Blauzungenkrankheit bei Schaf bestÀtigt
13.10.2023 - 14:30:38Nach der BestĂ€tigung der Blauzungenkrankheit bei einem Schaf im Kreis Kleve am Niederrhein ist nach EinschĂ€tzung des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) besonders in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen mit weiteren AusbrĂŒchen zu rechnen. Bislang galt Deutschland als offiziell frei von der Erkrankung.
Der Fall in Kleve komme nicht unerwartet, da die Blauzungenkrankheit des Serotyps 3 (BTV-3) Anfang September in den Niederlanden erstmals in den Provinzen Nordholland und Utrecht festgestellt wurde und sich «seitdem rasant ausgebreitet hat», teilte das FLI mit. Bis jetzt seien dort ĂŒber 1000 AusbrĂŒche von BTV-3 festgestellt worden, ĂŒberwiegend in Schafhaltungen. Auch Belgien habe den ersten Fall gemeldet. Das FLI ist das fĂŒr Tiergesundheit zustĂ€ndige Bundesforschungsinstitut.
Die Blauzungenkrankheit war nach 2021 in Deutschland nicht mehr nachgewiesen worden, die Bundesrepublik galt deshalb als amtlich seuchenfrei. Am Freitag hatte das nordrhein-westfÀlische Landwirtschaftsministerium dann bestÀtigt, dass bei dem Verdachtsfall im Kreis Kleve der Nachweis der Erkrankung durch das FLI vorliege.
Betroffen ist dort aber bislang nur ein Schaf. Die anderen Tiere an diesem Standort zeigen demnach keine Anzeichen fĂŒr die Erkrankung. FĂŒr Menschen ist der Erreger der Blauzungenkrankheit nicht gefĂ€hrlich. Er befĂ€llt hauptsĂ€chlich Schafe und Rinder. Bei schweren VerlĂ€ufen können Tiere versterben, in den Niederlanden werden laut FLI derzeit bei infizierten Schafen bis zu 25 Prozent Verluste verzeichnet. Gegen Serotyp 3 gebe es keinen Impfstoff.
Der Bestand im betroffenen Betrieb in Kleve wurde von den Behörden gesperrt. Demnach dĂŒrfen keine Tiere in andere Betriebe transportiert werden. NRW verliert nach dem Fund nach zwei Jahren ohne FĂ€lle von Blauzungenkrankheit den sogenannten Freiheitsstatus. Als Folge mĂŒssen die Tierhalter laut Mitteilung mit EinschrĂ€nkungen beim Handel mit Rindern, Schafen, Ziegen und anderen WiederkĂ€uern rechnen.
Tierhalter, die bei ihren Tieren Symptome der Blauzungenkrankheit beobachten, werden dringend aufgerufen, ihren Tierarzt oder das VeterinÀramt zu kontaktieren. In Deutschland erfolgte den Angaben des NRW-Ministeriums zufolge zuletzt im Februar 2021 ein Nachweis einer Infektion mit der Blauzungenkrankheit. Deutschland sei erst im Juni 2023 von der EU-Kommission wieder als seuchenfrei in Bezug auf die Blauzungenkrankheit anerkannt worden, hieà es dazu weiter.
Bei der Blauzungenkrankheit handelt es sich um eine Virus-Erkrankung bei WiederkĂ€uern, die ĂŒber kleine, blutsaugende MĂŒcken weitergegeben wird. Erkrankte Schafe können unter anderem unter Fressunlust, Apathie und Fieber leiden, die Krankheit kann auch tödlich verlaufen. Manchmal ist auch eine BlaufĂ€rbung der Zunge bei Schafen zu sehen.


