Deutscher, Filmpreis

Deutscher Filmpreis: „In die Sonne schauen

30.05.2026 - 11:51:52 | boerse-global.de

Mascha Schilinskis Film gewinnt zehn Lolas, darunter Gold und beste Regie. Wim Wenders löst mit Nacktszenen-Debatte Diskussionen aus.

Deutscher Filmpreis: „In die Sonne schauen - Foto: über boerse-global.de
Deutscher Filmpreis: „In die Sonne schauen - Foto: über boerse-global.de

Die Produktion „In die Sonne schauen“ holte bei der Verleihung des 76. Deutschen Filmpreises in Berlin zehn Auszeichnungen – darunter den Filmpreis in Gold, die beste Regie und das beste Drehbuch.

Wim Wenders stellt unbequeme Fragen

Ein Höhepunkt der Gala: Ehrenpreisträger Wim Wenders. Der 80-jährige Regisseur nutzte seine Ansprache für eine Grundsatzdebatte. Konkret ging es um eine Nacktszene mit der damals 13-jährigen Nastassja Kinski aus seinem Film „Falsche Bewegung“ von 1975. Wenders räumte ein: „Diese Szene würde ich heute nicht mehr so drehen.“

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Gleichzeitig zeigte er sich ratlos über Kinskis Forderung, die Szene entfernen zu lassen. Seine Frage an die Branche: Dürfen Filme im Nachhinein gekürzt werden? Und wie geht die Filmakademie mit ihrem eigenen Erbe um? Die Schauspielerin hatte die Szene in einem Zeitungsbericht zuvor als nicht vertretbar bezeichnet.

Senta Berger und August Diehl ausgezeichnet

In den Schauspielkategorien gab es prominente Gewinner. Senta Berger (85) bekam die Lola als beste Hauptdarstellerin für „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“. Regisseur Simon Verhoevens Film erhielt zudem die Bronzene Lola.

August Diehl überzeugte die Jury in „Das Verschwinden des Josef Mengele“ und wurde bester Hauptdarsteller. Die Silberne Lola ging an „Gelbe Briefe“ von ?lker Çatak. Dessen Komponist Marvin Miller gewann den Preis für die beste Filmmusik. Als beste Nebendarsteller wurden Lena Urzendowsky und Michael Wittenborn geehrt.

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Technik-Panne und politische Statements

Die Gala vor rund 1.900 Gästen wurde von einer 40-minütigen technischen Störung unterbrochen. Doch auch politisch wurde es brisant: Moderator Christian Friedel warnte vor der AfD, Produzent Ingo Fliess thematisierte den Buchhandlungspreis.

Weitere Preise gingen an „Siri Hustvedt – Dance around the self“ (bester Dokumentarfilm) und „Zirkuskind“ (bester Kinderfilm). Den Preis für den besucherstärksten Film sicherte sich „Das Kanu des Manitu“.

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