Bafin warnt vor riskanten Immobilienkrediten und Cybergefahr
12.05.2026 - 10:00:11 | dpa.deDie Finanzaufsicht Bafin warnt vor den Folgen riskanter Immobilienkredite fĂŒr Verbraucher und Banken. Der Anteil von gering besicherten Krediten fĂŒr Wohnimmobilien im NeugeschĂ€ft von GeldhĂ€usern sei vergleichsweise hoch, sagte der PrĂ€sident der Bundesanstalt fĂŒr Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), Mark Branson, in Frankfurt.Â
Im vierten Quartal 2025 habe bei jedem siebten Neukredit das Darlehensvolumen den Wert der finanzierten Wohnimmobilie ĂŒberstiegen. «Das sehen wir kritisch», erklĂ€rte Branson. Denn diese Kredite hĂ€tten ein erhöhtes Verlustpotenzial fĂŒr Banken und könnten fĂŒr Verbraucher problematisch sein, etwa wenn sie wegen Krankheit oder Jobverlust ihre Rate nicht mehr bedienen könnten. MaĂnahmen der Aufsicht schloss Branson nicht aus: «Die riskanten Neukredite von heute dĂŒrfen nicht die Problemkredite von morgen werden.»Â
Mit InflationsĂ€ngsten um den Iran-Krieg sind die Kreditzinsen gestiegen, zugleich ziehen die Immobilienpreise an. Im MĂ€rz hatte das GeschĂ€ft mit Baufinanzierungen von Banken krĂ€ftig zugelegt, da viele Verbraucher sich schnell noch akzeptable Konditionen sichern wollten.Â
Generell vergröĂere die Unsicherheit der Weltpolitik und der Druck auf die Konjunktur die Risiken in der Finanzbranche, schrieb die Bafin. «Sie haben zudem spĂŒrbare Auswirkungen auf die breite Bevölkerung in Deutschland: Steigende Preise und verteuerte Kredite machen sich in den Geldbörsen der Menschen bemerkbar.»Â
Warnung vor Cyberattacken mit KIÂ
Zudem warnte Branson vor einer wachsenden Bedrohung durch Cyberrisiken. Die Zahl der Angriffe steige und immer öfter nutzten die Angreifer KĂŒnstliche Intelligenz. «Die neuen KI-Anwendungen können viele Schwachstellen in den IT-Systemen finden und sogar ausnutzen. Und das sehr schnell», sagte Branson.Â
Unternehmen mĂŒssten sich darauf einstellen, dass die Zahl potenzieller Angriffspunkte steigen werde. «Und diese Schwachstellen mĂŒssen sie viel schneller schlieĂen.» Die Bafin verstĂ€rke daher ihre Aufsicht ĂŒber Cyber-Risiken mit zusĂ€tzlichen Ressourcen fĂŒr die PrĂŒfung bei Finanzunternehmen.Â
Erst am Montag hatte das Bundesfinanzministerium vor Risiken durch neuartige KI-Modelle wie «Claude Mythos» gewarnt. Sie bedeuteten eine VerschĂ€rfung der Cyber-Bedrohungslage, die sich auf die FinanzstabilitĂ€t auswirken könne. Die Software «Claude Mythos» der US-Firma Anthropic ist ein KI-Programm, das Betriebssysteme, Webbrowser und andere Software automatisiert nach Schwachstellen durchsucht. Zugleich liefert sie quasi als Bauanleitung die passenden digitalen Angriffswerkzeuge mit.Â
Bislang hĂ€lt Anthropic die Software unter Verschluss und gewĂ€hrt nur ausgewĂ€hlten Organisationen Zugang. In den falschen HĂ€nden wĂ€re «Mythos» eine gefĂ€hrliche Cyberwaffe. Auch Bundesbank-PrĂ€sident Joachim Nagel hatte kĂŒrzlich vor Risiken durch den Einsatz von KI fĂŒr die Finanzbranche gewarnt und dabei Bezug auf die Software genommen.
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