Diabetes und Herz: Warum alle drei Koronararterien blockiert sein können
Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 08:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Diabetes gilt lĂ€ngst nicht mehr nur als Stoffwechselerkrankung. Fachleute weisen zunehmend darauf hin, dass dauerhaft hoher Blutzucker, Insulinresistenz und damit einhergehende systemische EntzĂŒndungen die BlutgefĂ€Ăe schĂ€digen und so das Risiko fĂŒr Herzinfarkte erhöhen.
VerschĂ€rft wird dieses Risiko hĂ€ufig durch begleitend erhöhte Cholesterin- und Triglyzeridwerte sowie Bluthochdruck, die bei Diabetikern ĂŒberdurchschnittlich oft gemeinsam auftreten.
Ein Fallbeispiel verdeutlicht das AusmaĂ
Wie stark sich diese Mechanismen im Einzelfall auswirken können, zeigt der Fall eines 45-jĂ€hrigen Patienten mit rund zehn Jahren Diabetes-Vorgeschichte, der seine Medikamente unregelmĂ€Ăig eingenommen hatte.
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Eine Angiografie ergab, dass bei ihm alle drei Koronararterien vollstĂ€ndig blockiert waren â eine Bypass-Operation war in der Folge unumgĂ€nglich. Der Fall illustriert, wie unbemerkt und fortschreitend GefĂ€ĂschĂ€den bei schlecht eingestelltem Diabetes verlaufen können, bis sie sich in einem akuten kardialen Ereignis manifestieren.
Mediziner raten zu regelmĂ€Ăiger Vorsorge
Vor diesem Hintergrund empfehlen Ărzte regelmĂ€Ăige Herzuntersuchungen fĂŒr Menschen mit Diabetes. Ein Experte riet zu einem jĂ€hrlichen Echokardiogramm beziehungsweise Herzcheck; bei stabilem Befund könne dieser Abstand im Einzelfall auch auf alle zwei Jahre ausgedehnt werden. Ziel solcher Kontrollen ist es, GefĂ€ĂverĂ€nderungen frĂŒhzeitig zu erkennen, bevor sie â wie im geschilderten Fall â zu einer vollstĂ€ndigen Blockade der HerzkranzgefĂ€Ăe fĂŒhren.
Was auf zellulÀrer Ebene passiert
Die Mechanismen hinter diesem erhöhten Risiko werden auch auf molekularer Ebene zunehmend verstanden. Eine deutsche Studie, veröffentlicht 2024 in der Fachzeitschrift âDiabetes, Obesity and Metabolismâ, zeigt, dass hohe Glukosewerte den Stoffwechsel von Herzmuskelzellen stören und ein Energiedefizit verursachen können.
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HĂ€lt die Glukoseakkumulation in den Zellen an, kann dies laut der Studie zum Zelltod fĂŒhren â mit der Folge, dass die Pumpkraft des Herzens nachlĂ€sst und sich eine Herzinsuffizienz entwickeln kann.
Die Forscher der Studie betonten zugleich, dass Therapien, die gezielt den Glukoseeinstrom in die Herzmuskelzellen verhindern, bislang noch nicht ausreichend erforscht sind. Erschwerend kommt hinzu, dass entsprechende Symptome oft erst spĂ€t auftreten â wenn der Schaden am Herzmuskel bereits fortgeschritten ist.
Die Studie verweist zudem darauf, dass rund 90 Prozent der Menschen mit Diabetes an Typ-2-Diabetes erkrankt sind, jener Form, bei der die beschriebenen Stoffwechselstörungen besonders hĂ€ufig im Zusammenspiel mit Ăbergewicht und Insulinresistenz auftreten.
Bedeutung fĂŒr Betroffene
Zusammengenommen verdeutlichen die Beobachtungen aus der klinischen Praxis und die Erkenntnisse der Grundlagenforschung, dass Diabetes und Herz-Kreislauf-Gesundheit eng miteinander verknĂŒpft sind. FĂŒr Betroffene bedeutet dies vor allem zweierlei: Eine konsequente, regelmĂ€Ăige Medikamenteneinnahme bleibt zentral, um GefĂ€ĂschĂ€den zu verlangsamen.
Gleichzeitig unterstreichen Mediziner die Bedeutung kardiologischer Routineuntersuchungen, da sich SchĂ€den am Herzen â wie der geschilderte Fall einer vollstĂ€ndigen Dreifachblockade der Koronararterien zeigt â oft lange ohne spĂŒrbare Warnzeichen entwickeln können.
