RĂ€tsel, Stern

RÀtsel um Stern Beteigeuze nach langer Suche wohl gelöst

24.07.2025 - 09:25:34 | dpa.de

Der Stern Beteigeuze lĂ€sst sich von der Erde aus mit bloßem Auge beobachten. Seine Helligkeitsschwankungen gaben Astronomen schon lange RĂ€tsel auf. Nun könnte ein Aspekt davon gelöst sein.

Der Stern Beteigeuze (engl. Betelgeuse) an einer Schulter des Sternbilds Orion hat wahrscheinlich einen Companion.  - Foto: --/International Gemini Observatory/NOIRLab/NSF/AURA/dpa
Der Stern Beteigeuze (engl. Betelgeuse) an einer Schulter des Sternbilds Orion hat wahrscheinlich einen Companion. - Foto: --/International Gemini Observatory/NOIRLab/NSF/AURA/dpa

Der rötlich leuchtende Himmelskörper Beteigeuze hat wahrscheinlich einen Sternbegleiter. Forscher fanden Hinweise auf einen schwach leuchtenden Stern, die in «hervorragender Übereinstimmung» mit entsprechenden Vorhersagen stehen, heißt es in einer Studie im Fachblatt «The Astrophysical Journal Letters». 

«Wenn sich diese Entdeckung bestĂ€tigt, dann ist es auf jeden Fall eine Sensation», sagte Thomas Granzer vom Leibniz-Institut fĂŒr Astrophysik Potsdam, der vergangenes Jahr selbst mit dem Hubble-Weltraumteleskop nach dem Sternbegleiter gesucht hatte. «Damit wĂ€re wirklich ein ĂŒber 100 Jahre altes RĂ€tsel gelöst.»

Der Stern Beteigeuze und seine Helligkeitsschwankungen standen immer wieder im Fokus von Forschern: Beteigeuze ist einer der hellsten Sterne am Nachthimmel, und man kann ihn mit bloßem Auge beobachten. Er ist ein Schulterstern des Sternbilds Orion. Seine Helligkeit verĂ€ndert sich immer mal wieder - besonders auffĂ€llig vor einigen Jahren. 

Beteigeuze erscheint mal heller, mal dunkler

«In den Jahren 2019 und 2020 nahm die Helligkeit von Beteigeuze stark ab – ein Ereignis, das als „Große Verdunkelung“ bezeichnet wird», erlĂ€uterte die Association of Universities for Research in Astronomy in einer Mitteilung. Einige Experten seien daraufhin davon ausgegangen, dass Beteigeuzes Tod bevorstehen könnte - in Form einer Supernova. Allerdings sei bald darauf festgestellt worden, dass fĂŒr die Verdunklung eine von Beteigeuze ausgestoßene Staubwolke verantwortlich gewesen sei. 

Das erklÀrte aber nicht weitere Schwankungen in einem sechsjÀhrigen Zyklus, vor allem im gemessenen Spektrum von Beteigeuze. Es gab Annahmen, diese seien durch einen Begleitstern verursacht. An einer der Studien, die versuchten, die Umlaufbahn und den Standort des Begleitsterns zu bestimmen, war Granzer beteiligt. 

Komplexe Aufnahmetechnik

Nun konnte ein Team von Astrophysikern unter der Leitung von Steve Howell vom Nasa Ames Research Center Aufnahmen machen, die wahrscheinlich den jungen Stern direkt zeigen. Dies geschah mit dem Gemini-North-Telescope, auf das ein spezielles Instrument montiert wurde. 

«Das North-Telescope ist eines unserer grĂ¶ĂŸten Teleskope und es erreicht eigentlich eine große Auflösung», erklĂ€rt Granzer. Allerdings steht es auf der Erde, und deren AtmosphĂ€re «stört so stark, dass man diese theoretische Auflösung nicht erreichen kann». Abhilfe schaffe ein Instrument zur sogenannten Speckle-Interferometrie - wobei das Ergebnis nach wie vor so wirke, als sehe man die Lichtquelle durch RauchsĂ€ulen, sagt Granzer. Diese Störfaktoren könne man herausrechnen. 

Der Studie zufolge leuchtet der Sternbegleiter um sechs GrĂ¶ĂŸenordnungen schwĂ€cher als Beteigeuze und hat eine geschĂ€tzte Masse von etwa 1,6 Sonnenmassen. 

Allerdings erklĂ€ren die Forscher, dass es sich bei dem Fund auch um einen nĂ€her zur Erde gelegenen Stern handeln könnte, der quasi ins Bild gekommen ist, oder dass es ein hinter Beteigeuze gelegener Stern sein könnte. Alle Informationen zusammengenommen, inklusive der Vorhersagen anderer Forscher, sprĂ€chen aber fĂŒr einen Begleiter von Beteigeuze. 

Der Stern wird untergehen

Wenn dies alles so stimmt, gibt es schlechte Nachrichten fĂŒr den Begleitstern: Innerhalb einer Zeitspanne von etwa 10.000 Jahren wĂŒrde er laut Mitteilung sterben. Er wird von den starken GravitationskrĂ€ften in Beteigeuze hineingezogen und darin untergehen. 

Übrigens: Dieser Fund habe nichts mit einer vorhergesagten möglichen Supernova von Beteigeuze selbst zu tun, erklĂ€rt Ganzer. «Man ist sich ziemlich sicher, dass er irgendwann explodiert.» Doch auch das könnte noch mindestens viele Tausend Jahre dauern.

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