Deutscher Umweltpreis, Friederike Otto

Deutscher Umweltpreis fĂŒr Klimaforschung und Bauen mit Holz

11.09.2023 - 08:09:37 | dpa.de

Der Klimawandel ist lĂ€ngst weltweit spĂŒrbar. Zwei Frauen, die sich mit den Folgen der globalen ErderwĂ€rmung intensiv auseinander setzen, werden nun mit dem Deutschen Umweltpreis ausgezeichnet.

  • Die Klimaforscherin Friederike Otto ist auch promovierte Philosophin. Sie bewegt die Frage nach einem „guten Leben“, vor allem mit Blick auf Werte wie Gesundheit, Gesellschaft und Gerechtigkeit. - Foto: -/guy@strikingfaces/dpa
    Die Klimaforscherin Friederike Otto ist auch promovierte Philosophin. Sie bewegt die Frage nach einem „guten Leben“, vor allem mit Blick auf Werte wie Gesundheit, Gesellschaft und Gerechtigkeit. - Foto: -/guy@strikingfaces/dpa
  • Die Holzbau-Unternehmerin Dagmar Fritz-Kramer leitet als GeschĂ€ftsfĂŒhrerin den AllgĂ€uer Familienbetrieb Bau-Fritz GmbH & Co.KG in mittlerweile vierter Generation. - Foto: Jongebloed/DBU/dpa
    Die Holzbau-Unternehmerin Dagmar Fritz-Kramer leitet als GeschĂ€ftsfĂŒhrerin den AllgĂ€uer Familienbetrieb Bau-Fritz GmbH & Co.KG in mittlerweile vierter Generation. - Foto: Jongebloed/DBU/dpa
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Eine Vorreiterin beim ökologischen Bauen und eine international renommierte Klimaforscherin werden in diesem Jahr mit dem Deutschen Umweltpreis ausgezeichnet. Der von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) verliehene Preis geht an die in London tĂ€tige und aus Kiel stammende Klimawissenschaftlerin Friederike Otto sowie an die Holzbau-Unternehmerin Dagmar Fritz-Kramer aus dem AllgĂ€u, wie die Stiftung heute in OsnabrĂŒck bekannt gab.

Fritz-Kramer erhĂ€lt demnach den Preis fĂŒr ihre Pionierarbeit in der Baubranche. Ihr Unternehmen setzt bei dem Neubau und der Sanierung von GebĂ€uden auf den Baustoff Holz. Otto wird fĂŒr ihre Forschung ausgezeichnet, in der sie die Rolle des globalen Klimawandels bei regionalen Extremwetterereignissen untersucht.

«Beide PreistrĂ€gerinnen beweisen jeweils in ihrem Metier mit herausragender Tatkraft, dass wir keine Zeit im Kampf gegen die Klimakrise verlieren dĂŒrfen», sagte der GeneralsekretĂ€r der Bundesstiftung, Alexander Bonde. Die beiden PreistrĂ€gerinnen teilen sich die mit insgesamt 500.000 Euro dotierte Auszeichnung. Sie soll am 29. Oktober in LĂŒbeck von BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier ĂŒbergeben werden.

Klimawissenschaftlerin Friederike Otto

Die Physikerin und promovierte Philosophin Otto hat sich laut Bonde als «exzellente Klimawissenschaftlerin» um die sogenannte Attributionsforschung verdient gemacht. Diese Disziplin geht der Frage nach, welchen Einfluss der Klimawandel bei extremen Wetterereignissen spielt - also etwa bei Hitzewellen oder Starkregen.

FĂŒr ihre Forschung grĂŒndete die 41-JĂ€hrige 2015 zusammen mit ihrem inzwischen verstorbenen niederlĂ€ndischen Kollegen Geert Jan van Oldenborgh die Initiative World-Weather-Attribution (WWA). Otto ist auch Leitautorin des sechsten Sachstandsberichts des Weltklimarats.

Erst kĂŒrzlich legte die Klimaexpertin vom Imperial College in London mit ihrem WWA-Team eine neue Studie vor. Demnach wĂ€ren Hitzewellen wie im Juli dieses Jahres in SĂŒdeuropa oder im SĂŒdwestern der USA ohne den vom Menschen gemachten Klimawandel so gut wie unmöglich.

DBU-GeneralsekretĂ€r Bonde hob die schnelle Veröffentlichung solcher Studienergebnisse unmittelbar infolge von Extremwetterereignissen hervor. «Die PrĂ€sentation fundierter Forschung in Echtzeit ist nicht nur bahnbrechend fĂŒr einen ausgewogenen Diskurs ĂŒber Klimawandel, Auswirkungen und Gegenmaßnahmen, sondern entzieht auch Falschnachrichten den Boden. All das macht die ErderwĂ€rmung real und begreifbar.»

Holzbau-Unternehmerin Dagmar Fritz-Kramer

Dagmar Fritz-Kramer sei als GeschĂ€ftsfĂŒhrerin des AllgĂ€uer Betriebs Bau-Fritz GmbH eine «Ideengeberin fĂŒr neue Wege im Bausektor», begrĂŒndete die Stiftung die Auszeichnung. Die 52 Jahre alte Ingenieurin mache mit ihrem Familienbetrieb in vierter Generation vor, wie durch energieeffizientes und ökologisches Bauen mit Holz der Klimaschutz im GebĂ€udesektor vorangetrieben werden könne.

Fritz-Kramers mittelstĂ€ndischer Betrieb mit rund 500 BeschĂ€ftigten verarbeitet fĂŒr HauswĂ€nde, DĂ€cher und Decken nach eigenen Angaben vor allem heimisches Fichtenholz. Bei Bauprojekten wĂŒrden so jedes Jahr etwa 12.000 Tonnen klimaschĂ€dliches Kohlendioxid (CO2) eingespart.

Da Holz große Mengen an Kohlenstoff speichere, sei der Baustoff ein «exzellenter KlimaschĂŒtzer», sagte GeneralsekretĂ€r Bonde. «Das ist fast so, als ob man einen zweiten Wald aus HĂ€usern baut.»

Die Bundesstiftung verwies auf Zahlen des Umweltbundesamtes, wonach der GebÀudebereich in Deutschland 2022 etwa 40 Prozent der klimaschÀdlichen Treibhausgase wie CO2 verursacht hat. Der Grund liegt demnach in dem hohen GebÀude-Altbestand mit Sanierungsbedarf.

Beide PreistrÀgerinnen seien «Inspiration und Motivation», aus den bisherigen Folgen der ErderwÀrmung zu lernen und mehr Umwelt- und Ressourcenschutz umzusetzen, sagte DBU-GeneralsekretÀr Bonde.

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