent an. Bei den Umsatzkennzahlen sowie dem erwarteten Barmittelzufluss von rund 10 Milliarden Euro blieb das Unternehmen denn auch bei seinen Jahresprognosen. Allerdings unterstellt das Management dabei, dass es im Nahostkrieg bald eine Deeskalation gibt.

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