Sonne, Mond

Sonne, Mond und Sterne im MĂ€rz - Mond- und Sonnenfinsternis

20.02.2025 - 06:00:36

Der MĂ€rz bietet zwei Finsternisse und eine Seltenheit: Venus ist an einem Tag Abend- und Morgenstern. Merkur bietet die gĂŒnstigste Abendsichtbarkeit des ganzen Jahres - und der FrĂŒhling beginnt.

  • Eine partielle Sonnenfinsternis ĂŒber der Statue des Erzengel Michael auf der Kuppel des Schweriner Schlosses. - Foto: Jens BĂŒttner/dpa

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  • Die Mondsichel zusammen mit der Venus (am oberen Bildrand). - Foto: Patrick Pleul/dpa

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  • Eine partielle Mondfinsternis, bei der 9,1 Prozent des Mondes verdeckt waren. - Foto: Patrick Pleul/dpa

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Eine partielle Sonnenfinsternis ĂŒber der Statue des Erzengel Michael auf der Kuppel des Schweriner Schlosses. - Foto: Jens BĂŒttner/dpaDie Mondsichel zusammen mit der Venus (am oberen Bildrand). - Foto: Patrick Pleul/dpaEine partielle Mondfinsternis, bei der 9,1 Prozent des Mondes verdeckt waren. - Foto: Patrick Pleul/dpa

Der erste FrĂŒhlingsmonat trumpft mit zwei kosmischen Schattenspielen auf, die beide von Mitteleuropa beobachtbar sind – sofern das Wetter mitspielt. Mitte MĂ€rz ereignet sich eine totale Mondfinsternis, Ende des Monats tritt eine partielle Sonnenfinsternis ein.

Am Freitag, 14. MĂ€rz, taucht der Vollmond in den Schatten der Erde. Mit Eintritt des Mondes in den Halbschatten der Erde um 4:56 Uhr beginnt die Mondfinsternis. Sichtbar wird das Schattenspiel erst mit Eintauchen des Mondes in den Kernschatten um 6:09 Uhr. Um 7:26 Uhr ist der Mond vollstĂ€ndig in den Kernschatten eingedrungen, die TotalitĂ€t beginnt. Allerdings geht der Mond fĂŒr Orte in Mitteleuropa noch wĂ€hrend der Finsternis unter. 

FĂŒr einen in Deutschland zentralen Ort mit 10 Grad östlicher LĂ€nge und 50 Grad nördlicher Breite erfolgt der Monduntergang um 6:41 Uhr, also noch vor Beginn der TotalitĂ€t. In Hamburg geht der Mond um 6:43 Uhr unter, in Berlin um 6:29 Uhr, in MĂŒnchen um 6:34 Uhr. Die exakte Vollmondstellung tritt um 7:55 Uhr ein. Das Sichtbarkeitsgebiet der Mondfinsternis umfasst Nord- und SĂŒdamerika, den Atlantischen Ozean, Europa und Afrika.

Partielle Sonnenfinsternis am Monatsende

Zweimal kommt der Mond in diesem Monat in ErdnÀhe. Am 1. MÀrz trennen ihn 361 964 Kilometer von uns, am 30. MÀrz sind es 358 128 Kilometer. Den erdfernsten Punkt seiner elliptischen Bahn passiert er am 17. MÀrz, wobei er sich bis auf 405 754 Kilometer entfernt.

Neumond wird am Samstag, 29. MÀrz, um 11:59 Uhr erreicht. Dabei verdeckt die dunkle Mondscheibe die Sonne bis zu maximal 93 Prozent. Es kommt zu einer partiellen Sonnenfinsternis. Die Uhrzeit und der Bedeckungsgrad sind jedoch stark ortsabhÀngig. 

Zwar kann man von Mitteleuropa aus in den Mittagsstunden verfolgen, wie der dunkle Neumond die Sonne teilweise verdeckt, allerdings ist der Bedeckungsgrad hierzulande bescheiden und nimmt von Nordwesten nach SĂŒdosten ab. In Hamburg betrĂ€gt er 21 Prozent, in Berlin 15 Prozent, in Dresden 13 Prozent und in MĂŒnchen 11 Prozent.

Die Sonnenfinsternis beginnt in Hamburg um 11:25 Uhr und endet um 13:09 Uhr. FĂŒr Berlin lauten die Zeiten fĂŒr Beginn und Ende 11:32 und 13:08 Uhr und fĂŒr MĂŒnchen 11:27 und 12:56 Uhr. Wer die Sonnenfinsternis beobachten will, sollte bedenken: Vorsicht bei jeder Sonnenbeobachtung! Niemals direkt und ungeschĂŒtzt in die Sonne sehen - schon gar nicht per Fernglas oder Teleskop. Auch Sonnenbrillen, berußte GlĂ€ser, geschwĂ€rzte Filme, Solarienbrillen oder Verpackungsfolien bieten keinen ausreichenden Schutz. Am besten ist es, eine Sternwarte zu besuchen, die FĂŒhrungen zur Beobachtung der Sonnenfinsternis anbietet. 

Eine Seltenheit: Venus an einem Tag als Abend- und Morgenstern

Wie in den vorherigen Monaten zeigt sich in der AbenddĂ€mmerung die hellglĂ€nzende Venus als erstes Gestirn in der beginnenden Dunkelheit. Allerdings verabschiedet sie sich vom Abendhimmel. Bis zum 20. MĂ€rz nimmt ihre scheinbare Helligkeit deutlich ab, und ihre UntergĂ€nge erfolgen immer frĂŒher: Am 1. geht Venus kurz nach 21 Uhr unter, am 20. schon eine Viertelstunde nach 19 Uhr. Nach dem 20. ist Venus nur noch im Fernglas zu erkennen. 

Doch bereits am 25. kann man sie am Morgenhimmel aufspĂŒren – per Fernglas. Am 25. geht Venus eine knappe Stunde vor der Sonne auf. Bis Ende MĂ€rz verfrĂŒhen sich ihre AufgĂ€nge auf kurz vor 6 Uhr Sommerzeit. Damit hat Venus ihre Morgensternperiode eingelĂ€utet. Sie ist im MĂ€rz somit Abend- und Morgenstern kurz hintereinander. Am 20. kann sie sowohl abends als auch morgens gesehen werden. Ein seltener Fall, dass Venus gleichzeitig Abend- und Morgenstern ist.

Merkur: gĂŒnstigste Abendsichtbarkeit des ganzen Jahres 2025

Nur selten kann man den sonnennĂ€chsten Planeten Merkur sehen. In den ersten MĂ€rz-Tagen bietet der flinke Planet, der alle drei Monate die Sonne umrundet, die gĂŒnstigste Abendsichtbarkeit des ganzen Jahres 2025. Gegen 18:30 Uhr macht er sich in der AbenddĂ€mmerung knapp ĂŒber dem Westhorizont bemerkbar. Am 1. MĂ€rz geht er um 19:30 Uhr unter, etwa eine Viertelstunde vorher wird er in den horizontnahen Dunstschichten unsichtbar. Bis 10. verschiebt sich die Untergangszeit um eine halbe Stunde auf 20 Uhr. Nach dem 10. wird es schwierig, den Planeten noch mit bloßen Augen am Abendhimmel zu erkennen. Letztmals wird man Merkur am 12. erspĂ€hen können.

Am 9. MÀrz treffen die beiden sonnennÀchsten Planeten aufeinander. Schon am 1. MÀrz ergibt sich ein netter Himmelsanblick, wenn die schmale Sichel des zunehmenden Mondes zwischen Merkur und Venus steht.

Mars hat seine Oppositionsperiode beendet, was man auch an der stark sinkenden Helligkeit bemerkt. Am Abendhimmel sieht man den roten Planeten hoch im SĂŒden. Seine UntergĂ€nge verfrĂŒht der rote Planet von 5:30 Uhr zu Monatsbeginn auf 4:40 Uhr Sommerzeit Ende MĂ€rz.

Sternbilder: Umstellung auf FrĂŒhlingsszenario

Jupiter zieht sich in die erste NachthĂ€lfte zurĂŒck. Er beschleunigt seine Wanderung durch das Sternbild Stier merkbar und entfernt sich dabei von Aldebaran, dem orangen Hauptstern des Stieres. Nach wie vor beherrscht der Riesenplanet mit seinem Glanz den Sternenhimmel bis zu seinem Untergang bald nach Mitternacht. Saturn im Sternbild Wassermann hĂ€lt sich mit der Sonne am Taghimmel auf und bleibt nachts unbeobachtbar unter dem Horizont. 

Am abendlichen Sternbilderhimmel beginnt die Umstellung auf das FrĂŒhlingsszenario. In der Meteorologie gilt der MĂ€rz als erster FrĂŒhlingsmonat. Die auffĂ€lligen Winterbilder ziehen zwar noch die Blicke auf sich, sind aber schon weit in die westliche HimmelshĂ€lfte gerĂŒckt. Der HimmelsjĂ€ger Orion schickt sich an, im SĂŒdwesten unterzugehen. Sirius funkelt noch blĂ€ulich-weiß im SĂŒdwesten. Höher noch leuchtet Prokyon, der hellste Stern im Kleinen Hund. Der Stier mit seinem orangen Hauptstern Aldebaran steht schon weit im Westen. Noch hoch am Westhimmel stehen die Zwillinge mit dem BrĂŒderpaar Kastor und Pollux. Im Nordwesten glĂ€nzt die helle Kapella im Fuhrmann.

Die Kassiopeia, das Himmels-W, ist zum Nordwesthorizont herabgesunken wĂ€hrend hoch im Nordosten, fast schon im Zenit, der Große Wagen hilft, den Polarstern zu finden.

Hoch im SĂŒden ist der mĂ€chtige Löwe mit seinem blĂ€ulichen Hauptstern Regulus kurz davor, die Mittagslinie zu durchschreiten. Der Löwe ist das Leitsternbild des FrĂŒhlingshimmels. Tief im Osten ist der orange Arktur im Sternbild des Rinderhirten erschienen. Im SĂŒdosten nimmt die Jungfrau ihren Platz ein. Ihr blĂ€ulicher Hauptstern Spica ist knapp ĂŒber dem SĂŒdosthorizont zu sehen. Damit ist das FrĂŒhlingsdreieck aus Regulus, Arktur und Spica komplett aufgegangen. 

Zwischen den Zwillingen und dem Löwen ist der Krebs beheimatet. Er ist zwar ein unscheinbares Sternbild und infolge störender irdischer Lichtquellen und Luftverschmutzung kaum zu erkennen. Aber dem Namen nach ist er gut bekannt, gehört er doch zum Tierkreis, also jenen dreizehn Sternbildern, durch die die Sonne Jahr fĂŒr Jahr hindurchwandert.

Der Sage nach zwickt der Krebs den Helden Herkules in den großen Zeh, wĂ€hrend dieser mit der schrecklichen Hydra kĂ€mpft. Daraufhin zerschmettert Herkules den Krebs mit einem krĂ€ftigen Tritt. Juno versetzt ihn unter die Sterne.

FrĂŒhlings-Tag-und-Nachtgleiche am 20. MĂ€rz

Im Krebs findet sich auch der Sternhaufen Krippe oder Praesepe, mit seinem lateinischen Namen. Mit bloßen Augen sieht man nur ein mattes Lichtfleckchen. Im Fernglas wimmelt es hier vor Sternen. 

Die Sonne ĂŒberschreitet am 20. MĂ€rz exakt um 10:01 Uhr den HimmelsĂ€quator und wechselt auf die Nordhalbkugel des Firmaments. Dieser Zeitpunkt gilt als astronomischer FrĂŒhlingsbeginn. Es tritt die FrĂŒhlings-Tag-und-Nachtgleiche ein. Der Fachbegriff lautet FrĂŒhlings-Äquinoktium. Der FrĂŒhlingspunkt, der Schnittpunkt von aufsteigender Sonnenbahn mit dem HimmelsĂ€quator, markiert den Startpunkt des Tierkreiszeichens Widder, der in unserer Zeit im Sternbild der Fische liegt.

Am 30. MÀrz um 2 Uhr mitteleuropÀischer Zeit wird die Uhr auf 3 Uhr Sommerzeit vorgestellt.

@ dpa.de