KĂŒnstliche Intelligenz, Deutschland

Telekom und SAP ziehen KI-Auftrag des Bundes an Land

21.05.2026 - 16:31:26 | dpa.de

Deutschlands Behörden tun sich schwer mit der Digitalisierung, das soll sich Ă€ndern. KĂŒnstliche Intelligenz soll helfen, damit Behörden schneller und besser arbeiten. Nun wurden KI-AuftrĂ€ge vergeben.

Bei der Telekom gibt es Grund zur Freude: Der Magenta-Konzern hat einen KI-Auftrag des Bundes an Land gezogen. (Archivbild) - Foto: Oliver Berg/dpa
Bei der Telekom gibt es Grund zur Freude: Der Magenta-Konzern hat einen KI-Auftrag des Bundes an Land gezogen. (Archivbild) - Foto: Oliver Berg/dpa

Nach dem RĂŒckzieher von Konkurrenten um den US-Technologieriesen Google haben sich die Telekom-Tochter T-Systems und der Softwarekonzern SAP einen Großauftrag des Bundes zum Aufbau einer KI-Plattform gesichert. Ein entsprechender Zuschlag sei erteilt worden, teilte das Bundesdigitalministerium in Berlin mit. 

Die Dokumentenverarbeitung in Behörden soll verbessert sowie Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigt werden. Es geht auch um automatisierte Zusammenfassungen von Texten. Die nun in Auftrag gegebene KI-Plattform soll zur zentralen Schaltstelle fĂŒr die öffentliche Verwaltung werden. 

Zuvor war die Auftragserteilung fĂŒr die Cloud-KI-Dienste verzögert worden, weil das Konkurrenzkonsortium, zu dem Google und das Dortmunder IT-Unternehmen Adesso gehörten, Rechtsmittel eingelegt hatten. Ihre VergaberĂŒge zogen die Konkurrenten inzwischen aber zurĂŒck, sodass das Bundesministerium nun grĂŒnes Licht fĂŒr das Telekom-Konsortium geben konnte.

Zwei Konsortien kommen zum Zuge

Bei dem Auftrag geht es um knapp 250 Millionen Euro, von denen das Telekom-Konsortium als erstplatzierter Bieter 70 Prozent bekommt und ein Konsortium um das Wiesbadener IT-Unternehmen SVA System Vertrieb Alexander GmbH 30 Prozent. Der Auftrag wurde bewusst zweigeteilt, damit keine AbhĂ€ngigkeit von einem Lieferanten besteht, sondern die Aufgabe gewissermaßen auf zwei Schultern verteilt wird. Bereitet ein Auftragnehmer Probleme, steht der andere parat. Das soll die digitale Robustheit und SouverĂ€nitĂ€t stĂ€rken. 

«Mit der KI-Cloud schaffen wir das RĂŒckgrat einer souverĂ€nen, digitalen und KI-fĂ€higen Verwaltung in Deutschland», sagte Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU). «Wir setzen damit eine strategische Entscheidung um: LeistungsfĂ€hige Digitalisierung fĂŒr Bund, LĂ€nder und Kommunen lĂ€uft auf einer Infrastruktur, die wir selbst kontrollieren – sicher, skalierbar und europĂ€isch anschlussfĂ€hig.» Nun gelte es, digitale Lösungen weiter in die FlĂ€che der öffentlichen Verwaltung zu bringen und die Modernisierung Deutschlands zu beschleunigen.

«Europa hat enormen Nachholbedarf»

Telekom-Chef Tim Höttges zeigte sich erfreut ĂŒber die Entscheidung. «Europa hat enormen Nachholbedarf, den wir nicht mit Diskussionen, sondern nur mit Taten beheben», sagte der Manager. Die Telekom gehe hierbei mit SAP voran. «Zusammen sorgen wir dafĂŒr, dass Deutschland und Europa die digitale Zukunft selbst in der Hand haben.»

SAP-Chef Christian Klein betonte, dass eine vertrauenswĂŒrdige KI Fundament digitaler SouverĂ€nitĂ€t sei. «Digitale SouverĂ€nitĂ€t und KĂŒnstliche Intelligenz gehören zusammen», sagte der Manager. «Wir bringen unsere StĂ€rke aus GeschĂ€ftsprozessen, Daten und vertrauenswĂŒrdiger KI ĂŒber die SAP Business AI Platform ein, um gemeinsam mit der Telekom Innovation im öffentlichen Sektor zu beschleunigen - sicher, skalierbar und entlang eines gemeinsamen Standards fĂŒr Kommunen, LĂ€nder und den Bund als Teil des Deutschland-Stacks.» Mit einem Stack ist ein digitaler Baukasten gemeint, in dem verschiedene technologische Module aufeinander aufbauen.

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