Diabetes-Risiko, Sanitas-Studie

Diabetes-Risiko: Sanitas-Studie zeigt massive FehleinschÀtzung

16.06.2026 - 00:48:17 | boerse-global.de

Neue Leitlinien und Studien zeigen enge Verbindung von Diabetes, Herz und Nieren. Risikobewusstsein in der Bevölkerung bleibt gering.

DFG fördert Forschung zu Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Diabetes-Risiko - Abstrakte Darstellung der Verbindung von Herz, Nieren und GlukosemolekĂŒl vor einem Forschungslabor-Hintergrund. 16.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ein neues Großprojekt zu den Wechselwirkungen zwischen Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der Sonderforschungsbereich 1774 mit dem Titel „CARDIO-DIABETES-CROSSTALK“ erhĂ€lt ĂŒber elf Millionen Euro fĂŒr knapp vier Jahre.

Das Ziel: Methoden zur FrĂŒherkennung und PrĂ€vention im kardio-metabolischen Krankheitsspektrum entwickeln. Beteiligt sind das Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ), das Deutsche Zentrum fĂŒr Diabetesforschung (DZD), die Heinrich-Heine-UniversitĂ€t DĂŒsseldorf (HHU) und Helmholtz Munich. Die Leitung ĂŒbernimmt Professorin Maria Grandoch von der HHU, unterstĂŒtzt von Co-Sprecher Professor Robert Wagner vom DDZ.

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Neue Leitlinie fĂŒr das kardiorenal-metabolische Syndrom

Mitte Juni 2026 veröffentlichten die American Heart Association (AHA) und das American College of Cardiology (ACC) erstmals eine Leitlinie zum kardiorenal-metabolischen Syndrom (CKM). Das Syndrom beschreibt die engen Verbindungen zwischen Übergewicht, Stoffwechselstörungen, Nierenerkrankungen und Herz-Kreislauf-Problemen.

Die globale Relevanz ist enorm: In China liegt die CKM-PrÀvalenz bei 83,7 Prozent. Fachgesellschaften wie die American Diabetes Association empfehlen in ihren 2026er-Richtlinien den Einsatz von GLP-1-Rezeptor-Agonisten wie Semaglutid. Diese Wirkstoffe gelten als bevorzugte Therapie bei Typ-2-Diabetes mit bestehenden Herz-Kreislauf- oder Nierenerkrankungen.

Auch etablierte Medikamente zeigen neue Wirkungen. Eine Studie im European Heart Journal mit Daten von fast einer Million US-Veteranen belegt: Der Beginn einer Statin-Therapie senkt das Risiko fĂŒr Gebrechlichkeit um 24 Prozent – konsistent bei Patienten mit Diabetes und koronarer Herzkrankheit.

Große FehleinschĂ€tzung der Gesundheitsrisiken

Die Mitte Juni 2026 veröffentlichte Sanitas-Studie „Health Forecast“ offenbart eine erschreckende Diskrepanz. Befragt wurden 2.500 Personen in der Schweiz. Das tatsĂ€chliche Lebenszeitrisiko fĂŒr Diabetes liegt bei etwa 40 Prozent – die Befragten schĂ€tzten es im Durchschnitt auf nur 16 Prozent.

Ähnlich sieht es bei Demenz und Krebs aus. Nur 28 Prozent der Teilnehmer Ă€ußerten ein erhöhtes RisikogefĂŒhl fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Um das Bewusstsein fĂŒr PrĂ€vention zu stĂ€rken, initiierten das Bayerische Zentrum fĂŒr Krebsforschung und das Uniklinikum WĂŒrzburg Mitte Juni einen Aktionstag. Rund 1.000 Menschen nahmen teil. Die Botschaft: RegelmĂ€ĂŸige Bewegung senkt das Risiko fĂŒr Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen signifikant.

Blutdruck und Lebensstil: Langzeitfolgen fĂŒr das Gehirn

Eine Analyse im Journal of the American Heart Association mit Daten von ĂŒber 780.000 Personen zeigt einen Zusammenhang zwischen niedrigem Blutdruck und erhöhtem Alzheimer-Risiko. In der britischen Biobank-Kohorte hatten Menschen mit Hypotonie ein 2,74-fach höheres Risiko. Die KausalitĂ€t ist noch nicht abschließend geklĂ€rt.

Eine Studie der UniversitĂ€t Leipzig auf Basis der NAKO-Gesundheitsstudie vom Mai 2026 verdeutlicht: Ungesunde Lebensweisen beeintrĂ€chtigen bereits junge Menschen. Bei 20- bis 39-JĂ€hrigen identifizierten Forscher Rauchen, Bewegungsmangel und Depressionen als Hauptrisikofaktoren fĂŒr kognitive Einbußen.

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SchĂ€tzungsweise 36 Prozent der DemenzfĂ€lle in Deutschland gehen auf beeinflussbare Faktoren zurĂŒck – Bluthochdruck, hohes Cholesterin oder koronare Herzkrankheiten. Aktuell leben 1,8 Millionen Menschen mit Demenz in Deutschland. Bis 2050 wird diese Zahl voraussichtlich auf 2,7 Millionen steigen.

Zur Stabilisierung von Blutzucker- und Blutfettwerten empfehlen Mediziner wie Dr. Tran Viet Thang vom Uniklinikum Ho-Chi-Minh-Stadt eine specifiche ErnĂ€hrung: 20 bis 30 Prozent des Energiebedarfs aus weißem Fleisch, 50 bis 65 Prozent aus Vollkornprodukten, ergĂ€nzt durch ballaststoffreiches BlattgemĂŒse.

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